Reisekultur

In der Rubrik REISEKULTUR werfen wir einen kritischen Blick auf die Geschichte des Tourismus im Baskenland, seine Tendenzen und Aussichten im Sinne sozial verantwortlichen Reisens. Der traditionelle Massen-Tourismus wird beleuchtet, alternative Reisewege werden vorgestellt. Reiseberichte aus verschiedenen Epochen vervollständigen das Bild des Tourismus, der durch das Baskenland führt.

(*) Mallorca protestas (eldiario)
Contra la saturación turística

Decenas de miles de personas -unas 70.000, según los organizadores- han desbordado el centro de Palma en una de las mayores movilizaciones sociales en Balears para exigir un cambio profundo del modelo económico, territorial y turístico del archipiélago. La manifestación, convocada por la plataforma 'Menys Turisme, Més Vida' y respaldada por 134 entidades sociales, ha reunido a colectivos ecologistas, organizaciones por el derecho a la vivienda, sindicatos, familias, jóvenes, trabajadores y jubilados.

elfbi1Der letzte Kick

Massen-Tourismus ist nicht nur, wenn ein Kreuzfahrtschiff 3.000 Passagiere ausspuckt, die eine Stadt überschwemmen, die Straßen verstopfen und jegliches normale Leben unmöglich machen. Massen-Tourismus ist nicht nur, wenn 100 Reisebusse jede Nische zuparken zwischen Guggenheim-Museum und Altstadt, und die “Aussteiger“ die “Zone“ zum Zoo oder Freilichtmuseum machen. Massen-Tourismus ist auch, wenn zwei ausländische Fußballclubs mit 80.000 Fans ein Finale auf Europa-Ebene in deiner Stadt ausspielen: Bilbao.

turpob1Pobreza vacacional

La masificación turística ahoga a los españoles a la pobreza vacacional en el año en que el Estado sueña con el récord de los 100 millones turistas. La tasa de exclusión vacacional es una de las más altas de Europa. Durante 2024, 3 de cada 10 españoles (33,4%) no pudo permitirse salir de vacaciones ni si quiera una semana, según la última Encuesta de Condiciones de Vida del INE. La cifra se ha reducido mínimamente a la correspondiente a 2022 (33,5%) pero todavía implica a millones de familias.

tour4a00Suche nach Geheimtipps

So gut wie jedes heutzutage von Massen-Tourismus heimgesuchte Reiseziel war einst ein Geheimtipp. Möglich gemacht hat diesen Massen-Tourismus die relative Verbilligung (“Demokratisierung“) der Reise-medien (Flüge, Kreuzfahrt) und die weltweite Zugänglichkeit der Ziele. Und selbstverständlich der weltweite Kapitalismus. Doch bekommt der Moloch den Hals nicht voll, weiter geht die Suche nach unverbrauchten Orten, die noch “erschlossen“, “erobert“ und “kolonisiert“ werden können. Avanti Dilettanti!

camper1Baskische Küste besetzt

Die Corona-Pandemie ist weitgehend vorbei, hat jedoch Spuren hinterlassen. Nicht nur für die Gesundheit vieler Betroffener, sondern auch im sozialen Verhalten. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben mühevoll das Vertrauen der Nutzerinnen zurückgewonnen. Das gilt jedoch nicht für das Reiseverhalten. Nie zuvor gab es derart viele Individual-Reisende, was sich darin ausdrückt, dass Camper-Busse und Wohnmobile eine scheinbar unaufhaltbare Konjunktur erleben. Mit vielen negativen Begleiterscheinungen.

ftur1Franquisten-Propaganda 1938

Am 18. Juni 1937 floh die baskische Regierung aus Bilbao, am Tag darauf zogen die Faschisten in die Stadt. Damit war im Baskenland der Krieg zu Ende. Andernorts zogen sich die Schlachten noch bis April 1939. Bereits vor Kriegsende, am 1. Juli 1938, wurden von den Faschisten die “Kriegsrouten“ ins Leben gerufen, planmäßige Fahrten in “prächtigen Reisebussen“, die es den Besuchern ermöglichen sollten, “die noch brennenden Spuren“ des Konflikts im Baskenland, in Kantabrien und in Asturien zu sehen.

tour5x0700aFerienzeit!

Weltbekannte Filme machen die Drehorte zu Treffpunkten für Massen-Tourismus und damit unbewohnbar. Das reiche Notting Hill in London ist unerträglich geworden. Experten stellen fest, dass es nicht mehr die internationalen Reise- und Tourismus-Messen sind, auf denen solche Orte beworben und verdorben werden. Es reicht ein Eintrag bei einem der berüchtigten Reiseportale wie Trip-Zerreißer oder ein privat gedrehtes Video auf Instagram, um kostenlos Schaden anzurichten. Nicht zu vergessen die Influencer.

tournach3a00Bloss weg hier!

Weil alle anderen Reiseziele schon derart überlaufen sind, dass sogar hartgesottenen Touristen die Lust vergeht, zieht die Reisebranche die letzten Register und zündet die vorletzten Raketen. Ein Reisebüro in Transsibirien bietet seit Kurzem Tripps in die Hölle unter dem Motto: Schließlich war schon bei Dante, die Hölle das Interessante. Vorerst beschränkt sich das Angebot auf Tagesausflüge bei 45 Grad Hitze. Später sollen auch Wochenangebote hinzukommen, Begegnungen mit Höllenpersonal inklusive.

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