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Feminismus im Aufwind

Der internationale Tag der arbeitenden Frauen wirft seine Schatten voraus. Nach der sensationell großen Beteiligung am erstmals ausgerufenen Frauenstreik am 8. März des vergangenen Jahres wird es 2019 schwer, den Erfolg zu wiederholen. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses internationalen Kampftags der Frauen wurden nicht nur Demonstrationen veranstaltet, es wurde auch ein Streik ausgerufen: zwei Stunden, vier Stunden, oder auch den ganzen Tag.

Gleichzeitig wurden die Protest-Aktivitäten konkretisiert – Arbeitsstreik, Erziehungsstreik, Versorgungsstreik, Konsumstreik – um deutlich zu machen, wo Frauen normalerweise tätig sind und wo sie fehlen können. Die massenhafte Teilnahme am Streik – in Bilbao gab es zwei Großdemonstrationen am selben Tag – und der weit über Symbolik hinausgehende Charakter des 8M 2018 hat dazu geführt, dass die Themen Frauenkämpfe, Frauenstreiks und Feminismus auch über das Jahr hinweg ständig präsent waren. Insbesondere junge Frauen werden aktiv. Kein Wunder, dass auch die Gegenseite dabei ist, sich zu formieren. Wenn auch mit angezogener Handbremse hatten sogar die Konservativen bestimmten antisexistischen Gesetzen und Aktionsplänen zugestimmt. Eine neue ultrarechte Partei bläst nun allerdings zum Angriff auf alles bisher Erreichte. Sie fordert die Abschaffung des im Jahr 2004 verabschiedeten Gesetzes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, ein Abtreibungsverbot, Geschlechts-Umwandlung soll nicht mehr aus der Sozialversicherung bezahlt werden. Und mehr. Viele aus der feministischen Bewegung sehen darin den Versuch „die Fesseln des Patriarchats wieder fester zu schnüren“. Die alte Konfrontation unter neuen Vorzeichen.

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