Geschichte

Die Kategorie GESCHICHTE beinhaltet folgende sechs Themenbereiche: 1. allgemeine Geschichte des Baskenlands, Königreich Navarra; 2. Krieg, Gernika, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Aktueller Friedens-Prozess; 5. Historische Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland.

adelina1Wegweisende Mädchen-Bildung vor 100 Jahren

Die Lehrerin Adelina Méndez de la Torre war eine Pionierin in zahlreichen Bereichen der Unterrichtsgestaltung und Ausbildung für Lehrkräfte. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sie sich für eine gleichberechtigte Schulausbildung für Mädchen ein. Gleichzeitig plädierte sie für ein kostenloses, öffentliches Schulsystem und schlug eine zweisprachige Erziehung vor, die das soziokulturelle Umfeld der Kinder widerspiegelt. Ihr Ansatz kann als Grundlage des heutigen baskischen Lehrplans betrachtet werden.

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Von ETA zur Realpolitik

Arnaldo Otegi Mondragon (*1958) ist ein baskischer Politiker. In seiner Jugend war er Mitglied bei ETA, auf der Flucht in Iparralde, verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Otegi war 10 Jahre lang Abgeordneter im baskischen Parlament und ist seit 2017 Generalsekretär des links-nationalistischen Parteien-Verbunds EH Bildu. Otegi ist eine umstrittene, aber vielbeachtete Figur im spanischen Panorama. Kein Zweifel besteht daran, dass er bei der Beendigung des bewaffneten Kampfes eine maßgebliche Rolle spielte.

zor001Ein unwirksames Gesetz

"Wir wussten, dass dieses Gesetz die Diskriminierung der Opfer staatlicher Gewalt nicht lösen würde, aber das ist nicht das Ende". So kommentieren Mitglieder der Menschenrechts-Organisation Egiari Zor das vorläufige Ergebnis des Gesetzes zur Anerkennung und Entschädigung der “Opfer polizeilichen Missbrauchs in einem politisch motivierten Kontext“. Die baskische Regierung hatte dieses in Spanien polemisch aufgenommene Gesetz vor fünf Jahren verabschiedet. Doch nur wenige haben einen Antrag gestellt.

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Der brutale baskische Kolonisator

Der aus Gipuzkoa stammende Seefahrer und Soldat Lope de Aguirre war ein baskischer Konquistador in Diensten der spanischen Krone, der sich während einer Expedition auf der Suche nach dem legendären Goldland “El Dorado“ gegen die Krone auflehnte und unter seinen Mitverschworenen und Reisegefährten ein Terrorregime errichtete. Aguirre war berüchtigt wegen seiner extremen Grausamkeit, die er gegen die eigenen Leute wie gegen Ureinwohner praktizierte. Werner Herzog drehte einen Film über Aguirres Wirken.

expolio1Blinder Fleck antifaschistischer Aufarbeitung

Das Erinnerungs-Institut der Region Navarra hat eine umfassende Studie über die wirtschaftliche Repression veröffentlicht, die in Navarra gegen die Überlebenden des faschistischen Terrors von 1936 praktiziert wurde. Das Franco-Regime führte mehr als tausend Gerichts-Verfahren durch, dabei hatten Repressalien Vorrang vor Bußgeld-Erhebung. Bei dieser Form von Repression ging es um Enteignung von Besitz und willkürliche Strafgelder gegen Republikaner und Antifaschisten, um sie wirtschaftlich zu ruinieren.

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Zum Tod des Zivil-Gouverneurs Jauregi

Juan María Jáuregui Apalategui, bekannt als Juan Mari Jauregi (Legorreta, 16. August 1951-Tolosa, 29. Juli 2000), war ein baskischer Politiker der PSOE-PSE, der vom "Kommando Buruntza" der Untergrund-Organisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) erschossen wurde. In frühen Jahren war er selbst bei ETA, dann wurde er Kommunist und trat schließlich zur PSOE über. In deren Auftrag wurde er Zivil-Gouverneur von Gipuzkoa, in einer Zeit, als wegen der Todesschwadronen und “schmutzigem Krieg“ ermittelt wurde.

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Sechs KZ-Deportierte identifiziert

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und 75 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager: in Prag wurden sechs Urnen mit der Asche von sechs aus dem spanischen Staat stammenden Deportierten gefunden. Einer davon ein Baske. Wie Tausende andere Antifaschisten war auch er nach dem Sieg der Putschisten im Spanienkrieg 1936-1939 nach Frankreich geflohen. Dort wurde er während der Nazi-Besetzung von der Gestapo festgenommen, in ein KZ gebracht, erschossen und verbrannt.

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Die Geschichte von Luzy Martos aus Zirauki

Luz Higinia Goñi Ayestarán aus Navarra war 35 Jahre alt, als sie von der Gestapo in Paris verhaftet wurde, in der Rue du Nord 22 im 18. Arrondissement, wo sie als Hausmeisterin lebte und arbeitete. Vermutlich fiel sie, wie viele andere auch, einem Spitzel zum Opfer. Die Chronik dieser finsteren Jahre begann allerdings nicht 1941 im besetzten Frankreich, sondern einige Jahre zuvor während des Spanienkriegs von 1936 bis 1939, als sie auf der Seite der Republik gegen den Faschismus kämpfte.

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