Die Kolumne

Tagesstimmungen einfangen – Unglaubliches kommentieren – billige Anekdoten zum Besten geben – bissig sarkastisch kommentieren – dem Leid auf den Grund gehen – dem Banalen die Stirn bieten – die Wahrheit aussprechen (prawda, verflucht!) – die Stimmung auf den Höhepunkt treiben – alles nur kein ordentlicher Journalismus: hier sind Sie richtig! Hier arbeitet die Satire-Abteilung von Baskultur.info auf Hochtouren. Wir haben aus der Übertreibung eine Regierung gemacht. Bitte beißen Sie sich fest!

kolu54x00Zeit der Erinnerungen

Durango, Elgeta, Eibar, Zornotza, Gernika – die Reihe der baskischen Orte, die im April 1937 von den faschistischen Putschisten erobert wurden, ist lang. Die Überwindung des antifaschistischen Bollwerks an den Intxorta-Bergen ließ den Franquisten freie Bahn auf dem Vormarsch Richtung Bilbao, wo in einer Stiefelfabrik von Legion-Condor-Bomben 100 Schutzsuchende getötet wurden. Am 1. April 1939 war der Krieg definitiv beendet. Sonst: Eibar ruft die Republik aus, die Ertzaintza tötet einen Fußballfan.

kolu50x00Friede den Hütten

Zufriedene Rückblicke auf den ersten feministischen Generalstreik (am 30N), bei dem Hunderttausende mobilisiert wurden, um ihre Kritik am herrschenden Pflege-System hinauszuschreien: öffentlich, für alle und gemeinsam durch Männer und Frauen – so einfach. Hunderttausende waren es auch, die in den vergangenen Wochen für die Rechte des palästinensischen Volkes auf die Straße gingen. Während in der BRD amtlich die Fortsetzung des Krieges in Gaza gefordert wird, ist im Baskenland von Völkermord die Rede.

kolu53x00Für die Sprache laufen

Alle Jahre wieder – alle zwei Jahre, wenn keine Pandemie dazwischen kommt – rennen Zehntausende von Baskinnen und Basken. Nicht um ihr Leben (oder vielleicht auch), sondern für ihre Sprache. Die ist zwar hoch-offiziell, aber dennoch im südlichen Staat wenig beliebt, wird nach wie vor diffamiert und bekämpft, sei es mit Beleidigungen oder richterlichen Entscheidungen, die verhindern, dass das Baskische den Vorsprung des Spanischen einholt, auf dem Weg zur gleichberechtigten Sprache. 10 Tage Korrika.

kolu49x00Zeit der Positionierungen

Die baskische Rechte positioniert sich gegen Gewerkschaften und für die Unternehmer, die Linke positioniert sich ohne Gegenleistung für eine sozialliberale Koalition in Madrid. Die baskische Bevölkerung positioniert sich für Palästina. Der baskische Feminismus positioniert sich gegen das aktuelle Pflegemodell, das auf dem Rücken von migrierten Frauen basiert und von kapitalistischer Ausbeutung geprägt ist. Am 30. November führt diese Position, von Gewerkschaften unterstützt, zum Generalstreik.

kolu52x00Karneval Ituren, Zubieta

Nach dem Winterschluss-Verkauf ist kommerzielle Langeweile angesagt, österliche Sonnenfreuden erscheinen Lichtjahre entfernt. Genau die Zeit, sich bei Minusgraden im leichten Karnevals-Kostüm den Arsch abzufrieren. Die baskische Welt schaut auf Ituren und Zubieta. Figuren mit Schafsfellen, Spitzhüten und Riesenglocken marschieren vor einem Dutzend Kamerateams im Gleichschritt durch die Straßen. Zanpanzar, der Inbegriff baskischer, bäuerlicher und widerständischer Kultur. Dong-Dong-Dong-Dong-Dong.

kolu48x00Kein Wasser aus dem Himmel

Die Regierungsbildung in Madrid wird im Baskenland entschieden, und in Katalonien. Der baskische Ministerpräsident fühlt sich verfolgt, angesichts vieler Proteste und schlechter Wahlergebnisse. Die Gewerkschaften streikten ohne jeden Grund, sagt er in einem Anflug von Verfolgungswahn. Die Gewerkschaften streiken weiter und radikale Feministinnen haben nun auch noch einen Generalstreik für November ausgerufen, gegen die Pflegepolitik der baskischen Regierung, die die Großlast den Frauen aufhalst.

kolu51x00Wo zum Teufel ist der Schneemann?

Jahresrückblicke haben Hochkonjunktur, Pamplona hat einen neuen sozialdemokratischen Bürgermeister, zur Monatsmitte gehen Tausende auf die Straße für die Rechte der politischen Gefangenen. 2024 ist das Jahr der baskischen Regionalwahlen, zumindest im Westen, in Euskadi – dabei wird ein neuer Regierungs-Chef gewählt, zur Wahl stehen nur Männer. Zwar wird die Mehrheit im Baskenland häufig als nationalistisch beschimpft, in den Fenstern hängen derzeit jedoch mehr palästinensische als baskische Symbole.

kolu47x00aWieder malochen und regieren

Baskische und katalanische Parteien sind das Zünglein an der Waage, wenn das gespaltene Spanien eine neue Regierung kriegen soll. Im September wird deshalb gefeilscht wie in der Medina von Marrakesch. Ausgerechnet den Moment der größten Glückseligkeit haben spanische Fußball-Funktionäre zur allergrößten männlichen Pleite gemacht. Sexismus nach dem Gewinn der Frauen-Weltmeisterschaft hat einen weltweiten Tsunami ausgelöst, der nur die Basken verschonte, weil sie schon einen Deut besser erzogen wurden.

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