Legenden, Fabelwesen, Animismus, Landleben, das prägt. Die Geschichte des traditionellen Handwerks, verschwundener Berufe, bis zum heutigen Kunst-Handwerk.
Von der Manufaktur zur Industrie
Die baskischen Institutionen haben sich die pro-europäische Parole der Wiederbewaffnung zu eigen gemacht, die Unternehmen nutzen dies, um sich die Taschen zu füllen. Mit dem Tod Geld zu verdienen ist keine neue Praxis, denn im kleinen Baskenland werden seit dem Ende des Mittelalters bis heute Bajonette, Pistolen, Gewehre, Maschinengewehre und Fliegerbomben hergestellt. Vorstellung einer Forschungs-Arbeit des Forschers und Historiker Iñigo Goñi Mendizabal von der baskischen Universität.
Das fröhliche Spiel
Mit alten Traditionen zu brechen, ist nicht einfach. Das gilt auch für den Sport, insbesondere, wenn es sich um eine legendäre Version wie das Jai-Alai-Spiel handelt, auf Spanisch: Cesta Punta, eine der urbaskischen Sportarten, die in Europa wenig bekannt ist. Gespielt wird Jai Alai mit gekrümmten Schlägern, die aus Schilf produziert werden. Von Hand – und genau das ist zum Problem geworden. Es fehlen die Korbflechter, die solche Cesta-Schläger herstellen können. Nun droht der Kunststoff-Ersatz.
In die Büchse mit dem Fisch
Die Historikerinnen Amaia Apraiz Sahagún und María Romano Vallejo haben in ihrer Forschungsarbeit die Geschichte der Arbeiterinnen in den Konservenfabriken der Küstenorte und Fischereihäfen in Bizkaia und ihren Kampf für bessere Arbeitsbedingungen dokumentiert. Diese Forschungsarbeit wurde gleichzeitig zu einer Ausstellung mit dem Titel "Die Konserven-Frauen. Conservera aus Überzeugung": die Geschichte der meist anonym gebliebenen Frauen eines feminisierten und ausgebeuteten Sektors.
Berufs-Traditionen bewahren
Waldwirtschaft hat im Baskenland eine lange Tradition. In längst vergangenen Zeiten wurden Bäume von Hand mit der Axt gefällt. Um diese – und eine lange Reihe anderer – ehemaligen bäuerlichen Tätigkeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde daraus ein Sport gemacht, der heute bei keiner baskischen Fiesta und bei keinem Vieh- oder Großmarkt fehlt. Die Rede ist von Herri Kirolak, dem baskischen Landsport, bei dem an Steineheben, Holzfällen, Rudern oder die Arbeit in den Bergwerken erinnert wird.
Nachbau in Pasaia
Albaola ist der Name einer Schiffsfabrik in der Hafenstadt Pasaia, im Stadtteil San Pedro. Der Standort ist ideal, um die historische Verbindung der baskischen Gesellschaft zum Meer kennenzulernen. Heutzutage ist Pasaia nach Bilbao der größte baskische Industriehafen, zudem wird in Albaola ein Walfang-Schiff aus dem 16. Jahrhundert nachgebaut, gemäß den damals bekannten Techniken. Jenes Schiff mit dem Namen San Juan fischte und jagte in Red Bay, Neufundland, an der Küste des heutigen Kanada.
Gefürchtet und ausgerottet
Geschichte der Wölfe: Ortsnamens-Forschung, Wappenkunde, und Horror-Legenden – ein Buch über die Spuren des Wolfes in Nafarroa. Mehr als 300 Orts- und Personen-Namen und mehr als hundert Wappen bilden die kulturelle Hinterlassenschaft, die auf Wölfe in Nafarroa zurückgehen. Dazu kommen viele teilweise mündlich überlieferte Horror-Legenden. All das erzählt ein Buch, das der Experte Ignacio Etxeberria den Spuren gewidmet hat, die dieses gefürchtete und bewunderte Tier in der Region hinterlassen hat.
Lebendige Tradition
Das historische Baskenland, mit seinen sieben Provinzen nördlich und südlich der Pyrenäen ist traditionell eine Bauern- und Hirtenkultur, was angesichts der Landschaft mit vielen Bergen und Tälern nicht weiter verwundert. Mit der Industrialisierung und dem Entstehen großer Städte wurde diese Tradition zwar verdrängt, hat sich im Arbeits-Leben jedoch gehalten. Daneben hat sich die Hirtenarbeit im Kultur-Bereich einen festen Platz erkämpft. Schäferhund-Wettbewerbe sind Feste und werden gut besucht.
Trotz Schutz verkommen, abgerissen, missachtet
Der Großraum Bilbao war das erste Industrie- und Bergbau-Zentrum des Staates, die Gegend zwischen Bilbao und der Nervion-Mündung bei Santurtzi ist voller Zeugnisse dieser industriellen Tätigkeit. Viele Grundstücke und Fabrikanlagen sind verlassen. Obwohl in den letzten zehn Jahren Juwelen der baskischen Industriegeschichte rechtlich geschützt wurden, sind viele von ihnen stark gefährdet, einige wurden sogar abgerissen, berichtet der Baskische Verband für Industriekultur und öffentliche Arbeiten.