kolu28a15
Ermüdungs-Erscheinungen trotz Impfung

Vielleicht befinden wir uns ja alle in einem Tiefschlaf, aus dem wir nur aufwachen müssen. Jedenfalls sind überall Ermüdungs-Erscheinungen zu beobachten. Den einen geht das Geld aus, den nächsten der Job, den dritten Geduld und Drogen, den vierten die Kohle zum Wetten. Mehr denn je sind klare Gedanken und Reflektions-Fähigkeit überlebenswichtig. Längst wird die Pandemie nicht mehr in Krankenhäusern, sondern in Gerichts-Sälen und Parlaments-Debatten ausgetragen. Schlüssige Strategien nicht in Sicht.

Mittlerweile drei Impfstoffe gegen Coronavirus sind mittlerweile im Umlauf. Doch die Vorstellung, erst im Sommer mit der Spritze dran zu sein und ein weiteres Jahr “zu verlieren“, zeigt seine Wirkung: Sucht, Negation und Aggression. Wichtiger als das Serum ist der Polizeistaat, mit dem das Virus in Schach gehalten werden soll.

(2021-02-27)

EIN JAHR BASKISCHE PANDEMIE

kolu28a2828. Februar 2020, 21 Uhr – vor genau einem Jahr: die baskische Gesundheitsbehörde Osakidetza bestätigt die ersten beiden Fälle von Coronavirus in Euskadi. Zwei Frauen. Eine aus San Sebastian, die gerade von einer Reise nach Mailand zurückgekehrt war. Die zweite, eine Internistin in Zentral-Krankenhaus Txagorritxu in Vitoria-Gasteiz. Sie war zwei Wochen zuvor mit Freundinnen nach Malaga gereist. Bei ihrer Rückkehr am 17. Februar hatte sie Atembeschwerden, die sich schließlich zu einer Lungenentzündung unbekannter Ursache entwickelten. Sie erfüllte nicht die vom Ministerium damals festgelegten Bedingungen für die Durchführung eines PCR-Tests: sie war nicht in China oder Asien gewesen, auch nicht in Italien, sie hatte auch keinen Kontakt zu Personen aus gefährdeten Gebieten. Die Ärztin bestand darauf, zehn Tage nach Auftreten der ersten Symptome endlich getestet zu werden. Sie war positiv.

In den folgenden Tagen folgte ein Rinnsal von weiteren Infektionen. Die meisten von ihnen im Gesundheits-Personal der Abteilung für Innere Medizin, bei Patient*innen und Angehörigen von Patient*innen im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Txagorritxu. Auch andere Orte waren betroffen. In Gipuzkoa wurde ein zweiter Fall bekannt, ein Arzt des Krankenhauses Donostia, der keinen Kontakt mit bekannten Infizierten oder kürzliche Reisen außerhalb des Baskenlandes hatte.

Am 3. März wurde der erste positive Fall in Bizkaia gemeldet. Es handelte sich um einen Mann, der mit einer aus Antwerpen kommenden Person in Frankreich gewesen war. Die belgische Stadt litt zu dieser Zeit unter einem großen Covid-Ausbruch. Am folgenden Tag schlug die Pandemie erneut zu: der erste Coronavirus-Tote im Baskenland, ein 82 Jahre alt Mann aus Basauri in Bizkaia.

UND SONST … Genau ein Jahr Pandemie im Baskenland – Mehr als 6.000 Baskinnen hatten Covid-Symptome vor dem ersten offiziellen Positiv-Fall.

(2021-02-27)

PANDEMIE-GESCHÄFTE MIT MASKEN

Dass die Not der Pandemie kriminelle Energie wecken würde, war klar. Denn so funktioniert Kapitalismus. Erst das Millionengeschäft mit den Masken, dann das Milliardengeschäft mit den Spritzen. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass Europa deshalb weniger Dosen geliefert bekommt, weil die Produzenten an Israel teurer verkaufen konnten. Die “Dritte Welt“ bleibt ohnehin von der Versorgung ausgeschlossen, weil dort niemand zahlen kann.

kolu28a27Ermittler in Spanien und Italien decken auf: chinesische Unternehmen haben einen Milliardenauftrag der EU für Atemschutzmasken an Land gezogen. Dabei verdienten korrupte Vermittler aus Italien und Spanien kräftig mit. In Italien entdeckte die Polizei mehrere Fälle von Bestechlichkeit bei einem Regierungsauftrag für den Kauf von 800 Millionen Masken, in Spanien ging es um vier Millionen gefälschter FFP2- und KN95-Masken.

Wie die italienische Polizei mitteilte, ging der Auftrag für den Kauf der Masken in Höhe von 1,25 Milliarden Euro an drei chinesische Firmen. Vermittelt wurde das Geschäft von Firmen, die für ihre Rolle Millionen Euro an Kommission von den chinesischen Unternehmen erhielten. Die Polizei beschlagnahmte von den Verdächtigen Vermögenswerte für insgesamt 70 Millionen Euro, darunter Immobilien, Luxuswagen, Schmuck und eine Jacht.

UND SONST … Jetzt werden Polizisten und Feuerwehrleute geimpft – Ein Wächter wird zusammengeschlagen, weil er zum Maskentragen aufgefordert hatte – Bei der baskischen Polizei wurden 45 Frauentags-Mobilisierungen angemeldet.

(2021-02-26)

NAFARROA MIT PEST UND COVID

Alte Rezepte gegen neue Pandemien - Das Coronavirus ist auf dem Weg, die Seuche des 21. Jahrhunderts zu werden. Überraschenderweise haben die Maßnahmen, die im Mittelalter zur Bekämpfung der Seuche angewandt wurden, nicht an Aktualität verloren. Daran erinnern Dokumente, die im Generalarchiv von Navarra aufbewahrt werden. Die Pest kam dem Coronavirus fast 700 Jahre zuvor, im Jahr 1348. Dies zeigt die Mikro-Ausstellung "Das Zeitalter der Pest", die im Generalarchiv Nafarroa zu sehen ist. Sie zeigt die Auswirkungen der Pest im alten Königreich und die Maßnahmen, die zu ihrer Bekämpfung ergriffen wurden.

kolu28a26Als die erste Pestwelle im 14. Jahrhundert ausbrach, hatte Nafarroa mit ca. 40.000 Haushalten einen beachtlichen Bevölkerungsstand, der gerade seinen demographischen Höhepunkt erreicht hatte. Dieses Wachstum war allerdings nicht begleitet von einer horizontalen Verteilung des Reichtums. Das heißt, ein großer Teil der Bevölkerung hungerte und war für das geschwächt, was in der nahen Zukunft kommen sollte. So verbreiteten sich schnell die Fälle von Menschen, die einen Knoten im Nacken, in den Achselhöhlen und in der Leiste entwickelten. Das Ende kam unaufhaltsam.

Die Pest raffte die Hälfte der Bevölkerung dahin, kannte keine sozialen Schichten und selbst die Königin von Navarra, Johanna II. starb am 6. Oktober 1349 an der Pest. Die Obrigkeit fand ein einfaches "Heilmittel" gegen die Pest, sie bestand darin, von den pest-betroffenen Orten zu fliehen. Dies war der Fall beim großen Ausbruch der Pest im Jahr 1599, als der Vizekönig und die königlichen Höfe aus Iruñea (Pamplona) flohen, um in Erriberri und Tafalla Zuflucht zu suchen. Nicht weniger überraschend, dass auch die Ärzte flohen. Dies ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1530 in Tutera festgehalten, in der es heißt, dass "alle Ärzte dort die Stadt verlassen hatten. Viele starben, weil sie nicht geheilt wurden und es niemanden gab, der sie von der Seuche heilen konnte".

QUARANTÄNE UND EINGRENZUNG

Für den Rest der Sterblichen gab es daher nur die Möglichkeit zu beten, dass Gott ihnen die Strafe für ihre "Sünden" vergebe. Da der Glaube aber kein wirkliches Heilmittel war, um die Ausbreitung der Pest zu stoppen, wurden im Laufe der Zeit andere Maßnahmen ergriffen, die auch heute wieder gegen das Coronavirus eingesetzt werden. Es wurden Quarantänen und Eingrenzungen angeordnet, die in einzelnen Häusern, Stadtteilen, Ortschaften und sogar ganzen Tälern umgesetzt wurden.

Nächster Schritt war die Einschränkung des Personen- und Warenverkehrs durch Sanitätssperren, im Stil der heutigen Gebietssperren. Damals benötigte man ein Dokument, das bescheinigte, dass Reisende, die im Königreich ankamen, nicht aus pest-verseuchten Gebieten stammten, bei guter Gesundheit waren und keine Pestsymptome aufwiesen. Weitere Maßnahmen konzentrierten sich in der Folge auf die Verbesserung der städtischen Sauberkeit, die systematische Desinfektion von Menschen und Gebäuden sowie die Verstärkung des Gesundheits-Personals. Letzteres wird heute nur ungenügend zur Bekämpfung des Coronavirus praktiziert.

"SIE WAREN ZAHLUNGSUNFÄHIG"

Die Pest-Ausbrüche hatten starke wirtschaftliche Auswirkungen, es kam zu einer Reihe von Anträgen auf Steuerbefreiung, wie es heute bei den von der Covid-19-Pandemie am stärksten betroffenen Sektoren der Fall ist.

Zum Beispiel wies 1348 in Lantz der Steuereintreiber der Krone darauf hin, dass "die Hausbesitzer tot oder geflohen und die Häuser verlassen sind, es gibt niemanden, der mieten oder Steuern zahlen will", so eines der Dokumente. In Zarikiegi wurde in einem Dokument desselben Jahres darauf hingewiesen, dass die "pecha" genannte Steuer nicht eingezogen werden konnte, "weil die meisten der Grundbesitzer gestorben sind und die wenigen, die übrig geblieben sind, uns um den Erlass eines Teils ihrer pecha gebeten haben". Und der Eintreiber von Zangoza, ebenfalls 1348, wies darauf hin, dass "die Zahl der Toten hoch und die Stadt zerstört und verarmt ist".

Im Jahr 1453 geschah Ähnliches in Nieder-Navarra. Ein weiteres Dokument von großer Not und Armut, “die Leute konnten in keiner Weise bezahlen ". Schwer vorherzusagen, wann die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle gebracht werden kann. Wahrscheinlich wird sie dank der verschiedenen Impfstoffe und der Mittel, die die Medizin des 21. Jahrhunderts bietet, schneller gestoppt als die Pest, denn die war nicht weniger als vierhundert Jahre lang eine Bedrohung für die Bevölkerung, bis sie 1723 in Westeuropa als ausgerottet gelten konnte.

Dem Coronavirus hingegen wird ein anderer folgen, und wieder und wieder ein neuer. Die Ursachen für die Pest lagen im fehlenden Hygienesystem. Die Ursachen der heutigen Pandemie liegen in der kapitalistischen Produktionsweise, der industriell geprägten Landwirtschaft und vor allem in die unverantwortlichen Tierwirtschaft. Das zu verändern ist ein größeres Unternehmen, da geht es nicht einfach um tausend Ärztinnen mehr. Schon mal was von Zoonosen gehört? (OLATZ)

UND SONST … 170 Ansteckungen im Boxclub, 33 im Padelclub – Der Ex-König zahlt 4 Millionen hinterzogene Steuern, ums sich einer Untersuchung zu entziehen – Bereits 42% der Fälle mit der englischen Variante – Lehrerinnen und Betreuerinnen werden geimpft.

(2021-02-25)

DER EXKLUSIVE IMPFPASS

Allseits wird über einen möglichen Impfpass diskutiert. In der Regierung, in der EU und unter Expertinnen existieren Zweifel hinsichtlich der Legalität und Ethik. Die Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus will in der Europäischen Union “ein Projekt gemeinsamer Protokolle" starten, um als Grundlage für wiederkehrenden Tourismus eine sichere Mobilität zu gewährleisten. Die rechte PP will eine Impfkarte, auch wenn sie die Begriffe "Impfpass" oder "Covid Pass" bisher umgeht. 27 Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bekommen ist jedoch fast unvorstellbar.

kolu28a25AUSSCHLUSS-BEMÜHUNGEN

Bislang hat nur Israel einen "grünen Pass" eingeführt, der 32 % der Bevölkerung (die vollständig geimpften Personen) die Türen zu Hotels, Einkaufszentren oder Fitnessstudios öffnet. In Andalusien gibt es seit gestern die "Covid-Karte", mit der die vollständig geimpften Bewohnerinnen dieser Region die angebliche Immunität gegen das Coronavirus nachweisen können. Wozu genau dieses "Zertifikat der Impfung" dienen soll, ist nicht klar. Die galicische Gesetzesinitiative, die Geldstrafen für Impf-Verweigerer von bis zu 60.000 vorsieht, wird mit Misstrauen betrachtet. In Madrid wird davon ausgegangen, dass dieses Gesetz mit der Verfassung nicht zu vereinbaren ist.

"DISKRIMINIEREND"

Einige argumentieren, dass die Einschränkung der persönlichen Rechte wegen Impf-Verweigerung von zweifelhafter Legitimität ist. Von "eindeutig diskriminierend" ist die Rede, dazu wäre es ein Veto gegen die Freiheiten für jene, die noch überhaupt keinen Zugang zur Impfung hatten. Nach Ansicht der Juristen würde ein solches Safe-Conduct "Bürger erster und zweiter Klasse" schaffen.

Die Zweifel sind nicht nur rechtlicher, sondern auch wissenschaftlicher Natur. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist skeptisch, da es "keine ausreichenden Beweise für die Wirksamkeit von Impfstoffen bei der Reduzierung der Übertragung" des Virus gibt. Die Welt-Gesundheits-Organisation sieht neben den rechtlichen und gesundheitlichen Vorbehalten auch ethische Kriterien. Die WHO hat bereits davor gewarnt, dass ein Impfpass angesichts der ungleichen Verteilung von Impfstoffen in der Welt ein Veto gegenüber Hunderten von Millionen Menschen bedeuten würde, die noch lange Zeit brauchen werden, um Zugang zur Prophylaxe zu erhalten.

UND SONST … Jetzt werden die 100-Jährigen geimpft – Dritte Welle: 405 Neu-Ansteckungen und 68 Todesfälle in der vergangenen Woche – BBVA-Bank will 3.000 Beschäftigte entlassen – Polizei verprügelt Streikende, die gegen ihre Entlassung protestieren – Diskussion über den ausschließenden “Impf-Pass“.

(2021-02-23)

GELDSTRAFE FÜR IMPF-VERWEIGERUNG

Endlich ist es so weit, mehr als drei Monate haben wir diese oder ähnliche Maßnahmen erwartet: Die Region Galicien verabschiedet ein Gesetz, das die Weigerung der Covid-Impfung mit Geldstrafen belegt. Die Oppositions-Parteien kritisieren die Maßnahme scharf, da sie nur dazu dient, "den Negationisten Flügel zu verleihen".

kolu28a23Die galicische PP verabschiedet heute im Parlament die Reform des galicischen Gesundheits-Gesetzes, gegen die Stimmen der Autonomisten und der Sozialdemokraten. Vorgesehen sind Geldstrafen zwischen 1.000 und 600.000 Euro für verschiedene Verstöße gegen die öffentliche Gesundheit, darunter auch die Verweigerung von Impfungen. Als besonders schweres Vergehen, mit Strafen von mehr als 60.000 Euro, wird die "ungerechtfertigte Verweigerung" von Impfungen definiert, "wenn eine Gefahr oder ein schwerer Schaden für die Gesundheit der Bevölkerung vorliegt".

Oppositionsparteien haben während der Debatte über den Gesetzentwurf, der am frühen Nachmittag zur Abstimmung ansteht, diese "Zwangsimpfung" kritisiert, etwas, das nur dazu dienen wird, "den Leugnern Flügel zu verleihen", haben gewarnt. Und sie haben sich geweigert, eine Regulierungsreform zu unterstützen, von der sie glauben, dass sie rechtlich schwer zu fassen ist.

Eine PP-Abgeordnete argumentiert, dass es sich nicht um "eine Impf-Pflichtstoffe" handele, sondern um eine “Kann-Bestimmung, unter ganz bestimmten Umständen". Sie hat die Opposition aufgefordert, die Reform zu unterstützen und sich nicht auf die Seite der Negationisten zu schlagen. Der Polizei- und Überwachungs-Staat macht Fortschritte.

UND SONST … Der öffentliche Transport in Bizkaia verliert 40% Fahrgäste aus Angst vor Covid und wegen der Schutzmaßnahmen – Personal der Notarztwägen fordert Impfung und droht mit Streik – Osakidetza setzt ein Vacun-Auto“ zur fliegenden Impfung ein.

(2021-02-22)

LEBENSERWARTUNG IM KAPITALISMUS

Vor der Pandemie mussten nach OECD-Maßstäben 30% der baskischen Bevölkerung als arm angesehen werden, 10% von Ausgrenzung bedroht. Ursache ist die ungleiche Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Eine Folge von Armut ist die geringere Lebenserwartung für die Betroffenen.

Eine Studie über Sterblichkeit im Staat, von Stadtteil zu Stadtteil, zeigt enorme Ungleichheiten. Eine Untersuchung mit Daten von 1996 bis 2015, zeigt starke Veränderungen beim Todesrisiko, aus verschiedenen Gründen. Nie zuvor wurde eine derart ausführliche Statistik erstellt, sie umfasst Erhebungen in 26 Städten, und zeigt teilweise brutale Ungleichheiten zwischen Bewohner*innen der gleichen Stadt, manchmal auf den beiden Seiten derselben Straße: "verheerende Ergebnissen".

kolu28a22Analysiert wurden 15 mögliche Todesursachen, das höchste Risiko konzentriert sich in den ärmsten Vierteln. Bei Männern sind dies Lungenkrebs, chronische Lungenerkrankungen und AIDS; bei Frauen Diabetes; bei beiden Geschlechtern Leberzirrhose und Magenkrebs. In den 26 analysierten Orten leben 25 % der staatlichen Bevölkerung.

"Wir erkennen immer wieder das gleiche Muster, Hintergrund ist die sozio-ökonomischen Rechtlosigkeit. Doch ist es nicht allein ein Problem marginalisierter Bevölkerungsgruppen. Die Ungleichheit bei der Gesundheit ist auffällig: Menschen werden schneller krank und sterben als jene, die in der gesellschaftlichen Hierarchie über ihnen stehen.

Die Autoren haben eine Million Todesfälle untersucht und sie nach Barrio-Gebieten aufgeteilt, kleinen Gebieten, in denen etwa 1.500 Menschen leben, die zum selben Wahlbezirk zählen. Der Atlas ermöglicht wie nie zuvor, die Auswirkungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ungleichheit auf die Gesundheit zu projizieren. Schlechte Wohnverhältnisse, niedrige Löhne, soziale Ausgrenzung und Arbeitslosigkeit gehen einher mit schlechterer Ernährung, weniger sportlicher Betätigung und, vor allem bei Männern, einem höheren Tabak- und Alkoholkonsum. Manche Straßen wirken wie eine Grenze zwischen zwei verschiedenen Welten, eine auf jeder Seite des Bürgersteigs.

Vor mehr als einem Jahrzehnt wiesen Wissenschaftler in London nach, dass die Lebenserwartung in den Stadtbezirken alle zwei Metro-Haltestellen um mehr als ein Jahr sank, wenn man die historische Linie Richtung Osten fuhr. Das Gesundheits-Ministerium der baskischen Regierung wiederholte das Experiment in der U-Bahn von Bilbao im Jahr 2015. Die Daten zeigten, dass die Lebenserwartung vom verarmten alten Stadtzentrum aus nach außen anstieg.

ARBEITER-STADTTEILE BILBAOS

Vom Arbeiter-und Bergbau-Barrio Bilbo Zaharra bis zur Haltestelle Algorta in Getxo (eine der reichsten Gemeinden des Staates mit einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 20.150 Euro) nahm die Lebenserwartung bei Frauen um fünf und bei Männern um fast zehn Jahre zu. Der neue Atlas bestätigt dieses Sterblichkeits-Muster im Zentrum Bilbaos und in zwei der Stadtteile mit den niedrigsten Einkommen: Iturrigorri-Peñascal und Uretamendi.

"Die Lebenserwartung richtet sich nach Stadtvierteln ", klagt Elena Aldasoro, Epidemiologin des baskischen Gesundheits-Ministeriums und Mitautorin des Atlasses. Sie beharrt auf einer Idee: "Nicht alle Menschen haben die gleiche Kontrolle über ihr Leben, um es gesünder zu gestalten". Faktoren wie der Stress, nicht über die Runden zu kommen, und mangelnde Gesundheits-Erziehung führen dazu, dass Menschen mehr rauchen, mehr Alkohol trinken oder mehr ultra-verarbeitete Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke konsumieren.

"Wir sollten nicht den Menschen die Schuld geben, sondern ihrer Situation", betont Aldasoro. Die Pandemie hat die Situation nicht nur verschlechtert, sondern gravierend verschärft. Aus “von Ausschluss bedroht“ wurde “ausgeschlossen“. Die Politik ist nicht in der Lage, auf diese Situation zu reagieren, weder auf staatlicher noch auf regionaler Ebene, weder bei der Gesundheits-Versorgung noch bei Minimal-Einkommen.

Im Gesundheits-System wird die Klassengesellschaft reproduziert, die auf ökonomischer Ebene seit Beginn des Kapitalismus existiert. Die Wohlhabenden leisten sich gute private Versicherung, die Armen sind auf das schrumpfende öffentliche System angewiesen. Dass in Bilbo Zaharra die Lebenserwartung fünf bis zehn Jahre niedriger liegt, interessiert die länger lebenden Klassenfeinde in Getxo-Neguri nicht. Künftige Statistiken werden zeigen, wie die Pandemie zu ungleichem Sterben je nach sozialem Status geführt hat. (Olatz)

UND SONST … Die Covid-Rate sinkt, Ende der Raumbeschränkung in Sicht – 48 Stunden ohne Altersheim-Tote – 87% der Bewohnerinnen und Belegschaft in Altersheimen ist geimpft. – Die Hasel-Mobilisierungen führen weiterhin zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant*innen und der Polizei.

(2021-02-20)

kolu28a20BRITISCHE INVASION

Die englische Variante des Coronavirus wütet in Barakaldo. In einem Fitness-Studio wurden 62 Infektionen festgestellt. Das Zentrum, das zu einer Kette von 140 Zweigstellen gehört, war zum Zeitpunkt der Covid-Feststellung geschlossen, die Behörden veranlassten massive Tests unter den 206 Benutzern und Angestellten. Verantwortliche des Konzerns machten umgehend die Betreiber für die Massenansteckung verantwortlich.

Der Fall zeigt, wie widersprüchlich die Schutzmaßnahmen sind. Schulsport wird verboten, Fitness-Studios bleiben offen, obwohl es sich um geschlossene Räume mit engem Kontakt handelt. Dasselbe gilt für viele Einkaufszentren, in denen die Schutzvorschriften nicht eingehalten werden oder nicht eingehalten werden können, die Rushhour in der Metro Bilbao ist ein einziger Horror. Schuld ist am Ende wieder die Gastronomie, obwohl gerade dort viel Wert auf Einhaltung der Schutzmaßnahmen gelegt wird.

UND SONST … Besäufnisse, illegale Feste, 100 Bußgelder im Morgengrauen – Vierte Nacht mit Straßenschlachten in Barcelona wegen der Verhaftung des Rappers Pablo Hasel – Englische Variante macht bereits 30% der Fälle aus – Das Ziel, im Sommer eine Impfquote von 70% zu erreichen ist unrealistisch.

(2021-02-19)

AUSGRENZUNG, BERUFSVERBOT

Wo Ausgrenzung zum gesellschaftlichen Selbstverständnis gehört, kommt es auf einen Fall mehr oder weniger nicht an. Wer sich im Zionistenstaat Israel nicht impfen lassen will, sollte sich über die Folgen genau im Klaren sein. Demnächst dürfen nur noch geimpfte Bürger in Schwimmbäder, Turnhallen, Hotels und Konzerte, bei Vorlage eines "grünen Passes", entweder über Handy-Anwendung oder Zertifikat mit QR-Code.

kolu28a19Wenn nach dem Ende des dritten Lockdown demnächst Einkaufszentren, Straßenläden, Museen und Bibliotheken wieder geöffnet werden, gehört zur neuen Normalität, dass nur jene zugelassen werden, die einen “grünen Pass“ haben. Die unter 50-Jährigen sind die Gruppe, die sich am meisten gegen die Impfung wehrt. Jetzt wird versucht, diesen Widerstand mit härteren Maßnahmen zu brechen. Die Regierung hat ein Gesetz vorgeschlagen, das es den Gemeinden erlaubt, die Einwohner zu identifizieren, die nicht geimpft sind. Das Bildungs-Ministerium wurde zudem aufgefordert, Listen mit den Namen von Lehrern und Schülern zu erstellen, die sich weigern, geimpft zu werden.

Ein Modell, das in Europa Schule machen kann.

DAS GEGENTEIL IN GAZA

Während es in Israel um die größtmögliche Zahl von Impfungen geht, ist für Gaza und die palästinensischen Gebiete das genaue Gegenteil vorgesehen. Gesundheits-Ministerin Mai Al Kaila prangerte an, dass die Israelis die aus Ramallah gesandten Impfstoffe nicht nach Gaza kommen lassen. Die Palästinenser haben bisher 2.000 Moderna-Impfstoffe erhalten, die von Israel geschickt wurden, weitere 10.000 Sputnik V-Impfstoffe aus Russland, die für das medizinische Personal vorgesehen sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen weitere 20.000 Dosen Sputnik nach Gaza schicken. Unklar, wie viele davon ankommen werden. (Olatz)

UND SONST … 30% der Neuansteckungen mit Covid entsprechen der englischen Variante – Alle baskischen Hauptstädte verlassen die rote Zone – Die Impfung der Hundertjährigen steht bevor – Die baskischen Exporte fallen um 17,8% auf das Niveau von 2012.

(2021-02-18)

DER GOLDENE SCHUSS

Die einen aus dem Gesundheits-Bereich protestieren, weil sie keine Impfstoffe bekommen, obwohl sie “an vorderster Front“ arbeiten müssen. Andere, die diese Front teilen, lassen sich die Kanüle nicht ansetzen. Im zivilen Bereich sieht es ähnlich aus. Alle Meinungen vertreten. Wer sich spritzen lassen will, soll das tun. Wer nicht will, muss beileibe kein Negationist sein. Und die Juristinnen haben dazu eine ganz besondere Position: Man müsse die Regeln ändern, wenn die Freiwilligkeit zu viel persönliche Gegen-Entscheidungen ermöglicht. Schließlich sei es nicht dasselbe, in einer Intensivstation zu arbeiten oder in einem Labor mit drei Beschäftigten. Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt – so deren Vorschlag. Zumindest bestimmte Berufsgruppen.

kolu28a18GRUNDRECHTE?

Ein Verfassungsrechtler weist darauf hin, dass heute niemand zur Impfung gezwungen werden kann. "Das kann sich morgen ändern." Mit legalen Mitteln. Der Jurist erinnert daran, dass es hier um das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit geht. In diesem Fall, “dass jeder seine eigene Gesundheit nach eigenem Ermessen erhalten und entscheiden kann, ob eine Spritze in seinen Körper eingeführt wird oder nicht“.

Um dieses Grundrecht (wie jedes andere auch) einzuschränken, sind zwei Dinge notwendig: erstens eine Verordnung mit Gesetzesrang und zweitens, eine gute Begründung in dem Sinne, dass sie "ein legitimes Ziel verfolgt". In diesem Fall wäre es der Schutz der Gesundheit und des Lebens der Bevölkerung im Allgemeinen. Ist also eine Gesetzesreform notwendig? Vielleicht nicht. Vielleicht reicht eine Anordnung des Gesundheits-Ministeriums aus. Carlos Romeo, Professor für Strafrecht an der öffentlichen baskischen Universität.

EINSCHRÄNKUNGEN!

Nach Meinung eines baskischen Strafrechtlers wäre das Gesetz 3/1986 über besondere Maßnahmen im Gesundheitswesen ausreichend. Es regelt Einschränkungen von Grundrechten, und sieht diese Möglichkeit in der Tat vor. In Artikel 3 heißt es: "Zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten kann die Gesundheitsbehörde geeignete Maßnahmen zur Kontrolle der Erkrankten, der Kontakt-Personen und der unmittelbaren Umgebung treffen, sowie alle sonstigen für erforderlich gehaltenen Maßnahmen (...)".

So könnte das Gesundheits-Ministerium "eine Verordnung erlassen", in der die Impfung für bestimmte Berufs-Gruppen verpflichtend wird. Aber die Begründung dürfe nicht so allgemein gehalten sein wie "für alle Beschäftigten des Gesundheitswesens", denn das würde das "Prinzip der Verhältnismäßigkeit" verletzen. Das heißt, es wäre eine zu generelle Einschränkung eines Grundrechts und "die gegenwärtigen Umstände rechtfertigen eine so weit gehende Maßnahme nicht". Es wäre also notwendig, genauer zu argumentieren: nur für bestimmte Gruppen entsprechend ihrer jeweiligen Funktion zum Beispiel.

PRINZIP ASCHENPUTTEL

Aktuelle Grundlage ist das Gesetz von 1986. Aber Vorsicht. " Das ist kein Freibrief für Verwaltungen, Rechte ohne Kontrolle zu beschneiden.“ Für den Verfassungsrechtler wäre das geeignete Mittel ein Dekret, in dem "die Gründe, die für eine Impfung sprechen, ausgeführt werden". Mit Allgemeinplätzen wie “die Pandemie muss gestoppt werden“ ist es nicht getan. "Es muss konkrete Gründe geben, eine wissenschaftliche Grundlage und nicht den Versuch, “mit Kanonen auf Spatzen zu schießen". Diese Regelung würde dann eine gerichtliche Kontrolle ermöglichen.

Experten für Verwaltungsrecht sind dagegen der Meinung, dass statt einer Impfpflicht auch “negative Anreize“ wirksam wären. Zum Beispiel die Bestimmung, dass die nicht Geimpften nicht in bestimmten Berufen arbeiten können. Sprich Berufsverbot für Verweigerer. Rechtlich wäre es "einfacher machbar". Auch aus praktischer Sicht. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. (OLATZ)

UND SONST … 17% der Pflegerinnen in Altersheimen lassen sich nicht impfen – 751 von 20.000 der Beschäftigten im Gesundheitsbereich verweigern die Impfung – Impfung ist keine Pflicht … noch nicht. Juristen regen eine Änderung der Regeln an – Bei Protesten in Barcelona verlor eine Demonstrantin durch ein Plastikgeschoss der Polizei ein Auge.

(2021-02-17)

SCHEISS FUSSBALL

Sie lassen nicht locker. Die Aussichten, dass wieder Zuschauerinnen in die Fußball-Stadien zugelassen werden, sind minimal. Abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie, von der Wirksamkeit der Maßnahmen, vom Erfolg (oder nicht) der Spritzen-Kampagne und von der Disziplin und Geduld der Bevölkerung. Aber die Europa-Meisterschaft für Bilbao wollen sie sich nicht nehmen lassen. Da ist sich der spanische Fußball-Chef einig mit der Stadtverwaltung.

kolu28a17Ersterer trat dem Argument entgegen, dass ohne Zuschauerinnen keine Kohle zu machen sei. Die Stadt als “europaweites Schaufenster“ sei “unbezahlbar“, allein dieser Effekt sei “Millionen wert“. Vier Monate vor dem Ernstfall wird weiter spekuliert, ob das Model mit 12 Austragungs-Orten aufrecht erhalten werden soll. Insgeheim ist von Russland als einzigem Spielort die Rede.

Versteht sich von selbst, dass man im Rathaus die Sache ähnlich sieht. 84 Millionen sollte die Eurocopa an Einnahmen bringen (für Hotels und Gastronomie), bei “nur“ 5,5 Millionen Unkosten (für die Verwaltung). Beide Zahlen sinken, so oder so. Die potenziellen Einnahmen auf ein Minimum, auch die Unkosten, weil nicht so viel für Sicherheit ausgegeben werden müsse.

Die Entscheidung soll im April fallen. Gehandelt werden vier Szenarien: pessimistisch, halb negativ, halb positiv und optimistisch. Die pessimistische Version geht von 12 bis 13% Zuschauerinnen aus – schon das scheint mir reichlich optimistisch. Die Mehrheit in der Bevölkerung mag an solche Themen derzeit gar nicht denken. Nicht an Tourismus, nicht an Hooligans und trinkende Massen, die das Stadtbild prägen, nicht an spanische National-Faschisten und britische Virus-Importeure. Scheiß Profit, scheiß Fußball. Ich verlasse mich ganz auf die vierte Welle und die Widerstands-Fähigkeit des Coronavirus … Rote Karte! Olatz

UND SONST … Nach einem Bericht sind in baskischen Altersheimen mehr als 1.000 Personen an Coronavirus gestorben – Baskische Polizisten werden geimpft vor den über 80-Jährigen und der Hälfte des Gesundheits-Personals – Nächtliche Ausschreitungen in Barcelona nach der Verhaftung des Rappers Pablo Hasel.

(2021-02-16)

COVID UND PSYCHISCHE GESUNDHEIT

Der Sucht-Bericht geht das Problem der Abhängigkeiten auch aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive an. Unterschieden wird zwischen der Situation von Männern und Frauen. Hauptunterschied ist, dass die Probleme mit dem Internet-Glücksspiel vor allem Männern betreffen und bei Frauen ein deutlicher Anstieg des Psychopharmaka-Konsums bei ärztlicher Verschreibung zu verzeichnen ist.

kolu28a16Fachleute, die mit Süchtigen arbeiten, waren "überrascht", dass es während der Monate des strengen Einschlusses weniger Krankenhaus-Einweisungen in Folge von Drogenkonsum gab als erwartet. Ein Umstand, der keineswegs bedeutet, dass im März und April der Drogenkonsum abgenommen hat, "das Problem war lediglich unsichtbar ". Dies zeigte sich in der Deeskalations-Phase, als es zu einem Anstieg der Einweisungen kam, der weiterging, als die sogenannte "neue Normalität" erreicht war.

Was die Pandemie-Krise hinterlassen hat, ist eine Zunahme von "Notfall-Begleitung", insbesondere bei Pflegemaßnahmen bei psychischen Krankheiten. Die Studie erkennt, dass – "obwohl Telearbeit recht gut funktioniert hat und neue Technologien die Anpassung des Unterstützungs-Personals an diese neue Arbeitsweise erleichtert haben" – keiner der Befragten die Wichtigkeit des persönlichen Kontakts mit den Patient*innen in Frage stellt. So ist es bedauerlich, dass trotz der beobachteten Zunahme von Suchtfällen Dienste und Ressourcen von den Behörden geschlossen wurden.

Positiv ist die Tatsache, dass den Menschen, die sich in einer Situation größerer Gefährdung befanden, Unterkunft und Verpflegung angeboten wurde, obwohl dies zu wenig war. Eine zweite Kritik bezieht sich auf die Antwort, die den Verbraucher*innen von Primary Care angeboten wird. Zu den konkreten Kritikpunkten gehören die "schwierige Erreichbarkeit", der "Vorrang des Telefondienstes vor der persönlichen Betreuung" und die "Zunahme der Verschreibung von Psychopharmaka".

Eine weitere Folge der Pandemie ist eine stärkere Stigmatisierung und gesellschaftliche Ablehnung der Gruppen mit Suchterkrankungen, die schon vorher stärker gefährdet waren, wie Obdachlose, Gitanos, Migrantinnen, Gefangene und ehemalige Gefangene. (Olatz)

UND SONST: Die Zahl der Corona-Neuansteckungen geht zurück – Immer mehr illegale Feste in Madrid – Während ein linker Rapper wegen Beleidigung der Monarchie ins Gefängnis geht, wettert der spanische Faschismus gegen das “internationale Judentum“ als Schuldige für …

(2021-02-15)

COVID, INTERNET, VIDEOSPIELE

Der Lockdown des vergangenen Jahres hat zu einer speziellen Verschlechterung der persönlichen Situation von Süchtigen Anlass geführt. Und mehr noch: die Zahl der "Süchtigen" wurde durch die Pandemie erhöht. Konkret in Richtung von legalen Substanzen (Drogen) und Aktivitäten (Wetten).

kolu28a15Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung harter Drogen, zunächst aufgrund der Inhaftierung und später aufgrund der Mobilitäts-Einschränkungen (wie nächtliche Ausgangssperren oder die Unmöglichkeit, die Wohngemeinde zu verlassen) haben zweifellos eine entscheidende Rolle bei der Wahl weicherer Substanzen bei denjenigen gespielt, die auf Betäubungsmittel zurückgegriffen haben, um zu versuchen, mit der Pandemie fertig zu werden.
Eine Analyse warnt davor, dass eine der wichtigsten sozialen Veränderungen, die während der Pandemie festgestellt wurden, die Zunahme der Nutzung des Internets, sozialer Netzwerke und Videospiele war, da viel Zeit zu Hause verbracht werden musste. Damit verbunden ist ein "spektakulärer" Anstieg von süchtig machendem Online-Glücksspiel und von Pornografie, vor allem bei jungen Menschen.

Auch der Alkoholkonsum hat zugenommen, hauptsächlich motiviert durch Stress- und Angstsituationen. Hier gibt es sowohl neue Süchtige als auch Alkoholiker, die rückfällig geworden sind, während sie sich in einem Entgiftungs-Prozess befanden oder diesen sogar bereits hinter sich hatten. Ähnliches, wenn auch in geringerem Ausmaß, passiert bei Tabak- und Cannabis-Raucher*innen.

Ohne die Anti-Covid Schutz-Maßnahmen in Frage zu stellen, betonen Fachleute aus dem Bereich der Süchtigen-Betreuung, dass die Schließung der Gaststätten "dazu beigetragen hat, den sozialen Konsum" dieser Produkte im öffentlichen Raum zu reduzieren. Das Problem der Sucht jedoch keineswegs verringert, da sich der Konsum in den privaten Bereich verlagert hat. Eine Erscheinung, die "gefährlicher" ist, weil individuell und allein konsumiert wird. (Olatz)

PANDEMIE: Die dritte Welle sinkt auf 418 Fälle, Bizkaia verlässt die rote Zone – Der Richter bittet um Entschuldigung wegen seiner unglücklichen Bemerkungen über die Epidemiologen – Linke und Unabhängigkeits-Befürworter gewinnen die Wahl in Katalonien – Die Ansteckungen im Staat gehen zurück.

ABBILDUNGEN:

(15-02) Titel-Collage FAT
(15-02) Internet-Wetten
(16-02) Psychisch angeschlagen

 

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2021-02-16)

Für den Betrieb unserer Webseite benutzen wir Cookies. Wenn Sie unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies. Mehr Information