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Die letzten Sklavinnen

Sie sind die letzten in der letzten Reihe, ihre Berufsgruppe gehört zu den letzten verbleibenden Sklavinnen der bürgerlichen Gesellschaft, schlechter bezahlt als Prostituierte und mit weniger Rechten. Hausangestellte kommen täglich, um verschiedenste Arbeiten aufzuführen. Oder sie wohnen gleich in der Wohnung der Auftraggeber. Gesinde hieß das früher – heute Hausangestellte. Die immense Mehrheit sind Frauen. Darunter viele Ausländerinnen. Nicht wenige sind illegal beschäftigt unter widrigsten Verhältnissen. Auch sexistische Übergriffe gehören zu den Erfahrungen der Hausangestellten.

Was in Deutschland die Polinnen, Lettinnen oder Estinnen, sind im Baskenland die Latinas. Seit Jahren kämpfen sie um Anerkennung und Rechte. Und um eine Erneuerung ihres Tarifvertrages. Weil die Verhandlungen keine Fortschritte bringen, stehen nun Streiks an. Das Kollektiv besteht in Bizkaia aus 1.500 Hausangestellten, die mehr als 10.000 meist alte Personen betreuen.

Sie fordern eine Arbeitsgarantie und die Möglichkeit einer besseren Dienstleistung. Vertreten werden sie von den Gewerkschaften LAB, ELA, UGT und USO. Der alte Tarifvertrag lief 2015 aus und hat bislang keine Erneuerung gefunden. Auch um Arbeitsgesundheit geht es, denn nicht einmal die im Arbeitssektor vorhandenen Studien kommen zur Anwendung. “Die Hausangestellten haben deutlich an Kaufkraft verloren“, sagte eine Gewerkschafterin nach einer Demonstration. Deshalb soll es demnächst erneut einen Teilstreik geben, zwischen sieben und elf Uhr morgens, danach folgt Ende des Monats ein eintägiger Streik.

Kein Frauen-Fußball!

“Voller Erfolg des Streiks im Frauen-Fußball“ lautete eine Überschrift am Montag nach dem Streikwochenende. Alle Partien der ersten spanischen Liga fanden wegen des Ausstands nicht statt. Weil die Verhandlungen um minimale Forderungen der Spielerinnen seit mehr als einem Jahr ergebnislos geblieben waren, hatten die Spielerinnen zum letzten Mittel gegriffen: dem Streik. Geplant war ein Spieltag, doch auch eine Fortsetzung war möglich.

“Der Frauen-Fußball erlebte den Startschuss zum ersten unbefristeten Streik in seiner Geschichte, der zu 100% befolgt wurde. Nach 21 Verhandlungsrunden beschlossen die Spielerinnen zu streiken und versprachen sogleich, dass der Ausstand fortgesetzt werde, wenn es in der laufenden Woche zu keiner Einigung kommt“. So schrieb ein kostenloses Blatt, das jeden Tag vor den Metrostationen verteilt wird. Die größeren Zeitungen, links wie rechts, fanden es nicht wert, den Streik überhaupt zu erwähnen. Die Streikdrohung zeigte umgehende Wirkung.

Kein einziges Match wurde am vergangenen Wochenende ausgespielt, das eigentlich den 9. Spieltag darstellen sollte. Die Entschlossenheit zum Streik war derart deutlich, dass selbst die Clubs, die auswärts hätten antreten sollen, gar nicht erst die Koffer packten, sondern zu Hause blieben: Tacón, Barcelona, Atlético und Logroño. Der Club Athletic aus Bilbao ging sogar noch einen Schritt weiter und erklärte über die Presse: “Die Fußballerinnen von Athletic und Tacón haben beschlossen, dem Streikaufruf der Gewerkschaften zu folgen. Der Streik stützt sich auf den Artikel 28 der Verfassung, der den Arbeitnehmerinnen zur Wahrung ihrer Interessen das Streikrecht einräumt. In diesem Sinn bewertet die Direktion von Athletic Club die Solidarität seiner Spielerinnen mit den Kolleginnen aus anderen Clubs als außerordentlich positiv.“

Zum Verständnis dieser Arbeitgeber-Haltung in Bilbao ist es hilfreich zu wissen, dass der Club die Streikforderungen der Spielerinnen-Gewerkschaft schon längst erfüllt hatte. Ohne Streik. Der Club ist neben Barcelona und Atletico aus Madrid nicht einmal im Arbeitgeber-Verband der Liga-Clubs vertreten. Die Kickerinnen aus dem Baskenland hätten also eigentlich gar keinen Grund zum Streik gehabt … außer dem Grund der Solidarität mit den übrigen Spielerinnen, die das Präsidium hervorgehoben hatte.

Vor diesem Hintergrund von demonstrierter Entschlossenheit unter den Frauen kam es bei der Verhandlungsrunde am Montag zu einer überraschenden Einigung. Details wurden vorerst nicht bekannt gegeben. Beide Seiten verpflichteten sich jedoch, bis zum 20. Dezember offene Fragen anzugehen. In jedem Fall wurden die Forderungen der Kickerinnen im Wesentlichen erfüllt.

Ein Erfolg von Streik und Solidarität. Werfen wir erneut einen Blick auf die Forderungen der Spielerinnen, so entsteht ein krasses Gefühl der Peinlichkeit. Denn die Forderungen sind derart minimal, dass es kaum vorstellbar ist, wie die Frauen bisher professionell Sport betrieben haben: halbtags, nebenberuflich. Es geht um Jahresverdienste von 20.000 Euros, die männliche Spitzenverdiener in weniger als einem Tag einsacken. Fußball und Kapitalismus – Kapitalismus und Fußball. Lichtjahre entfernt von der Gleichstellung von Männern und Frauen.

Heavy Metal

Nicht erst seit heute, schon länger sind die 50.000 Metaller und Metallerinnen der baskischen Provinz Bizkaia am Streiken. Seit 10 Jahren haben sie keinen neuen Tarifvertrag mehr. Während der Krise wurden sie vertröstet, nun haben die Arbeitgeber – wie nicht anders zu erwarten – kein Verhandlungs- Interesse. Bereits vor dem Sommer kam es zu Warnstreiks, im Frühherbst erneut. 10 Tage insgesamt. Ein Streik war schon geplant für Ende Oktober. Dann kam es zu einer neuen Verhandlungsrunde, die den zehntägigen Streik verhindern sollte. Der findet nun nicht am Stück statt, sondern bis Ende Dezember verteilt. Denn die Verhandlungen ergaben keine Fortschritte.

Der Streik verspricht. Nicht oft ist es der Fall, dass sich alle vorhandenen Gewerkschaften in ihrem Ziel einig sind. Denn in baskisch-spanischen Gefilden gibt es keinen allumfassenden Gewerkschaftsbund, sondern ideologisch orientierte Richtungsgewerkschaften, die nicht immer derselben Strategie folgen. In diesem Fall sind alle dabei: ELA, CCOO, LAB, UGT, ESK, CGT, USO und die CNT.

Weitere Besonderheit des Streiks: die aufrufenden Gewerkschaften – von sozialdemokratisch bis anarchistisch – haben vereinbart, dass der Streik nur mit einem Beschluss von allen gemeinsam beendet werden soll. Denn oft genug geschah es, dass ein Teil der mobilisierenden Gewerkschaften mit einem Arbeitgeber-Angebot zufrieden war und die übrigen im Stich ließ. Diesmal nicht. Die versprochenen Streiktage versprechen Bewegung und Fantasie. Denn gerade die Metaller und wenige Innen sind bekannt dafür, dass sie nicht nur marschieren gehen und Transparente hochhalten, sondern dahin gehen, wo es weh tut. Sie besetzen Fabriken oder blockieren den Sitz der Arbeitgeber. Streikbrecher sind nicht besonders beliebt.

Warum nur in Bizkaia gestreikt werde, fragte ich einen der Aktivisten. Nun, in Gipuzkoa gibt es Unternehmen, die betriebsinterne Tarifverträge abschließen, die den Forderungen der Arbeiter*innen entgegenkommen. Da wird selbstverständlich nicht gestreikt, die Streikfront ist geschwächt. In der traditionellen Industrieprovinz Bizkaia hingegen sind alle unter einem Arbeitgeber-Dach, also beste Voraussetzungen für einen Streik. Solange die Gewerkschaften sich einig sind.

Private Lehrer*innen streiken!

Ein Streik der ganz besonderen Art hat am 7. November im Baskenland begonnen: die vier großen Gewerkschaften, in denen Schulangestellte von Privatschulen organisiert sind, haben 9.000 Lehrerinnen und Lehrer zum Streik aufgerufen. Der Streik soll 21 Tage dauern, im Schulbetrieb bedeutet das mehr als einen Monat. Betroffen sind 107.000 Kinder und Jugendliche in Kindergärten, Grundschulen, Gymnasien und Berufsschulen. Der Unternehmerverband der privaten Schulen sieht keinen Grund, den 10 Jahre nicht erneuerten Tarifvertrag zu ändern oder zu verbessern.

Im Vergleich zu anderen Ländern, in denen das Schulsystem in öffentlicher Hand ist, machen Privatschulen im Baskenland (und noch mehr im spanischen Staat) einen deutlich größeren Anteil aus. Die Hintergründe für diesen hohen Anteil liegen im Franquismus, damals gab es keine öffentlichen Schulen, die Erziehung lag allein in der Hand der katholischen Kirche, bekanntermaßen eine tragende Säule des spanischen Faschismus. Nach dem Tod Francos und der angeblichen Demokratisierung, die dem Baskenland die Kompetenz im Erziehungssystem einräumte, gründete die Regierung viele öffentliche Schulen, deutlich umfangreicher als dies im Staat geschah.

Private Schulen sind jedoch nicht nur in kirchlicher Hand. Auch Elterninitiativen haben Schulen begründet, bereits im zu Ende gehenden Franquismus. Diese “Ikastola“ genannten Einrichtungen gibt es praktisch nur im Baskenland, sie sind bekannt für ihre guten Schulergebnisse. Die Lehrer*innen dieser Privatschulen sind am aktuellen Streik nicht beteiligt, weil die Schulen die Forderungen der Gewerkschaften bereits erfüllt haben. Nicht gerührt haben sich bisher die katholischen Schulen, die sich im Unternehmerverband Kristau Eskola zusammengeschlossen haben. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Verbände, die ebenfalls bestreikt werden.

Viele katholischen Schulen sind Relikte aus dem Franquismus. Dort tut man sich schwer mit der Koedukation, viele würden am liebsten Geschlechtertrennung wieder einführen, Schuluniformen sind Pflicht, manche werden von der ultrarechten katholischen Sekte Opus Dei geführt. Gerne würden einige auch den Unterricht der baskischen Sprache einstellen, doch all dem hat die baskische Regierung einen Riegel vorgeschoben. Wer bestimmte Minimalstandards nicht erfüllt – gemischte Klassen, Baskisch – kriegt keine staatlichen Zuschüsse.

Es ist nicht der erste Streik, den die Lehrer*innen und Schulangestellten seit einem Jahr durchführen, bis zur Sommerpause waren es vier einzelne Streiktage mehr, um Druck zu machen. Ohne Erfolg. Deshalb sahen die beiden großen baskischen Gewerkschaften LAB und ELA, die baskische Lehrerinnen-Gewerkschaft STEILAS und die spanische CCOO nur den Weg über einen massiven Streik (nur die sozialdemokratische UGT fehlt in der Liste). Es sind auch nicht nur Lehrer*innen, die sich für den streik entschieden haben, auch Büroangestellte und Serviceleute ziehen mit.

Ziemlich besorgt sind selbstverständlich die Eltern der betroffenen Schüler*innen, denen einerseits ein ganzer Monat Lernstoff verloren geht. Andererseits arbeiten viele Vollzeit und können sich tagsüber nicht um ihre Kinder kümmern. Eine Notlage, die sicher zu einer erhöhten Krankmeldungsziffer unter den Eltern führen wird. Doch der Alarmruf der Eltern, dass sich beide Seiten doch schnellstmöglich einigen sollen, verhallte in der Wüste. Auch der vom baskischen Erziehungs-Ministerium berufene Schlichter konnte daran nichts ändern. Der letzte Vorschlag der Arbeitsgeber enthalte zwar kleine Verbesserungen, sei aber noch lange nicht konsensfähig.

Klar auf eine Seite geschlagen hat sich die baskische Regierung. Er sehe keinen Grund für einen solchen Streik, sagte der Ministerpräsident, den sicher andere Sorgen plagen, als jeden Monat über die Runden zu kommen und mit großen Klassen konfrontiert zu sein. Wie in Streiks üblich, hat seine Regierung Minimaldienste angeordnet. Nicht jedoch im üblichen Maße, sondern doppelt so viele und teilweise das Dreifache an Personal (das somit Streikverbot erhält). Die aufrufenden Gewerkschaften sehen darin einen Versuch der Regierung, den Streik von Beginn an in die Knie zu zwingen. Von Neutralität keine Spur, die besten Freunde einer neoliberalen Regierung sind immer die Unternehmer. Dennoch sprechen die Gewerkschaften von einer Beteiligung von 70 bis 75% am Streik. Die Kristau Eskola hingegen will nur 19% im Ausstand gesehen haben.

Worum geht es? Die Schulangestellten wollen ihren 10 Jahre alten Tarifvertrag aktualisieren. Sprich: sie haben seit 10 Jahren keine Lohnerhöhung erhalten. Deshalb soll der Tarif nun über die Vorgaben der baskischen Regierung erhöht werden, um halbwegs einen Ausgleich zu schaffen. Zweite Forderung ist, den wegen geburtsschwachen Jahrgängen entlassenen Lehrer*innen neue Jobs zu verschaffen, und drittens die Arbeitsbelastung zu senken. Die Schulunternehmer fordern deshalb von der Regierung mehr Zuschüsse, doch die winkt ab. Sie zeigt sich nur zur Übernahme der abgewickelten Lehrer*innen bereit.

Der Erfolg des Streiks wird sicher weniger von den Verhandlungen mit dem Schulverband abhängen, als davon, wie gut die Gewerkschaften es schaffen, die Eltern auf ihre Seite zu ziehen. Denn Lehrerinnen und Eltern zusammen sind unschlagbar.

Schwimmbäder geschlossen!

Wenn alle streiken, bleiben die Bäder geschlossen und die Schwimmkurse fallen aus. Und das bereits zum 10. Mal, bis zum 10. November werden weitere vier Streiktage folgen. Beschlossen haben dies die Angestellten von öffentlichen und privaten Sportkomplexen, die im Baskenland Polikiroldegi genannt werden: Mehrfach-Sport-Ort. Zum Streik aufgerufen haben die vier größten im Baskenland aktiven Gewerkschaften, die baskischen ELA und LAB, sowie die spanischen CCOO und UGT.

Am Streik beteiligen sich Kursleiterinnen, Empfangspersonal, Hausmeisterinnen und Rettungsschwimmerinnen. Die Sportzentren werden entweder von normalen Unternehmen geführt, oder von solchen, die aus dem öffentlichen Dienst ausgegliedert wurden. Das heißt, Stadtverwaltungen gründen Unternehmen, die die eigentlich öffentliche Dienstleistung übernehmen, in deren Aufsichtsrat die Verwaltungen aber die Mehrheit behalten.

Eine mittlerweile alte Strategie, das öffentliche Personal so gering und prekär wie möglich zu halten. Diese halböffentlichen Unternehmen geben die Arbeitsaufträge dann weiter an Subunternehmen, den Zuschlag erhalten in der Regel diejenigen, die das billigste Angebot machen. Auf dem Rücken der Beschäftigten. Deren Namen sind Guedan, Emtesport und Sport Audio, oft sind es Trittbrettfahrer von bürgerlichen Parteien, die solche Unternehmen gründen, weil sie wissen, das hier Geld zu machen ist.

Viele Sportzentren blieben aus Personalmangel geschlossen, andere wurden teilgeöffnet, weil sich das prekär angestellte Personal nicht zu streiken traute. Wer nur stundenweise als Aushilfe angestellt ist, kriegt leicht keinen neuen Vertrag mehr. Manche nennen das Erpressung.

Die Streikenden gingen auf die Straße, um ihre Forderungen publik und vor den Sitz des Unternehmerverbands CEBEK, um Druck zu machen. Insgesamt 2.000 Personen werden nach dem geltenden Tarifvertrag bezahlt, 80% davon haben Zeitverträge. Ihre Forderungen sind: Lohnerhöhungen über der Inflationsrate; Reduzierung der Arbeitsstunden pro Jahr; Vertragsstabilität; Anerkennung der Vorbereitungszeit für Kurse als Arbeitszeit; die zeitliche Entzerrung der (anstrengenden) Kurse mit Kindern; Bezahlung der Arbeitskleidung. Während der Streikzeit kam es wiederholt zu Drohungen gegen Streikende, einige wurden mit Disziplinarstrafen belegt, andere entlassen, Aushilfskräfte werden einfach nicht mehr angerufen.

Die Streikenden gehen schwarz gekleidet und mit weißen Masken auf die Straße. Wie üblich gehen die Angaben über die Streikbeteiligung diametral auseinander. Die Gewerkschaften sprechen von 85 bis 90% Beteiligung, die Arbeitgeber von gerade mal 15% - angesichts der vielen geschlossenen Zentren sicherlich ein Witz. Die letzte Verhandlungsrunde blieb ohne Ergebnis. Die Gewerkschaften warten auf ein neues Angebot der Arbeitgeber. Die behaupten, die Gewerkschaften wollten gar nicht verhandeln. Schöne Aussichten.

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Mindestlohn für Kickerinnen

Am diesjährigen 8. März, dem Internationalen Tag der arbeitenden Frauen, gingen im zweiten Jahr in Folge Hunderttausende von Frauen in den Ausstand. Im November gibt es nun einen zweiten Frauenstreik. Profi-Fußballerinnen sind es, die diesen zweiten Ausstand ausgerufen haben und sie haben gute Gründe. Einen Mindestlohn von 20.000 Euro pro Jahr fordern sie, doch das wollen ihnen die Patriarchen der Club-Arbeitgeber nicht zugestehen. 20.000 Euro sind lächerlich, in Anbetracht der Summen, die männliche Kicker pro Jahr verdienen, darunter einige, die diesen Mindestlohn an einem einzigen Tag verdienen und bekanntlich hat das Jahr 365 davon.

Nach einem Jahr ergebnisloser Verhandlungen hat die Gewerkschaft der Spielerinnen die Schnauze voll. Die Vereinigung Spanischer Spielerinnen (Asociación de Futbolistas Españoles - AFE) hat ihre Forderungen herabgesetzt. Der Verband der Clubs im Frauenfußball (Asociación de Clubes de Fútbol Femenino - ACFF) auf der anderen Seite hat sich keinen Millimeter bewegt. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeber-Verband begannen am 4. Oktober 2018, beteiligt waren auch die große sozialdemokratische Gewerkschaft UGT und Futbolistas ON, bei denen ebenfalls Kickerinnen organisiert sind.

Der Frauen-Fußball im spanischen Staat erlebt einen erstaunlichen Höhenflug. Zu Lokalderbys zwischen Real Sociedad und Athletic Bilbao kamen 40.000, das Pokal-Viertelfinale zwischen Athletic und Atletico sahen 50.000. Barca gegen Atletico wollten 55.000 sehen. Die Zahlen sind keine Ausnahmen, insbesondere im Baskenland sind Besuchszahlen von mehr als 20.000 keine Seltenheit. Die im Sommer veranstaltete Frauen-Fußball-WM war spielerisch und medial ein Hit. In den vergangenen Jahren sind große Clubs wie Barcelona, Atletico Madrid, Real Madrid und Valencia in die Erste Liga eingestiegen. Nur die ökonomische Anerkennung der Spielerinnen auf breiter Basis fehlt.

Die Frauen wollen als Profispielerinnen akzeptiert werden, die Clubs bieten Teilzeitarbeit, um die Bezahlung herunterzuhandeln. Deshalb gehen die Kickerinnen für den ersten Tarifvertrag in der Geschichte des Frauenfußballs in den Ausstand. Anfang November. Für Streik gestimmt haben 93% der 189 Spielerinnen, die sich kürzlich in Madrid versammelt hatten.

Den Vorsitz bei der Fußballerinnen-Gewerkschaft hat ein Mann, David Aganzo. “Die Kolleginnen brauchen sofort einen Tarifvertrag. Sie brauchen einen Vertrag, der ihnen Gleichheit und Würde garantiert sowie die Anerkennung dessen, was sie für den Sport leisten“. Sprecherin des Frauen-Kollektivs ist die Torhüterin von Athletic Bilbao, die 30-jährige Ainhoa Tirapu. “Was wir fordern ist ein Minimum, angeboten wurde uns Teilzeit“, begründet sie den Streik. Wenn schon Teilzeit, dann sollen es wenigstens 75% sein bei einer Bezahlung von 20.000 Euro pro Jahr. Weil die Verhandlungen in den letzten Monaten stagnierten, haben sich die Frauen zu diesen “drastischen Mittel“ entschlossen. “Es ist der Moment für den Frauen-Fußball, wir kämpfen für uns und für alle, die nach uns kommen“.

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