(1) Johanna Fernández (bookstore)
Gegen das Gefängnis-System

Dr. Johanna Fernández, Historikerin der „Young Lords“, ist von uns gegangen. Die dominikanisch-amerikanische Historikerin, Verfechterin der Abschaffung des Gefängnissystems und Bewegungsforscherin, verstarb am 30. Juli 2026 nach einem jahrelangen Kampf gegen Lungenkrebs. Sie wurde 55 Jahre alt. Johannas Leben – eine Mischung aus Wissenschaft, Aktivismus, Familie und Freundschaft – war, wie ihr Bruder Geovanny Fernández erklärte, geprägt von den Lehren ihrer Eltern, insbesondere ihres Vaters Tirso Fernández.

Johanna Fernández (02/12/1970 – 30/07/2026) war Historikerin, Verfechterin der Abschaffung von Polizei und Gefängnissen sowie revolutionäre Sozialistin. Als Professorin für Geschichte am Baruch College schreib sie „The Young Lords: A Radical History“ (2019), arbeitete an einem Buch über die Geschichte des Faschismus in den USA.

Ursprünge

Vater Tirso Fernández stammte aus der Dominikanischen Republik, aus einem kleinen Ort namens Lavapiés in der Nähe der Stadt San Juan de la Maguana. Er und seine Frau Minerva Fernández aus La Vega waren Flüchtlinge des dominikanischen Bürgerkriegs von 1965. Sie zogen Johanna und ihre Brüder Geovanny, Osvaldo und Tirso Fernández Jr. in New York City auf, mit einer Lebenseinstellung, die Geovanny als von Großzügigkeit geprägt beschrieb. „Der Grundgedanke war, Menschen zu helfen, insbesondere denen, die keine Stimme hatten“, sagte er. Der Vater maß Familien-Besuche in der Heimat daran, ob seine Kinder anderen geholfen hatten: „Habe ich Geld gegeben? Wie viel Geld habe ich gegeben?“ (1) (2)

Johanna Fernández, Professorin für Geschichte am Baruch College und am CUNY Graduate Center, war eine führende Wissenschaftlerin zum Thema Young Lords (3), der radikalen puertorikanischen und Latinx-Organisation. Deren New Yorker Ortsgruppe kämpfte für Gesundheits-Versorgung, sanitäre Einrichtungen, Frühstücks-Programme, Tests auf Bleivergiftung und kommunale Selbstverwaltung. Ihr preisgekröntes Buch „The Young Lords: A Radical History“ basierte auf mündlichen Überlieferungen, Archivmaterial und wiedergefundenen polizeilichen Überwachungs-Akten, die sie durch eine Klage nach dem Informations-Freiheits-Gesetz gegen das New York Police Department NYPD erwirkt hatte. Ihre Klage trug dazu bei, die „Handschu-Akten“ aufzudecken – mehr als eine Million Überwachungs-Akten des NYPD, die zwischen 1954 und 1972 über Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, Bürgerrechts-Kundgebungen, frühen Protesten für LGBTQ+-Rechte, den Black Panthers, den Young Lords und der Nation of Islam gesammelt worden waren. Das NYPD hatte jahrzehntelang behauptet, die Akten seien verloren gegangen.

Biografie

Johannas politisches Engagement begann 1991 als Vorsitzende der Organisation „Students for Admissions and Minority Aid“ (SAMA) an der Brown University. Später konzentrierte sich ihr Engagement vor allem auf die Kampagne „Free Mumia Abu-Jamal“. In diesem Zusammenhang produzierte sie den Film „Justice on Trial“ (2010), gab gemeinsam mit Abu-Jamal eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Socialism and Democracy“ heraus und betreute die Herausgabe einer Sammlung seiner Werke mit dem Titel „Writing on the Wall“ (2015). (4)

Am 2. Dezember 1970 wurde Fernández in New York City als Tochter dominikanischer Flüchtlinge in der Dominikanischen Republik geboren, sie wuchs in der Bronx auf. Da zu Hause Spanisch gesprochen wurde, besuchte sie in den ersten drei Jahren der Grundschule zweisprachige Klassen. Diese waren jedoch seit ihrer Einführung in den 1960er Jahren stigmatisiert. Erst in der sechsten Klasse erlangte sie Englisch-Kenntnisse und las ihr erstes Buch: John Steinbecks „East of Eden“ (1952). Sie besuchte die Murry Bergtraum High School, wurde jedoch wegen Unzuverlässigkeit von ihrem Vater an das Manhattan Center for Science and Mathematics versetzt. Dort schrieb sie sich für das „Double Discovery Program“ der Columbia University ein. Obwohl ihre Eltern nicht politisch waren, entwickelte sie durch die Konfrontation mit Armut und der Crack-Epidemie in New York antikapitalistische Ansichten und verglich diese mit den besseren Lebensbedingungen in der Dominikanischen Republik, die sie in den Sommerferien besuchte. 1988 schloss sie die Charterhouse School in Godalming, England, im Rahmen eines einjährigen Programms der British American Educational Foundation ab. Sie unternahm eine Reise durch Europa, einschließlich eines Besuchs in der Sowjetunion, der ihr aufgrund der sichtbaren Armut einen negativen Eindruck vom sowjetischen Sozialismus vermittelte.

An der Brown University wurde sie akademisch durch Vorlesungen von Dorothy Denniston und Suzanne Oboler geprägt. Das Studium der Postmoderne bezeichnete sie als „die wichtigste intellektuelle Erfahrung meines Lebens“. Darüber hinaus setzte sie sich mit ihrer afro-dominikanischen und lesbischen Identität auseinander. Sie stammte aus einer Familie mit einem Jahreseinkommen von 22.000 Dollar und wurde im dritten Studienjahr zur Vorsitzenden der „Students for Admissions and Minority Aid“ (SAMA), wo sie sich für eine bedarfs-unabhängige Zulassung und Fördermaßnahmen für benachteiligte Gruppen einsetzte. Als die Versuche scheiterten, gemeinsam mit Uni-Präsident Vartan Gregorian 50 Millionen Dollar für finanzielle Unterstützung zu bekommen, beteiligte sie sich im April 1992 an der Besetzung der University Hall. Während die Aktions-Gruppe unter Bewachung stand, ging sie auf die Toilette und hielt durch ein Fenster eine Rede vor etwa 400 Studierenden. Der „Brown Daily Herald“ zitierte sie: „Da draußen sind Menschen, die nicht hereinkommen können, weil sie kein Geld haben. Die Van-Wickle-Tore sind für sie verschlossen.“ Sie und andere Redner forderten die Studierenden auf, das Gebäude zu stürmen. Als die Polizei vor dem Campus eintraf, war sie entschlossen, sich verhaften zu lassen, als der Aufforderung zur Räumung des Gebäudes nachzukommen. So gehörte sie zu den 253 Festgenommenen. Das Gerichtsverfahren gegen die SAMA-Aktivisten brachte für Fernández eine Geldstrafe. 1993 schloss sie ihr Studium mit einem Bachelor of Arts in Literatur und amerikanischer Zivilisation ab.

An der Brown University kam sie mit dem Marxismus in Berührung, schloss sich dieser Bewegung an und war bereits eine revolutionäre Sozialistin, als sie ihr Doktorats-Studium an der Columbia University aufnahm. Mumia Abu-Jamal bezeichnete sie als den „Che Guevara unserer Zeit“. Beeinflusst von ihren Erfahrungen als Aktivistin an der Uni studierte sie soziale Bewegungen und schloss 2004 ihr Doktorats-Studium in Geschichte ab. Als Post-Doktorandin an der Carnegie Mellon University besuchte sie einen Vortrag ehemaligen Black-Panther-Aktivistin Elaine Brown. Danach schlug ihr der emeritierte Professor David P. Demarest vor, Abu-Jamal zu besuchen. Dies tat sie fortan regelmäßig – auch andere zum Tode Verurteilte in der State Correctional Institution Greene. Diese „transformative“ Erfahrung prägte ihre Herangehensweise an die Abschaffung des Gefängnis-Systems.

Aktivismus

Ihr gemeinsam mit Kouross Esmaeli gedrehter Film „Justice on Trial“ (2010) beleuchtete einfühlsam die Details von Abu-Jamals Fall. Der Autor Robert Zaller merkt an, dass es darin „nicht darum geht, wie außergewöhnlich Mumias Prozess war, sondern wie typisch“. Der Film schildert detailliert die ausufernde Korruption und Brutalität der Polizei von Philadelphia unter Bürgermeister Frank Rizzo in den 1970er Jahren sowie die enge Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft. Der Film hebt hervor, dass sich das System bis heute nicht wesentlich verbessert hat. „Alle paar Jahre kommt es zu neuen Skandalen. Die Fraternal Order of Police (FOP) widersetzt sich Reformen, und kein Bürgermeister, Polizeichef oder Staatsanwalt hat es gewagt, sich ihrer Kultur der Straffreiheit entgegenzustellen.“ Der Film wurde der Anti-Mumia-Dokumentation „The Barrel of a Gun“ (2010) von Tigre Hill gegenübergestellt. Im November debattierte Johanna mit Hill und Richter Seth Williams vor einem Publikum, das sich lautstark als Pro-Mumia-Anhänger zu erkennen gab. Im Jahr 2014 gab sie gemeinsam mit Abu-Jamal eine Sonderausgabe von „Socialism and Democracy“ zum Thema Masseninhaftierung in den Vereinigten Staaten heraus. Im folgenden Jahr erschien ein von Fernández herausgegebener Sammelband mit dem Titel „Writing on the Wall“. Ihr erklärtes Ziel „war es, Mumia in den Kontext der radikalen Tradition der Schwarzen zu stellen“.

Während eines Vortrags über die Bürgerrechtsbewegung im Süden im Bronx Museum fragte ein Zuhörer nach der Beteiligung von Latinos, was zu einer Erläuterung der Young Lords führte und dazu, dass Holly Block sie einlud, eine Ausstellung zu organisieren. Das führte im Jahr 2015 zur Ausstellung „Presente! The Young Lords in New York“, die im Bronx Museum, im El Museo del Barrio und in der Loisiada gezeigt wurde.

Im Jahr 2014 stellte sie beim New York City Police Department (NYPD) einen Antrag nach dem Freedom of Information Act auf Einsicht in Überwachungs-Akten aus den 1960er- und 1970er-Jahren, deren Aufbewahrung durch das Handschu-Abkommen angeordnet worden war. Sie wurde sechs Monate lang hingehalten, bevor ihr mitgeteilt wurde, dass das NYPD ihren Antrag ablehnen würde. Sie lieh sich Geld, beauftragte einen Anwalt und verklagte das NYPD. Im Jahr 2016 wurden im Queens Warehouse über eine Million Dokumente aus den Jahren 1954 bis 1972 gefunden, die sich mit den Young Lords, der Black Panther Party, den „Hard Hat Riots“ und den Protesten an der Columbia University im Jahr 1968 befassten. Ihr darauf folgendes Buch „The Young Lords: A Radical History“ (2019) wurde von Presse und Wissenschaft positiv aufgenommen.

Während der „Rassenunruhen“ im Sommer 2020 half sie bei der Koordination des puertorikanischen Pride- und Solidaritäts-Marsches am 14. Juni gemeinsam mit Black Lives Matter. Daran beteiligten sich 60 Organisationen und 5.000 Menschen. Im Protest gegen Polizeibrutalität und die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) erklärte sie: „Von diesem Moment habe ich geträumt. Schwarze und braune Menschen teilen ihre Geschichte der kolonialen Erfahrung und des Klassenkampfs.“ Sie führte die Ursprünge der amerikanischen Polizei auf die Sklavenjagd zurück und erklärte: „Die Vorherrschaft der Weißen ist Teil der DNA Nordamerikas. Sie kann nicht reformiert werden. Sie muss abgeschafft werden.“

In Zusammenarbeit mit dem Historiker Felipe Hinojosa begann sie im Juli 2021 mit der Organisation der Ausstellung „Presente“, die sich mit den lateinamerikanischen Jugendbewegungen des 20. Jahrhunderts befasste und für das National Museum of the American Latino konzipiert war. Die Ausstellung wurde im November 2022, kurz nach ihrer Eröffnung im National Museum of American History, aufgrund politischer Gegenreaktionen „ausgesetzt“. Die Zeitung „The Hill“ kritisierte die Ausstellung als „klassische Unterdrücker-Unterdrückte-Agenda des Lehrbuch-Marxismus“. Ein republikanischer Abgeordneter aus Florida erklärte daraufhin, er werde die Finanzierung blockieren. Museums-Direktor Jorge Zamanillo erklärte, dass eine Fortsetzung der Ausstellung finanziell nicht tragbar sei und dass die Forschungs-Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt genutzt würden. Nach Zamanillos Treffen mit dem Florida-Abgeordneten und einem weiteren republikanischen Abgeordneten aus Texas wurde Material über ein Floß aus dem kubanischen Exodus von 1992 hinzugefügt, das Formulierungen zur „Diktatur“ Kubas enthielt. Die beiden Republikaner erachteten diese Änderungen als ausreichend, um ihre Meinung zu ändern, doch Zamanillo beharrte darauf, dass keine Änderungen vereinbart worden seien. Die Historikerin Vicki L. Ruiz, Johanna Fernández und Hinojosa erklärten, dass die Zugeständnisse die Beziehungen zu den noch lebenden historischen Protagonisten untergraben hätten.

(2) Johanna / Young Lords (collage)

Young Lords

Der ehemalige „Young Lord“ und erfahrene Journalist Juan González erklärte, Fernández’ Buch hebe sich durch den Umfang und die Gründlichkeit ihrer Recherche ab. „Es sind etwa ein Dutzend Bücher über die Young Lords erschienen“, sagte González: „Eines sogar auf Französisch von einem französischen Journalisten. Und es gab zahlreiche Memoiren und wissenschaftliche Studien. Doch Johannas Buch ist bei Weitem das beste, vollständigste und analytischste – es ordnet die Rolle und die Beiträge der Young Lords am besten in den historischen Kontext des sozialen Wandels in den Vereinigten Staaten und der revolutionären Bewegungen ein. Sie war die einzige Person, die das Besondere an den Lords im Vergleich zu anderen Organisationen – anderen revolutionären Organisationen für sozialen Wandel jener Zeit – wirklich herausgearbeitet und zusammengefasst hat.“

„Sie war nicht nur die beste Analytikerin“, fügte González hinzu, „obwohl ich mit einigen Punkten in ihrem Buch nicht ganz einverstanden war. Aber ich respektiere die Hingabe und die Zeit, die sie aufgewendet hat, um zu versuchen, die Lords in den richtigen historischen Kontext jener Ära einzuordnen. Bei ihren Recherchen war sie beharrlich und hat viele Dokumente ausgegraben, die andere nicht gefunden hatten.“ Die Interviews und Gespräche, die Johanna während der Arbeit an ihrem Buch mit den Gründern der Young Lords führte, halfen ihr, Beziehungen aufzubauen. Für den Rest ihres Lebens blieb Fernández den Veteranen der Young Lords eng verbunden, setzte sich für den Schutz ihrer Archive ein und bestand darauf, eine Brücke zwischen deren Arbeit und den Bemühungen der heutigen Organisatoren zu schlagen. Die Ausstellung „Presente! The Young Lords in New York“, die sie gemeinsam mit Dr. Yasmín Ramírez organisierte, war zwischen Juli und Dezember 2015 im Bronx Museum of the Arts, im El Museo del Barrio und bei Loisaida Inc. zu sehen. In ihrer späteren Arbeit gründete sie gemeinsam mit dem Historiker Felipe Hinojosa das „Latinx Freedom Movement Archive and Exhibition Project“, das derzeit im The Shed in Hudson Yards zu sehen ist.

Die Filmemacherin und Produzentin Cionin Lorenzo sagte, Fernández’ Archiv müsse „unbedingt geschützt werden“, und bezeichnete die Arbeit als „mutig“ und „brillant“. Sie habe die Besucher bei der Ausstellung „Latinx Freedom“ beobachtet und gesehen, wie Menschen aus aller Welt, aus unterschiedlichsten Kulturen, mit verschiedenen Sprachen beeindruckt waren. „Genau das ist die Wirkung ihrer Arbeit. Es spielt keine Rolle, woher man kommt. Es ist ein universeller Kampf, der die Geschichte von Menschen erzählt, die lieben und Gleichheit, ihre Freiheit und Wahrheit ausleben wollen. Das habe ich in dieser Ausstellung gesehen.“ Fernández’ Engagement für die Abschaffung des Gefängnisses veranlasste sie dazu, „Writing on the Wall: Selected Prison Writings of Mumia Abu-Jamal“ herauszugeben. Daneben redigierte sie gemeinsam mit Abu-Jamal eine Sonderausgabe von „Socialism and Democracy“ über die Ursachen der Massen-Inhaftierung und schrieb „Justice on Trial: the Case of Mumia Abu-Jamal“.

Mickey Melendez kündigt an, dass es demnächst Veranstaltungen geben wird, um Dr. Fernández und das Vermächtnis ihrer Arbeit zu würdigen, zusammen mit Gedenkfeiern für drei der ursprünglichen Gründerinnen der Young Lords, die in diesem Jahr verstorben sind: Denise Oliver-Vélez, Minerva Solla und Connie Cruz. Selbst während ihrer Krankheit arbeitete Fernández weiter. González sah sie zuletzt im April auf der „Latinx Freedom“-Konferenz am CUNY Graduate Center. „Sie bestand darauf, an allem teilzunehmen, und koordinierte die Konferenz, während sie gegen den Krebs kämpfte“. Das Projekt brachte Veteranen der Bewegung, Wissenschaftler, Künstler und führende Persönlichkeiten der Community zusammen, um mündliche Überlieferungen und Archive der Latinx-Freiheitskämpfe im ganzen Land zu bewahren.

Zum Zeitpunkt ihres Todes arbeitete Fernández gemeinsam mit Melendez und Lorenzo an einer Miniserie über die Young Lords, die die Geschichte der Organisation einem breiteren Publikum näherbringen sollte. Lorenzo sagte, Fernández wäre als Beraterin unverzichtbar gewesen, aufgrund ihres historischen Fachwissens und weil „sie zu vielen Mitgliedern eine so tiefe Beziehung hatte und sie sich gegenseitig so sehr vertrauten“. Melendez erklärte, Ziel sei es, eine spannende Serie zu schaffen, die die Dynamik und Dringlichkeit der Organisationsarbeit der Young Lords zeige. „Die Serie sollte spannend sein, jede Folge mit einem Cliffhanger enden, damit man wieder einschaltet“, sagte Melendez. „Deshalb werde ich diese Arbeit so gut wie möglich fortsetzen, um das Projekt zu Ende zu bringen.“ Johanna führte die politische Ethik der Großzügigkeit ihrer Eltern fort und erweiterte sie auf Archive, Unterrichtsräume, Ausstellungen, und die Arbeit für Gerechtigkeit im Strafvollzug. Fernández’ Familie erklärte in einer Stellungnahme: „Unsere Familie nimmt sich Zeit, um zu trauern. Vielen Dank für Ihre Gebete, Ihre Zuneigung und Ihre Unterstützung in dieser schweren Zeit. Mit herzlichen Grüßen – Familie Fernández.“

ANMERKUNGEN:

(1) „Johanna Fernández, Young Lords historian and prison abolitionist, makes her transition“ (Johanna Fernández, Historikerin der „Young Lords“ und Verfechterin der Abschaffung des Strafvollzugs, ist gestorben), Amsterdam-News, Autorin: Karen Juanita Carrillo, 2026-08-01 (LINK)

(2) Die Young Lords, auch bekannt als Young Lords Organization (YLO), waren eine linksradikale politische Organisation von Puertoricaner*innen, die aus einer 1959 gegründeten Straßengang in Chicago hervorging. Mit Zweigstellen in Chicago und New York City, Städte mit einer starken puertoricanischen Bevölkerung, waren sie für ihre Kampagnen der direkten Aktion bekannt, darunter Gebäudebesetzungen, Sit-ins und Proteste durch das Auskippen von Müll. Außerdem boten sie in den Stadtvierteln, in denen sie aktiv waren, gemeinnützige Programme an, darunter Kinderbetreuung und medizinische Versorgung sowie kostenlose Frühstücke. Unter der Führung von José „Cha Cha“ Jiménez, der sich von Bürgerrechtsführern und der Black Panther Party inspirieren ließ, verbündeten sich die Chicagoer Young Lords mit verschiedenen sozialistischen Organisationen. (wikipedia)

(3) Persönliche Webseite Johanna Fernández (LINK)

(4) Johanna Fernández, Wikipedia englisch (LINK)

ABBILDUNGEN:

(1) Johanna Fernández (bookstore)
(2) Johanna / Young Lords (collage)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-08-03)

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