Die Kolumne

Tagesstimmungen einfangen – Unglaubliches kommentieren – billige Anekdoten zum Besten geben – bissig sarkastisch kommentieren – dem Leid auf den Grund gehen – dem Banalen die Stirn bieten – die Wahrheit aussprechen (prawda, verflucht!) – die Stimmung auf den Höhepunkt treiben – alles nur kein ordentlicher Journalismus: hier sind Sie richtig! Hier arbeitet die Satire-Abteilung von Baskultur.info auf Hochtouren. Wir haben aus der Übertreibung eine Regierung gemacht. Bitte beißen Sie sich fest!

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Der Berg sagt Nein

Eduardo Chillida – einer der großen drei baskischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts – starb 2002 im Alter von 78 Jahren. Zu Erdzeiten verzichten musste er auf einen großen Lebenstraum, den er sich nicht hatte erfüllen können. Doch die erbende Familie blieb am Ball. Chillida hatte sich seit 1984 in den Kopf gesetzt, auf der kanarischen Insel Fuerteventura einen Berg von 62 Millionen Kubikmetern auszuhöhlen. Wer konnte eine solche Idee entwickeln? Ein Verrückter, ein Besessener, ein Gigantomane? Der starke Charakter Chillidas war jedenfalls ausreichend. Der Berg Tindaya ist legendär. Seit 1987 steht er unter Naturschutz. In seinem Inneren birgt er unschätzbare archäologische Werte. Zum Beispiel 312 alte Fußabdrücke, die die kanarischen Ureinwohnerinnen vor 2000 Jahren dort eingraviert hatten und die vermutlich einem Sonnen- und Regen-Kult dienten.

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Für Unabhängigkeit – und für Spanien spielen

Bekannte Fußballer wie Carles Puyol, Xabi Hernandez, Xabi Alonso – allesamt Weltmeister – haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie es vorziehen würden, für eine eigene katalanische oder baskische Auswahl zu spielen, wenn es denn möglich wäre. Und warum ist es das nicht? Weil in jenen Weltverbänden des Sports, in denen Spanien vertreten ist, jene Spanier ein Veto einlegen gegen die Mitgliedschaft baskischer oder katalanischer Verbände. Deshalb kann Euskal Herria (Baskenland) beim Tauziehen Weltmeister werden, weil es im internationalen Tauzieh-Verband keine Spanier gibt.

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Medizin ist Männersache

An der Fakultät für Medizin und Krankenpflege der baskischen Universität wurde auf Antrag von Studierenden ein Gemälde abgenommen. Auf dem Bild war die Geschichte der baskischen Medizin bis Mitte der 1950er Jahre dargestellt, in Form der wichtigsten Vertreter des Sektors, einschließlich Anthropologen und anderen Wissenschaftlern. Die einzigen weiblichen Figuren, die auf dem Gemälde zu sehen sind: die Statue einer nackten Frau, zwei Nonnen und eine anonyme Frau mit Kind. Viele Studentinnen fanden die Darstellung sexistisch, diskriminierend, beleidigend.

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Wer hat angefangen?

“Zu einem Streit gehören immer zwei Seiten”, sagen Mütter, wenn sich ihre Kleinen beschweren mit der Beschuldigung: “Der andere hat angefangen”. Konflikte haben immer zwei Seiten. Auch bei Erwachsenen. Und sowieso in der Politik. Im Baskenland scheint es derzeit nur Täter und Opfer zu geben. Täter sind die Pistoleros von ETA, Opfer ist der spanische Staat. ETA hat sich nun zwar aufgelöst, der Opfer-Diskurs geht jedoch weiter mit einer Entschlossenheit, als wären gestern 5.000 Polizeifahrzeuge der Guardia Civil abgebrannt.

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Flüchtlinge von gestern und heute

„Wir Baskinnen wissen sehr wohl, was es bedeutet, das eigene Land verlassen und in ein anderes Land flüchten zu müssen. Diesen Alptraum erleben heute andere Völker. Wenn wir unserer Geschichte treu bleiben und konsequent handeln, müssen wir heute ebenfalls solidarisch sein“. Sagte Josefina Redondo bei einer von der baskischen Pro-Flüchtlings-Bewegung organisierten Veranstaltung in Gernika. Josefina hat den franquistischen Militärputsch erlebt, den Krieg und seine Folgen, das Exil.

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Saramagos erster Blick

Der portugiesische Nobelpreisträger brauchte bei einem Kurzbesuch auf der Kanarenisnel Lanzarote nur einen Tag, um sich spontan für ein neues Domizil in Tias zu entscheiden. Dabei half, dass er in seinem Land kurz zuvor öffentlich eine schmerzhafte Erniedrigung erlitten hatte. Seinen Besucher*innen auf der Lavainsel öffnete der Schreiber selbst, so heißt es, und lud sie in der Küche zu einem Kaffee ein. Über die Jahre fand sich dort allerlei Prominenz ein, nachdem Saramago – immerhin Kommunist – mit ...

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