2013 bis 2025
Seit ihrem Start Ende 2013 wurde die Webseite BASKULTUR.INFO beständig erweitert und aktualisiert. Aus fünf Kategorien wurden sechs, aus 26 thematischen Sektionen wurden 42. Waren es zu Beginn vier Artikel im Monat, die online gingen, sind es mittlerweile bis zu 50 pro Monat. Dazu beigetragen hat nicht nur die kleine Redaktion von BASKULTUR innerhalb des Kulturvereins BASKALE, sondern auch die technologische Weiterentwicklung, die es ermöglicht, Texte in den “großen“ Sprachen maschinell zu übersetzen.
Das Informations-Portal Baskultur.info ist neben Feminismus, Migration, Anti-Tourismus und historische Erinnerung eines der Arbeitsfelder des 2010 gegründeten baskisch-deutschen Kulturvereins Baskale.
In einem kleinen Kreis von Mitarbeiter*innen war es zu Beginn undenkbar, aktuelle Berichterstattung zu betreiben. Die Publikationen beschränkten sich somit auf hintergründige Information, Aktualität in Form von Jubiläen oder Jahrestagen war eher die Ausnahme. Ein erster Schritt in diese Richtung war im Februar 2017 die Einführung einer regelmäßigen Kolumne – später “Baskische Ansichten“ genannt – in der baskische Tagesnachrichten zur Sprache kamen. Die Erfahrung war positiv: die Kolumne wurde zu einem monatlichen Artikel, der (fast) täglich mit einem Kurzbeitrag erweitert und aktualisiert wurde. Insbesondere während der Covid-Pandemie wurde die Kolumne zu einem vielgelesenen Beitrag bei Baskultur.
Nach der positiven Aufnahme durch das Publikum wurde das Kolumnen-Konzept auf andere Themen wie Antifaschismus, International, Militarisierung, Tourismus, Spanien erweitert, sodass es mittlerweile 11 Kolumnen-Berichte gibt, die regelmäßig aktualisiert werden.
POLITIK
In den Anfangsjahren wurden einzelne thematische Sparten wie Architektur, Wirtschaft oder Rezensionen hinzugefügt, an die wir im Moment des Starts 2013 nicht gedacht hatten. Zu einem großen Schritt im Frühjahr 2022 animierten uns erneut die Folgen der Pandemie, die wir teilweise in völligem Einschluss zu Hause erlitten hatten: neben Kultur und Geschichte sollte das Portal auch einen stärker politischen Charakter erhalten. Dies materialisierte sich in einer neuen (sechsten) Kategorie mit sieben Sektionen: Antifaschismus, Gewerkschaft, Gentrifizierung, Soziale Bewegungen, Repression, International und Spanien. Damit fand gleichzeitig die Selbstbeschränkung auf rein baskische Themen ihr Ende. Fortan widmeten wir uns (aus unserer Sicht) relevanten Themen rund um den Globus, wenn immer möglich mit einem minimalen baskischen Bezug, jedoch nicht um jeden Preis.
Diese Kategorie “Politik“ ist in vier Jahren derart gewachsen, dass dort mittlerweile die mit Abstand meisten Artikel zu finden sind, 552 gegenüber jeweils 276 bei Kultur und Geschichte. Dennoch haben wir unsere Ausgangs-Botschaft – baskische Themen für ein internationales deutsch-sprachiges Publikum – nie aus den Augen verloren. Diese Kategorie wurde inzwischen um zwei weitere Sektionen erweitert: “Militarisierung“ und “Alemania“. Diese beiden Ergänzungen (die letzte im Dezember 2025) sind nicht nur inhaltlicher Art, vielmehr stehen sie für Bereiche, die von enormer und Besorgnis erregender Aktualität geprägt sind.
SPRACH-ERWEITERUNG
Bevor wir die Hintergründe der letzten Erweiterung erklären, verdient eine zusätzliche Änderung im Portal ihre Erwähnung. Sie war nicht thematischer, sondern sprachlicher Art. Mit der Einführung von Berichterstattung auf Spanisch und später Baskisch haben wir eine zweite Anfangs-Regel gebrochen, in dem der deutschen Sprache nicht mehr das Monopol eingeräumt wird. Den Start zu dieser Entwicklung unternahmen wir erneut über die Kolumnen, sodass es nun jeweils eine spanische und eine deutsche Kolumne gibt zu den Themen Militarisierung, Antifaschismus und International, es folgten Artikel in spanischer Sprache, mittlerweile 120. Damit wurde die Informations-Richtung umgekehrt, der Süd-Nord-Berichterstattung haben wir die Nord-Süd-Information hinzugefügt, sprich: Information aus dem europäischen Norden für ein baskisch-spanisches Publikum.
BASKISCH
Auf Baskisch zu schreiben ist trotz erster Publikationen im Portal weiter ein Traum. Denn als Neu-Sprachler*innen sind wir in der Redaktion noch nicht in der Lage, in sauberem Baskisch zu schreiben, entsprechende Übersetzungs-Programme stehen bisher nicht zur Verfügung. Die Entscheidung, Publikationen aus anderen Medien zu veröffentlichen ist somit stärker dem Respekt gegenüber dem Euskara geschuldet als einem reinen Informations-Interesse. Dazu kommt die Kolumne “Euskaraberri“ (neues Baskisch).
MILITARISIERUNG
Sektion “Militarisierung“ – warum das denn? Alle Personen, die kein Interesse daran haben, demnächst in einem großen Krieg (Weltkrieg, Atomkrieg) unterzugehen, werden einfach nachvollziehen können, dass es als links-orientiertes Medium unser Interesse ist, gegen Zeitenwende, Wiederaufrüstung oder Kriegstauglichkeit zu informieren und zu mobilisieren. Denn als Teil einer sozialen Initiative – Kulturverein Baskale – geben wir nicht nur Information weiter, sondern versuchen gleichzeitig, unsere Zeitgenoss*innen zu praktischem Handeln zu animieren. Deshalb sind in der neuen Sektion nicht nur Berichte über die Machenschaften von Politik und Kriegsindustrie zu finden, sondern auch solche über Protest und Widerstand. Dazu rufen wir ausdrücklich auf – als Gesellschaft haben wir keine andere Überlebens-Chance. Dass wir aus dem Baskenland informieren und agitieren, interpretieren wir als Vorteil, denn in Euskal Herria sowie im spanischen und im französischen Staat existieren bessere Voraussetzungen für Gegenhaltungen: zum einen ist die gesellschaftliche Mobilisierung noch erfreulich stark, zum anderen ist die Zensur nicht so weit fortgeschritten wie zum Beispiel in England oder Deutschland, wo UNO-Berichterstatterinnen zensiert werden, wo nicht von Völkermord gesprochen werden darf und wo “vom Fluss bis zum Meer“ mit Gefängnis bedroht ist. Damit wären wir bei der 42sten und bisher letzten Erweiterung unseres Mediums.
ALEMANIA
Die Sektion “Alemania“ ist von zwei Kriterien geprägt: sie informiert nur auf Spanisch und nur über Deutschland und die dortige politische Dynamik. Diese Abteilung einzurichten hat zum einen mit unserem Ursprung zu tun, aber auch mit einem einfacheren Zugang zu den deutschen Medien. Die BRD war bisher als wirtschaftlicher Motor Europas bekannt, dieser Ruf ist mittlerweile angeschlagen. Stattdessen arbeitet die Mehrheit der parlamentarischen Kräfte der BRD daran, den fragwürdigen Status der stärksten Militärmacht Europas zu erlangen (die Nazis lassen grüßen) und Kriege vorzubereiten, zu führen und “zu gewinnen“ wie Politiker und Militärs dies immer offener aussprechen. Längst geht es nicht mehr um die viel beschworene Verteidigung, wer die Militär-Potenzen der NATO und von Russland kennt, weiß genau, dass zweitere zahlenmäßig deutlich unterlegen sind. Diese aggressive “Kriegstüchtigkeit“ geht einher mit einer Wiederannäherung an Positionen aus dem deutschen Faschismus, in Ungarn, Litauen oder der Ukraine werden Nazi-Kollaborateure von einst wie Helden gefeiert und deutsche Politiker (nicht nur von der AfD) stehen schweigend oder applaudierend daneben. Wir sprechen deshalb von einer Faschisierung der Politik, die zunehmend auf die Gesellschaft übertragen wird. Nicht nur in Deutschland, aber vor allem. Kein anderes europäisches Land hat zwei Weltkriege angezettelt und einen Holocaust im Curriculum. Russland hingegen wurde mehrfach überfallen und hat im letzten großen Krieg 26 Millionen Leben verloren. Für solche Positionen und Überzeugungen gibt es in der BRD die Schimpfworte “Putin-Versteher“ und “Antisemiten“ – hier im Süden sind wir noch nicht so weit und tragen dazu bei, dass es dazu nicht kommt.
Reader “Militarisierung“
Die Arbeit zum Thema Militarisierung hatte nicht nur viele Artikel in der Sektion zum Ergebnis, eine Arbeitsgruppe machte sich gleichzeitig die Arbeit, die interessantesten Artikel in die spanische Sprache zu übersetzen und daraus einen 125-seitigen Reader zu machen. Er besteht aus sieben Kapiteln, die sich vereinfacht in drei aufteilen: die Rüstungs-Bestrebungen, die Folgen der Militarisierung für den bürgerlichen Sozialstaat und die Widerstände gegen die Militarisierung. Basis der Übersetzungen waren Texte aus Europa und den USA, vor allem aus deutschen Medien. Der Reader wird im Baskenland in Papierform verkauft, über Internet kann er auch als PDF bestellt werden.
STATISTIK
Mit ein paar Zahlen wollen wir diese Bestandsaufnahme der Webportals Baskultur.info abschließen. Ende des Jahres 2025 standen auf der Seite 1.650 Beiträge zur Lektüre bereit, im Dezember 2024 waren es 1.282 gewesen. Im Jahr 2025 wurden 368 Artikel publiziert (2024: 208), im Schnitt jeden Tag ein Artikel. Dazu kamen 1.046 Kolumnen in 11 Sparten, fast drei Kolumnen pro Tag (2024: 244 Kolumnen). 2025 waren es insgesamt 1.414 Publikationen (2024: 452). Die Artikel teilen sich wie folgt auf die sechs Kategorien auf: Aktuell (6 Sektionen) 233 Artikel (+13 im Jahr), Künste (6 S) (+12), Kultur (8 S) (+20), Geschichte (7 S) (+31), Reisen (6 S) (+19), Politik (9 S) (+188). Vier Sektionen blieben ohne Neu-Publikation. Die Sektionen mit den meisten Veröffentlichungen sind International (156), Antifaschismus (119), Nachrichten (93), Spanienkrieg (87) und Kolumne (75). Die Redaktion freut sich über jeden Besuch, jede Verlinkung und Empfehlung. Urte gorri on!
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(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-01-08)
