Die Rubrik beinhaltet Malerei, Bildhauerei, in ihr werden Künstler*innen, Ausstellungen, Projekte und Museen des Baskenlandes vorgestellt.
Legenden und Fakes
Die baskische Regierung hat bei der spanischen Zentralregierung offiziell die vorübergehende Überstellung von Pablo Picassos ikonischem Gemälde „Guernica“ ins Guggenheim-Museum in Bilbao beantragt. Dort soll es neun Monate ausgestellt werden, zwischen Oktober 2026 und Juni 2027. Die baskische Exekutive sieht darin eine „symbolische Wiedergutmachung“ und Erinnerungs-Geste für das baskische Volk. Denn im April 2027 jährt sich die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika durch die Legion Condor zum 90. Mal.
Protest und Fetisch im Guggenheim
Wütende Mädchen haben dem diesjährigen Star-Künstler im Guggenheim-Museum den großen Erfolg gebracht. Von Juni bis November 2024 stellt der Titan-Palast in Bilbao die Werke des Japaners Yoshitomo Nara aus, einem Punk- und Manga-begeisterten Maler, der die Grenzen zwischen Kunst und Marketing verwischt hat. Denn Yoshitomo ist nicht nur mit Kreativität beschäftigt, sondern auch ein Meister des Marketings. Aus seiner traumatischen Lebenserfahrung schöpft er rebellische Formen: dicklich-trotzige Mädchen.
Auf den Kopf gestellt
Nicht zum ersten Mal wird der deutsche Künstler Georg Baselitz in Bilbao ausgestellt. In diesem Fall im Museum der Schönen Künste unter dem Titel “Algo en todo“ (Etwas in Allem), die Werkschau bezieht sich auf neuere Arbeiten. Vom 8. Oktober 2025 bis zum 1. März 2026 ist sie in dem im Umbau befindlichen ältesten Museum der Stadt zu sehen. Die Ausstellung beinhaltet 50 Gemälde aus dem letzten Jahrzehnt, ausgewählt vom britischen Historiker Norman Rosenthal, zum großen Teil aus Privatsammlungen.
Der unbekannte Bildhauer
Picasso schuf fast während seiner gesamten künstlerischen Laufbahn plastische Werke, mit der Freiheit eines Autodidakten, der bereit war, alle Regeln zu brechen. Die Ausstellung in Bilbao ist ein Streifzug durch sechzig Jahre bildhauerischen Schaffens, eine einzigartige Annäherung an die Kunstgeschichte durch Kubismus, Abstraktion und das Primitive in Picassos Werk. Die Ausstellung “Picasso der Bildhauer. Materie und Körper“ im Guggenheim-Museum Bilbao zeigt des Künstlers unbekannte Kreativ-Seite.

Im Schatten von Guggenheim
Seit seiner Gründung vor drei Jahren hat der baskische Bildhauer-Verband Eskuahaldunak mehr als 80 Ausstellungen organisiert, die 100.000 Besucher*innen angezogen haben. Mit diesen Ausstellungen, die allesamt in Kleinstädten zu sehen waren, hat der Verband das Ziel verfolgt, lokale Bildhauerinnen und Bildhauer sowie neue künstlerische Projekte bekannt zu machen. Guillermo Olmo, Vorsitzender des Bildhauer-Verbands Eskuahaldunak kritisiert die von offiziellen Stellen praktizierte Kunst-Förderung.
Zwischen Genie und Wahnsinn
Yayoi Kusama (*1929, Japan) ist eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Zwischen 1958 und 1972 lebte sie überwiegend in New York, USA. Ihre bekanntesten Kunstwerke, Aktionen und Happenings entstanden in dieser Zeit. Ihr Markenzeichen sind Polka Dots, farbige Punkte, die sie auf Leinwänden, Skulpturen und Menschen malte. Im Guggenheim-Museum Bilbao läuft derzeit eine Retrospektive über das “hypnotische Universum“ der Künstlerin, die in einer psychiatrischen Klinik lebt.
Das Geburtstags-Jahr 2025
Das neue Jahr 2025 ist durch Personalwechsel gekennzeichnet, Miren Arzalluz im Guggenheim, der Abgang des Alhóndiga-Direktors Fernando Pérez. Dazu kommen in Donostia Jahrestage bei Tabakalera und Kutxa, oder Überraschungen wie jene von Abel Azkona, der ein provokatives Anti-Gewalt-Projekt vorbereitet. Bei allem sticht die führende Rolle von Künstlerinnen hervor. Frauenpower“, um über das nie in Betrieb genommene AKW Lemoiz, über Migration oder individuelle und kollektive Erinnerung nachzudenken.
Künstlerin an der Seite Nerudas
Die baskisch-stämmige Künstlerin Delia del Carril Iraeta (1884-1989) war die zweite Frau des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda. Nach Ansicht vieler hatte sie großen Einfluss auf Nerudas Weg als Schriftsteller und für seinen politischen Werdegang. Auf Reisen zeigte sie ihm viele Facetten der Welt und machte ihn zu einem großen Dichter. Als Künstlerin widmete sie sich der Malerei, Zeichnung und der Druckgrafik. Ihrem Werk gewidmet ist das Museum Michoacán de los Guindos in Santiago de Chile.