Die Rubrik ARCHITEKTUR ist die bisher letzte und neueste Kategorie bei Baskultur.info, sie beleuchtet baskische Architektur und Architekt/innen, die ihre Spuren im Baskenland hinterlassen haben - zum Guten wie zum Schlechten.
Tod des Architekten
Frank Gehry (*1929), der Architekt, der mit seinen titanischen Museum-Plänen Bilbao revolutionierte, starb am 5. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren. Der Kanadier entwarf unter anderem das Guggenheim-Museum von Bilbao. Mit den Jahren wurde das Museum zum wesentlichen Werkzeug für die Bizkaia-Hauptstadt, die Industrie-Krise der 1980er Jahre zu überwinden. Gehrys Guggenheim wurde zum Flaggschiff für die Wende von der Industrie zur Dienstleistung und sorgte für die weltweite Bekanntheit der Stadt.
Twintowers in Bilbao
Der japanische Architekt und Pritzker-Preisträger Arata Isozaki hat seine beruflichen Spuren auf der halben Welt hinterlassen. Auch in Bilbao. Bei der Ausschreibung für das Guggenheim-Museum Anfang der 1990er Jahre unterlag er dem Kanadier Frank Gehry. Dafür durfte er im selben Jahrzehnt über dem ehemaligen Stadtlager mit Zwillingstürmen das Tor zum bilbainischen Himmel konzipieren. Was nicht ohne Probleme vonstatten ging und zu einem Rechtsstreit mit dem Architektur-Kollegen Calatrava führte.
Geschichte von La Jarana
Der Hafen von Donostia (San Sebastian, Gipuzkoa) hat sich in den vergangenen 175 Jahren derart verändert, dass er nicht mehr wiederzuerkennen ist. Im 19. Jahrhundert war das Jarana-Viertel Lebens- und Arbeits-Mittelpunkt von Fischer-Familien, es war der wirtschaftliche Nabel der Stadt. Der technologische Fortschritt mit den Dampfschiffen vertrieb die einfachen Fischer und Handarbeiter, die Netz-Flickerinnen und Fisch-Verkäuferinnen und machte Platz für die heutigen Freizeit-Schiffe und Yachten.

Abriss oder Umbau der Kasernen?
Mit ihrer Zustimmung zum Haushalt der spanischen Regierung hat die baskische Regierungspartei PNV für die Stadt Donostia ein appetitliches Grundstück erkauft. In direkter Nähe des Zentrums befindet sich die historische Loiola-Kaserne der spanischen Armee. Sie wird nach dem Stimmendeal in den Besitz der Stadt übergehen. Ob die Gebäude abgerissen werden oder nicht, darüber besteht Uneinigkeit. Die Bauindustrie sieht einen dicken Fisch vor sich, die PNV ist bereit, ihn entsprechend zuzubereiten.
Baskisches Welt-Kulturerbe
Die Bizkaia-Brücke (baskisch: Bizkaiko zubia), auch bekannt als Vizcaya-Brücke, Hängebrücke, Colgante, Portugalete-Brücke oder Portugalete-Hängebrücke, ist eine gebührenpflichtige Fährbrücke, die zwischen 1887 und 1893 in privater Initiative erdacht, entworfen und gebaut wurde. Sie verbindet die beiden Ufer der Mündung des Nervion-Flusses auf der Höhe von Portugalete. Das Bauwerk wurde am 28. Juli 1893 eingeweiht. Es war die weltweit erste Brücke dieser Art, eine der acht, die noch erhalten sind.
Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell
Für das Konzept von Energiespar-Häusern wird ein deutscher Begriff benutzt: “Passivhaus“. Erstens, weil das Konzept von einem Deutschen mitentwickelt wurde und zweitens, weil es im Baskenland keine adäquate Übersetzung gibt. An einem zentrumsnahen Platz der baskischen Hauptstadt Vitoria-Gasteiz mit guter Verkehrsverbindung wird ein Gebäude mit 180 Wohnungen auf neun Etagen hochgezogen. Die sollen zuerst verkauft und dann kurz- und mittelfristig vermietet werden, an Studierende und Nachwuchs-Unternehmer.
Oteizas Insel-Traum
Rückblick auf das Bilbao der 1990er Jahre. Die Stadt hatte mit der Euskalduna-Werft ihr wichtigstes Stück Industrie verloren. Die Politik setzte auf Tourismus, man hatte den Zuschlag für ein futuristisches Museum in der Tasche, das Gebäude war bereits im Bau. Auf der zum Stadtteil Deustu zählenden künstlichen Halbinsel Zorrotzaurre zog der industrielle Niedergang ebenfalls seine Kreise, neue Ideen waren gefragt. Der Bildhauer Jorge Oteiza machte sich mit der Kreativ-Werkstatt Arteleku an die Arbeit.

Autoritäre Erneuerung gescheitert
1945 herrschte in Bilbao der Franquismus, der gültige Urbanismus-Plan stammte aus dem Jahr 1875. Siebzig Jahre ohne Aktualisierung machten neue Projekte dringend notwendig in der von Industrialisierung und Inmigration geprägten Tal-Stadt. Der franquistische Bürgermeister Zuazagoitia erarbeitete in Zusammenarbeit mit den Zentral-Behörden einen Plan, bei dem es nicht nur um die Stadt selbst gehen sollte, sondern gleich um den ganzen Großraum. Autoritarismus und Egoismus verhinderten die Umsetzung.