83 items tagged "Gesellschaft"

  • 10 Jahre Podemos

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    Vom “wir können“ zum “wir konnten nicht“

    Zehn Jahre nach der Rebellion der “Empörten“ in Madrid und Barcelona ist die Bewegung an einen Punkt der Ernüchterung angelangt. Den Erfolgen auf der Straße waren Erfolge bei Wahlen gefolgt. Doch in den Parlamenten ließen sich diese Erfolge leider nicht fortsetzen. Fast überall, wo die neugeründete Podemos-Partei in eine Regierungs-Verantwortung kam, scheiterte sie an der institutionellen Zähigkeit, an fehlender Kontinuität oder am exzessiven Protagonismus ihrer Anführer*innen wie Pablo Iglesias.

  • 7 Jahre Renten-Bewegung

    pensi1Rückblick eines Gründers

    Kurz vor dem siebten Jahrestag der Gründung der baskischen Bewegung der Rentnerinnen und Rentner am 15. Januar 2024 blickt einer ihrer Gründungsmitglieder, Karlos Ruiz aus Bilbao, auf die Anfänge und die Vorgeschichte zurück. Ein Rückblick auf die fatale Rentenpolitik der spanischen Rechten, auf die etwas chaotischen ersten Mobilisierungen, auf die Gründung von Gaurgeroa (Heute-Später) als programmatisches Rückgrat der Bewegung und auf entscheidende Versammlungen in der Geschichte dieser Bewegung.

  • Adelina Méndez de la Torre

    adelina1Wegweisende Mädchen-Bildung vor 100 Jahren

    Die Lehrerin Adelina Méndez de la Torre war eine Pionierin in zahlreichen Bereichen der Unterrichtsgestaltung und Ausbildung für Lehrkräfte. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sie sich für eine gleichberechtigte Schulausbildung für Mädchen ein. Gleichzeitig plädierte sie für ein kostenloses, öffentliches Schulsystem und schlug eine zweisprachige Erziehung vor, die das soziokulturelle Umfeld der Kinder widerspiegelt. Ihr Ansatz kann als Grundlage des heutigen baskischen Lehrplans betrachtet werden.

  • Alte Welle, neue Welle ...

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    ... mach nen Euro auf die Schnelle!

    Noch zwei Monate, dann sind wir bei zwölf Monaten Pandemie. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die baskischen Spritzen lassen auf sich warten – sofern sie überhaupt eine Hoffnung darstellen. Von einer Welle in die nächste... der Titel der Kolumne ist eine Kopie aus den 1980ern, um eine neue Musikrichtung zu beschreiben, die schnelle Mark (heute Euro) machen jetzt Pharma-Unternehmen, die nicht erklären wollen, was sie der Menschheit zur Bekämpfung des Coronavirus zumuten. In zwanzig Jahren wissen wir mehr.

  • April-Nachrichten 2021

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    Bitte keine Scherze mit A!

    April, der Gernika-Monat, der Elgeta-Monat. April, der Monat der unsäglichen Scherze. April, der Monat der vierten Corona-Welle und der Massenimpfungen in Messezentren. April, Sieg der Franquisten und Einweihung des Franco-Mausoleums. Gurs, Etxebarrieta, Gagarin, NATO-Gründung, Martin Luther King, Rosenberg-Todesurteil, Eduardo Galeano, Petra Kelly. Segovia-Flucht, Polizeimord Iñigo Cabacas und erzwungener Baustopp in Itoiz. Picasso stirbt, ETA wird entwaffnet, die zweite Republik wird ausgerufen.

  • August Nachrichten 2021

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    Sommerloch und Covid-Hoch

    Auch wenn es niemand erwartet hat, zu befürchten war es wohl: Partylaune und die Rückkehr des Tourismus haben dem Baskenland die fünfte Corona-Welle beschert. Mit Namen Delta – und Lambda steht vor der Tür! Wider besseres Wissen träumen viele dennoch von Auslandsreisen, dabei bieten die Berge und Täler von Gipuzkoa und Navarra einen unschlagbaren Erholungsfaktor. Und die Landpensionen könnten sich wirtschaftlich erholen. Klima, Corona, Kolonialismus: Können wir das beim Reisen alles ausblenden?

  • Baskenland-Rückblick 2023

    23ruck01Rudern zum Erfolg

    2023 war Wahl-Jahr auf allen Ebenen: Kommunal, Regional und für das Staatsparlament. Baskische Parteien, links und rechts, spielten bei den folgenden Mehrheits-Bildungen in Madrid, Nafarroa und Pamplona eine wesentliche Rolle. In Euskadi wird erst 2024 gewählt. Ein baskischer Journalist sitzt seit zwei Jahren schutzlos in polnischer Untersuchungs-Haft. Der israelische Vernichtungskrieg gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza hat im Baskenland tiefe Spuren von Protest und Solidarität hinterlassen.

  • Baskenland-Rückblick 2024

    rb2024eh1Ein Pokal zum Glück

    Dass Fußball Opium fürs Volk ist, wurde 2024 in Bilbo erneut unter Beweis gestellt. Einen Fußball-Titel zu gewinnen, schweißt Reiche und Arme zu einem roten Meer zusammen, vergessen sind die Unterdrückung am Arbeitsplatz, das fehlende Geld am Monatsende, der Klassenkampf – die Fahnen von Athletic und Euskal Herria verleihen Identität, die anderswo fehlt. Und sonst? Viel Kampf um Wohnungen und würdige Renten, gegen Klimawandel, Völkermord, Guggenheim, Rassismus, Faschismus und Massen-Tourismus.

  • Baskische Ansichten (K-39)

    kolu39x00Ein Winter ohne Covid

    Der Begriff Coronavirus ist fast vergessen, es wird wieder gefeiert wie gewohnt. Auch wird gestreikt, denn die Bevölkerung und die Lohnabhängigen haben alle Gründe dafür. Mit Inflation und Preissteigerungen haben alle weniger im Geldbeutel. Nur die Multis verzeichnen Milliarden-Gewinne. Überall wird gespart, nur nicht bei der Weihnachtslotterie: die letzte Hoffnung die Krise zu überleben. Gestreikt wird in den Bereichen Schule, Metall, Feuerwehr, Altenheime, Gesundheit. Ein heißer Winter steht bevor.

  • Baskische Ansichten (K-40)

    kolu40x00Wir wollen leben

    Inflation und Preissteigerungen drohen weiterhin mit Verarmung. Streiks in Schule, im Metall- und Gesundheits-Bereich, in Altenheimen, bei den Haushaltshilfen und in Frankreich gegen eine neue Rentenregelung. Der baskische Karneval überschattet den ganzen Monat. Jahrestage: Mord an der Studentin Yolanda Gonzalez, Winterfest Santa Ageda Eguna, zweifach tödlicher Müllunfall in Zaldibar, Tod in Lemoiz durch ETA, Foltertod von Joxe Arregi, Putschversuch in Madrid, Goicoechea Verrat in Kriegszeiten.

  • Baskische Ansichten (K-45)

    kolu45x00Operation Ausfahrt. Vorsicht!

    Der Besenwagen ist vorbeigefahren, die berühmteste Tour der Welt ist passé und hat im Baskenland drei Tage lang ihre Spuren hinterlassen. Wunden werden geleckt, der Ausnahmezustand ist beendet, der Massentourismus nicht. Die Tour-Flüchtlinge kehren heim nach Donostia oder Bilbo, um mit einem spanischen Wahlkampf konfrontiert zu werden, der alles oder nichts verändert. Kreuzfahr-Schiffe gehen ein und aus, in Pamplona laufen die Stiere tägliche Ehrenrunden für den Macho und Nobelpreisler Hemingway.

  • Baskische Ansichten (K-50)

    kolu50x00Friede den Hütten

    Zufriedene Rückblicke auf den ersten feministischen Generalstreik (am 30N), bei dem Hunderttausende mobilisiert wurden, um ihre Kritik am herrschenden Pflege-System hinauszuschreien: öffentlich, für alle und gemeinsam durch Männer und Frauen – so einfach. Hunderttausende waren es auch, die in den vergangenen Wochen für die Rechte des palästinensischen Volkes auf die Straße gingen. Während in der BRD amtlich die Fortsetzung des Krieges in Gaza gefordert wird, ist im Baskenland von Völkermord die Rede.

  • Baskische Ansichten (K-51)

    kolu51x00Wo zum Teufel ist der Schneemann?

    Jahresrückblicke haben Hochkonjunktur, Pamplona hat einen neuen sozialdemokratischen Bürgermeister, zur Monatsmitte gehen Tausende auf die Straße für die Rechte der politischen Gefangenen. 2024 ist das Jahr der baskischen Regionalwahlen, zumindest im Westen, in Euskadi – dabei wird ein neuer Regierungs-Chef gewählt, zur Wahl stehen nur Männer. Zwar wird die Mehrheit im Baskenland häufig als nationalistisch beschimpft, in den Fenstern hängen derzeit jedoch mehr palästinensische als baskische Symbole.

  • Baskische Ansichten (K-55)

    kolu55x00Düstere Aussichten in Rot

    Endlich Mai. Der erste Tag des Monats findet die baskischen Geister in unterschiedlicher Erwartungshaltung vor. Die einen gehen an den Strand, weil arbeitsfrei ist. Die andern fühlen sich zu den Demonstrationen getrieben, die von ihren Gewerkschaften organisiert werden. Der Kampftag der Arbeiterklasse ist ausgerufen, doch Klassenbewusstsein scheint ein Begriff von vorgestern. PS: Der imminente Angriff Israels gegen das palästinensische Rafah liegt der Mehrheit der Erdbevölkerung hart im Magen.

  • Baskische Ansichten (K-65)

    kolu65a00aArbeit macht krank

    Unternehmer, Politik und rechte Medien haben das Thema Krankenstand im Baskenland schon länger als Speerspitze gegen die starken baskischen Gewerk-schaften ausgemacht. Absentismus wird der Sachverhalt genannt, den Begriff “blau machen“ kennen weder die spanische noch die baskische Sprache. Die Hafen-, Kreuzfahrt- und Industriellen-Stadt Getxo schlägt in den Abwesenheits-Statistiken alle Rekorde, vermeidet aber konsequent die Ursachensuche, 16 Prozent Arbeitsausfall ist eine beachtliche Leistung.

  • Baskische Ansichten (K-68)

    kolu68x00Die Sorgen der Zeit

    Krieg ist weit weg und doch so nah. Aus baskischer Sicht ist der weit entfernte Krieg der nächstliegende: Palästina ist dauerpräsent. Ukraine ist ein Thema aus den Nachrichten, neben Trump, seinen Zöllen und der Qualifikation von Athletic für die Champions. Besorgt sind Bask*innen wegen der Immobilien- und Miet-Preise, wegen des zunehmenden Massen-Tourismus und wegen der Pläne, alle Berge mit Windrädern vollzustellen. Unternehmer sind besorgt, dass eine 35-Stunden-Woche ihre Profitrate reduziert.

  • Baskische Ansichten (K-69)

    kolu69x0700Tanz und Vergnügen

    Ende Juni haben alle sozialen Bewegungen noch mal ihre letzten Reserven in die Waagschale geworfen, um ihre politischen Inhalte so heiß wie möglich durch den Sommer zu bringen. Denn im Juli ist alles anders: Ferien, Urlaub, Jaiak, Fiestas, Konpartsak, Kalimotxo, Konzerte, Thekenschichten, Entspannung. Oder Organisierung der lokalen Fiesta. Nichts ist wie vorher, nicht wie die übrigen 10 Monate. Zehn plus eins macht elf, dann kommt der August, an den sich im September niemand mehr erinnern will.

  • Baskische Ansichten (K-70)

    kolu70x00Bis zum Umfallen

    Wer im Baskenland dem Massen-Tourismus entfliehen will, macht im August Urlaub und fährt weit weg, um dem Massen-Tourismus an anderer Stelle am Laufen zu halten. Manche müssen im August Urlaub nehmen, weil der Betrieb schließt, ob sie nun Geld haben für eine Reise oder nicht. Wieder andere haben Urlaub, können aber auf keinen Fall weg, weil sie die örtlichen Fiestas auf keinen Fall verpassen wollen, das gilt für Gasteiz, Donosti und Bilbo, und für so manche anderen Orte wie Gernika oder Portugalete.

  • Baskische Ansichten (K-73)

    kolu73x00Zehn Jahre Besetzung

    Highlight des Monats ist zweifellos das Freundschafts-Länderspiel der baskischen Fußball-Auswahl (Euskal Selekzioa) und des Palästina-Nationalteams im Stadion San Mames von Bilbao. Dabei geht es nicht um ein Ergebnis, sondern um den Ausdruck beispielloser baskischer Solidarität. Drei Wochen vor Anstoß ist das Stadion ausverkauft, der Erlös geht an das UNO-Hilfswerk Palästina. Im Schatten des Sport-Ereignisses steht das 10-jährige Jubiläum der Besetzung eines Schulgebäudes in Bilbao: Karmela.

  • Baskische Ansichten (K-74)

    kolu74x00Menschenrechte

    Dezember ist der Monat der Buch- und Musikmesse in Durango. Er beginnt mit dem Tag der baskischen Sprache – welches Land muss einen Tag der eigenen Sprache feiern, wenn sie nicht unterdrückt und marginalisiert wird. Internationale Frauentage gäbe es nicht, wenn Frauen nicht unterdrückt wären. Dem Euskara-Tag folgt der weihnachtliche Konsumterror, voran geht der Tag, an dem die Bauern ihre Produkte in die Stadt bringen – heiliger Thomas – um die Pacht zu zahlen und zur Messe zu gehen. Auf Baskisch.

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