Reisekultur

In der Rubrik REISEKULTUR werfen wir einen kritischen Blick auf die Geschichte des Tourismus im Baskenland, seine Tendenzen und Aussichten im Sinne sozial verantwortlichen Reisens. Der traditionelle Massen-Tourismus wird beleuchtet, alternative Reisewege werden vorgestellt. Reiseberichte aus verschiedenen Epochen vervollständigen das Bild des Tourismus, der durch das Baskenland führt.

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Alternative Reisekultur

Die Corona-Pandemie hat den Tourismus weltweit zum Erliegen gebracht. Den Massentourismus ebenso wie die Reise-Alternativen. Doch bereits im Sommer 2021 war deutlich zu spüren, dass Tourismus wie eh und je große Menschenmassen ins Baskenland führt. Anlass für den Kulturverein Baskale, seine alternativen Reise-Angebote erneut in die Waagschale zu werfen. Seit 8 Jahren praktiziert Baskale einen sozial-verträglichen Tourismus in Form von Rundgängen und Exkursionen. Nun erscheint eine neue Webseite.

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Kritische Betrachtung der aktuellen Reisepraxis

Tourismus spielt sich immer mehr in anonymen und statischen Massen ab. Die besuchten Orte werden zu Disney-Ländern und für die Einheimischen zunehmend unbewohnbar. Im Gleichschritt wird der touristische Erfahrungswert reduziert auf fotografische Dokumentation ohne jeglichen Tiefgang. Individualität, Eigeninitiative und persönliches Erleben sind undenkbar. Mit der Pandemie musste der weltweite Massen-Tourismus auf Null gefahren werden. Nun wird ein Neubeginn vorbereitet. Zu den alten Formen zurück?

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Vom Wesen des modernen Tourismus

Seit es Menschen auf der Erde gibt, war Reisen eine Notwendigkeit. Immer galt es zu entdecken, was sich hinter dem Horizont verbirgt, entweder um neue Lebensorte zu finden oder neue Welten zu erleben. Letztendlich ist das ganze Leben eine Reise, ein Weg, von dem wir oft nicht wissen, was sich hinter der nächsten Kurve verbirgt. Wie schon vor 500 Jahren ist das Reisen jedoch denen vorbehalten, entweder die Mittel haben oder ausreichend Abenteuerlust. Statt Peru wird heute Bilbo bereist und kolonisiert.

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Santurtzi setzt auf Zugänglichkeit

Die Gemeindeverwaltung Santurtzi, Hafenstadt vor Bilbao, setzt auf Reisen ohne Hindernisse. Die Industrie- und Fischerei-Geschichte der Stadt ist in den vergangenen Jahren zu einer kleinen Attraktion für Reisende geworden, die einige Tausende an die Nervión-Mündung geführt hat. Immerhin hat Santurtzi den einzigen Fischereihafen des Landkreises Groß-Bilbao. Nun setzt Santurtzi auf Zugänglichkeit für Personen, die an vielen Orten Probleme haben, die üblichen Gastronomie- und Tourismus-Angebote zu nutzen.

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In Erwartung neuer Massen

Trotz Minimal-Belegung wegen der Coronakrise hat Bilbao eine historische Rekordzahl von 93 Hotels und Pensionen erreicht. Ausgerechnet in der Krise und obwohl mehrere Einrichtungen von Schließung bedroht sind, ist das Angebot in den letzten zwei Jahren um 20% gewachsen. Dies zeugt davon, dass Ketten und Unternehmer weiter auf den Standort Bilbao setzen: hier lässt sich gutes Geld verdienen. Zum Missfallen der Kritiker des Massentourismus, für die die Stadt zum zoologischen Garten mit prekären Jobs wird.

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Reiseangebote ins Baskenland

Seit Jahren arbeitet der Kulturverein Baskale in Bilbao eng mit dem alternativen Reiseanbieter PARTIZN TRAVEL zusammen. Hintergrund dieser Kooperation ist, dass PARTIZAN einer der wenigen Reiseveranstalter ist, die Massentourismus gezielt vermeiden und bei den Besuchen alle Anstrengungen unternimmt, mit Bevölkerung und Umwelt respektvoll umzugehen. Für das Baskenland sind 2020 vier thematisch verschiedene Reisen vorgesehen, die Termine werden teilweise mit den Reise-Teilnehmer*innen koordiniert.

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Gernika im Visier des Massentourismus

Seit 13 Jahren existiert bei der baskischen Regierung und im Aufsichtsrat des Guggenheim-Museums Bilbao ein Plan, den berühmten “Guggenheim-Effekt” zu nutzen und ein zweites Museum zu bauen. Zwischenzeitlich wurde der Plan eingefroren, nun steht er wieder auf der Tagesordnung. Es war zu befürchten, dass die Entscheidungsträger erneut diese Karte ziehen, um den baskischen Massentourismus nach der Pandemie wieder anzufeuern. Ausgerechnet ein Naturschutz-Gebiet soll mit der Attraktion belastet werden.

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Besetzungs-Tourismus

Beim üblichen Gang zum Mercado-Markt in Bilbao sahen sich im Oktober 2019 die Stammkund*innen plötzlich Polizeikontrollen und Verbotsschildern gegenüber. Niemand kapierte, worum es ging. In der Zeitung hatte nichts gestanden, erklärt wurde nichts. Dafür waren Polizisten und Security-Leute zugange, am frühen Abend kreiste sogar ein Polizei-Hubschrauber über der Altstadt. In letzter Minute entdeckten findige Nachbar*innen den Grund des Blockade-Manövers: Der Volkswagen-Konzern hatte den Markt besetzt.

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