Mit der Kolumne wird der Artikel-Charakter von BASKULTUR erweitert um Aktualität und kritische Kommentare. Der monatliche Beitrag wird (fast) täglich ergänzt mit derzeitigen Ereignissen.

Tödliche Geschichten
Der Juli beginnt mit dem Ende der Sklaverei in niederländischen Kolonien, dem Tod Bakunins, der Entdeckung von Machu Picchu, der Auflösung des Warschauer Pakts und Arafats Rückkehr nach Palästina. Alles am 1. Juli, verteilt auf 131 Jahre. Und im Baskenland? Beginnt die Fiesta-Saison. Mit den toten Stieren der San Fermines in Iruñea, gefolgt von der Kommerz-Fiesta von Baiona. Wir erinnern an: die Schließung von EGIN, Basterretxeas Tod, Vergewaltigungen in Pamplona, den Mord an German Rodriguez.
Alle zum Streik!
Der Generalstreik hat seinen Namen nicht daher, dass Generäle die Arbeit oder den Dienst verweigern würden. Im Gegenteil, ein Generalstreik richtet sich gegen die Generäle des Kapitalismus, die Ausbeuter in den Unternehmensbüros, die nicht einsehen wollen, dass schlechter Lohn nicht zu würdigem Leben ausreicht. Darum geht es am 17. März im Baskenland und Nafarroa, um einen Generalstreik für ein garantiertes Mindest-einkommen, das den baskischen Wirtschafts- und Preis-Verhältnissen angemessen ist.
Wohnen ist für Reiche
Der Juni ist da! An wen oder was erinnert uns dieser Monat, der den Sommer im Gepäck trägt? An den Polizeimord an einer AKW-Gegnerin, den Tod von Gabriel Aresti, Periko Solabarria, Lauaxeta, Blas de Otero und Txabi Etxebarrieta, die Legion-Condor-Parade in Berlin, das Nazi-Massaker von Oradour, das ungeklärte Verschwinden von Naparra, die Geburtstage von Geronimo, Fidel und Che, den Fall von Bilbao 1937, das Urteil in einem spektakulären Vergewaltigungsfall, das Melilla-Massaker und die Naoin-Schlacht.
Heiß-kalter Februar
Die Landwirte laufen Sturm gegen einen EU-Vertrag mit den Mercosur-Ländern, weil es um ihre Existenz geht. Die baskischen Gewerkschaften bereiten einen Generalstreik für einen besseren Mindestlohn vor. Ein Werk im industrie-schwachen Amurrio droht mit Schließung. Ärztinnen sind im Streik für eine eigenen Tarifvertrag. Pflegerinnen in Gipuzkoa fordern Arbeitsverbesserungen. Die baskische Rechte zahlt ihren Preis für einen illegalem Abriss und abgelaufenen Spritzen. Dem kalten Februar drohen heiße Wochen.
Klassen-Bewusstsein
Woran erinnern wir uns im baskischen Mai? Die Auflösung von ETA. Ein Attentat in Lemoiz. Basterretxeas Geburtstag. Die Pariser Mai-Krawalle. Die Nazi-Kapitulation. Die Toten von Montejurra. Tasios Folter. Erster Generalstreik in Bizkaia. Der Streik der Lade-Arbeiterinnen. Die Everest-Expedition. Eva Forests Tod. Der Transport der Kriegskinder. Die Ezkaba-Flucht. Das Ategorrieta-Massaker. Louise Michel. Spaniens NATO-Eintritt. Salvador Puig Antich. Die Nakba in Palästina. Drei Tote in Almeria.
Mit besten Absichten
Wer wollte nicht mit guten Absichten ins neue Jahr 2026 starten – neue Hoffnungen gegenüber alten Sorgen: Wird der Mietvertrag verlängert? Wird mein Gesundheits-Zentrum geschlossen? Gewinnt Athletic wieder den Pokal? Finde ich eine neue Wohnung? Komme ich mit meinen Einnahmen über die Runden? Wie kann ich meine Euskara-Kenntnisse verbessern? Kommen womöglich die Faschisten an die Regierung? Stehen wir am Abgrund oder lassen sich massive Aufrüstung und Kriege doch verhindern? Gu ta gutarrak!
Doppelmoral
Vor 40 Jahren lehnte die Bevölkerung im Baskenland den Verbleib des spanischen Staates in der NATO ab, ähnlich in Katalonien, Nafarroa und auf den Kanaren. Doch die Mehrheit entschied das Gegenteil. Die friedenspolitischen Diskurse bei den anstehenden Gedenkveranstaltungen zum Krieg vor 89 Jahren (PNV) stehen in krassem Widerspruch zur Unterstützung der baskischen Rüstungs-Industrie durch dieselbe Partei. Für gutes Geld und das Argument der Arbeitsplätze wird jegliche Moral billig verscherbelt.
Menschenrechte
Dezember ist der Monat der Buch- und Musikmesse in Durango. Er beginnt mit dem Tag der baskischen Sprache – welches Land muss einen Tag der eigenen Sprache feiern, wenn sie nicht unterdrückt und marginalisiert wird. Internationale Frauentage gäbe es nicht, wenn Frauen nicht unterdrückt wären. Dem Euskara-Tag folgt der weihnachtliche Konsumterror, voran geht der Tag, an dem die Bauern ihre Produkte in die Stadt bringen – heiliger Thomas – um die Pacht zu zahlen und zur Messe zu gehen. Auf Baskisch.