waff1Von der Manufaktur zur Industrie

Die baskischen Institutionen haben sich die pro-europäische Parole der Wiederbewaffnung zu eigen gemacht, die Unternehmen nutzen dies, um sich die Taschen zu füllen. Mit dem Tod Geld zu verdienen ist keine neue Praxis, denn im kleinen Baskenland werden seit dem Ende des Mittelalters bis heute Bajonette, Pistolen, Gewehre, Maschinengewehre und Fliegerbomben hergestellt. Vorstellung einer Forschungs-Arbeit des Forschers und Historiker Iñigo Goñi Mendizabal von der baskischen Universität.

Eibar, Soraluze, Ermua, Elgoibar, Elgeta oder Orbaizeta sind mit der baskischen Waffen-Tradition und Waffen-Industrie genauso verbunden wie die heutigen Unternehmen SAPA, Sener, Indra, ITP Aero oder, Aernnova.

Der Minister für Industrie der baskischen Regierung, Mikel Jauregui, warnte bereits im März dieses Jahres, dass das Baskenland als “europäische Nation“ zum “Verteidigungs-Projekt beitragen“ müsse. Eine pro-europäische Botschaft, die Aufrüstung und Eskalation des Krieges, wie von den EU-Institutionen auferlegt, ohne Einschränkungen akzeptiert. Diese sehen hinter dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine eine Chance, der Rezession zu entkommen und die angeschlagene Industrie wieder anzukurbeln. Dabei scheuen sie sich nicht, direkt oder indirekt an Völkermord-Aktionen teilzunehmen, wie sie in diesem Jahrhundert bisher nicht zu erleben waren. (1)

Der Wirtschaftsminister der baskischen Regierung, der Sozialdemokrat Mikel Torres, erklärte seinerseits, dass “man angesichts dieser Gelegenheit nicht wegschauen darf” und wagte zu sagen, dass “die ideologische Haltung jedes Einzelnen eine andere Sache sei”. Er sagt dies als Vertreter einer Gesellschaft mit einer breiten antimilitaristischen Basis, die sich entschieden gegen die spanische Wehrpflicht aussprach und 1986 mit großer Mehrheit den Beitritt zur NATO ablehnte. Trotz der Ablehnung des Krieges durch die baskische Bevölkerung, die aktuell durch viele Demonstrationen gegen den Völkermord Israels an der palästinensischen Bevölkerung noch verstärkt wird, erzielen baskische Unternehmen Millionenumsätze in der Rüstungsindustrie, die im Baskenland historisch verwurzelt ist. Nach Angaben des spanischen Verteidigungs-Ministeriums produzieren rund hundert baskische Unternehmen für die Rüstungs-Industrie. Das Baskenland erzielt damit jährlich einen Umsatz von 750 Millionen Euro, womit es im spanischen Staat nach den Regionen Madrid und Andalusien an dritter Stelle liegt. Zu diesen Unternehmen gehören einige der führenden Firmen der Branche, die 3,5% des baskischen BIP ausmachen: ITP Aero, Sapa Placencia, Satlantis, Sener und Aernnova.

waff2Die weltweit laufenden Kriege unterstützen das, was Organisationen wie AntimilitaristakEH (EH = Euskal Herria = Baskenland) als “Vermarktung des Todes“ bezeichnen. Vor allem seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine – und dem Aufkommen der angeblichen “militarisierten Solidarität“ oder den europäischen Investitionen “für den Frieden“. Allein in den ersten vier Tagen der russischen “Invasion“ profitierten die “größten Händler des Todes“, die an der Börse notiert sind, bereits mit erheblichen Kursanstiegen von bis zu 53%.

Indra, eines der Unternehmen, die von der aktuellen Konjunktur am meisten profitieren, hat als drittgrößten Aktionär das Unternehmen SAPA des Aperribay-Clans (2) mit dem Präsidenten des Fußballclubs von San Sebastian, Real Sociedad, Jokin Aperribay, an der Spitze. Vor allem wegen seines großen Beitrags: dem Eurofighter, an dem auch ITP Aero beteiligt ist. Darüber hinaus haben ITP Aero, Sener und Sapa 2% der 10,7 Milliarden Verträge erhalten, die die spanische Regierung nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine unterzeichnet hat. Dies geht aus dem Bericht “Rearme 2022-2024” (Wiederbewaffnung 2022-2024) hervor, der von Opina360 für das Observatorium für nationale Sicherheit (Observatorio de Seguridad Nacional) erstellt wurde. ITP erhielt insgesamt 90,3 Millionen, während das Unternehmen der Sendagorta, das Ingenieurbüro Sener (3), das seine Wurzeln in einer der wohlhabendsten Familien des Baskenlandes hat, 81,2 Millionen erhielt. Die Aufträge an SAPA, in der Regel für den Bau von Panzern, belaufen sich auf 12,1 Millionen.

Gibt es historische Gründe, die diese Verbindung zwischen der Rüstungsindustrie und dem baskisch-navarrischen Gebiet über den Mythos der Waffenherstellung hinaus erklären, oder handelt es sich lediglich um eine internationale Trendwende, von der auch das Baskenland nicht ausgenommen ist? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach zu finden.

Kurze Geschichte der Waffen im Baskenland

Die Waffenindustrie, früher in deutlich kleinerem Maßstab als Waffenherstellung und später als quasi-Rüstungsindustrie, mit Serien-Produktion und für den Export, entstand im Baskenland im 16. und 17. Jahrhundert. Möglich wurde dies durch die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energiequellen, die für die Herstellung von Eisen und Fertig-Produkten geeignet waren. Das betont Iñigo Goñi Mendizabal, Historiker an der baskischen Universität und Forscher zu diesem Thema. Letztendlich ist die frühe Entwicklung des baskischen Eisen- und Metallsektors auf die Vorkommen an hochwertigem Eisenerz zurückzuführen, auf den Reichtum an Wäldern für die Herstellung von Holzkohle und das Vorhandensein von Wasserläufen mit relativ stabilem Durchfluss während des ganzen Jahres.

“Als am Ende des Mittelalters die ersten Feuerwaffen aufkamen, wurden diese ebenfalls in die baskische Fertigung integriert”, erklärt Goñi gegenüber der Zeitung Hordago. Dort entstand ein sozio-geografischer Raum, das Flusstal Deba, mit spezialisierten Waffenschmieden. Warum wurde ein solches Produkt in einem so begrenzten Bevölkerungsraum hergestellt? Erstens aufgrund der privaten Nachfrage und parallel dazu auch aufgrund der Versorgungs-Bedürfnisse der spanischen Krone. Der Uni-Professor erklärt dies anschaulich und erwähnt dabei zum ersten Mal den Ort Placencia de las Armas (bask: Soraluze), dessen Name kein Zufall ist: “Allmählich und als Folge der Vergrößerung der Armeen und des vermehrten Einsatzes von Arkebusen und Musketen in den Truppen der kastilischen Monarchie übten die Behörden aufgrund des strategischen Charakters dieser Produktion eine immer strengere Kontrolle aus. Dies führte 1572 zur Gründung der Königlichen Waffenfabriken von Placencia”. In Placencia (Gipuzkoa) befand sich die Verwaltung der Waffenproduktion der Monarchie. Die Schmiede entwarfen und fertigten die bestellten Waffen, ein Beamter genehmigte sie und die Krone verwaltete sie. „Wir sprechen also von einer privaten Produktion unter öffentlicher Kontrolle“, betont Goñi.

In der Zeit der Kontrolle durch die Krone war die Produktion für die nichtmilitärische Bevölkerung stark eingeschränkt. Erst im 17. Jahrhundert, mit der Gründung der Real Armería de Tolosa, einer öffentlichen Einrichtung mit von der Regierung bezahlten Arbeitern, wurden Verteidigungs-Waffen (Rüstungen und Schilde) und einige Blankwaffen (Messer, Dolche, Säbel) hergestellt. Zur gleichen Zeit entstanden in Navarra zwei Fabriken. Zum einen die königliche Munitionsfabrik von Eugi. Laut Goñi wurden für diese Fabrik Handwerker aus Mailand geholt. Von dieser Stadt in der Lombardei war die Munition bis dahin importiert worden. An zweiter Stelle stand die königliche Waffenfabrik von Orbaizeta.

waff3Goñi erklärt, dass die heutige Industrie wenig mit der damaligen zu tun hat. Der Spanienkrieg von 1936 bis 1939 war ein Wendepunkt, die soziopolitischen Veränderungen und technischen Entwicklungen des Sektors führten zu einem Wandel. Die Ereignisse des 19. Jahrhunderts ermöglichten die Entwicklung des Waffenherstellungs-Bezirks Eibar, zu dem auch Soraluze gehört. Die wichtigsten Veränderungen sind laut Goñi folgende: 1) Das Ende des Zunft-Systems und der Niedergang der Königlichen Fabriken. 2) Die Entwicklung der Waffenherstellung für den privaten Markt. 3) Die Liberalisierung der Produktion von Militärwaffen. 4) Die Entwicklung des Sektors nach dem Dritten Karlistenkrieg (1872–1876): das Verschwinden der Militär-Produktion und die Spezialisierung auf Jagd- und Selbstverteidigungs-Waffen. Man kann keine direkte Linie zwischen einem Handwerks-Waffenschmied aus Eibar im 16. Jahrhundert und einem Kaufmann ziehen, der Aktien hortet und den Krieg aus der Ferne genießt. Aber es gibt einen Zusammenhang: die Munition, das Land der Munition, denn Munition bedeutet Arbeitsplätze.

Eibar als Mythos

In Eibar als Waffenherstellungs-Gebiet – Eibar, Ermua, Elgoibar, Elgeta, Placencia de las Armas (Soraluze) und in geringerem Maße auch in Berriz und Zaldibar – entstanden laut Goñi mehr oder weniger bescheidene Werkstätten, in denen Schrotflinten und Pistolen von Hand, nach Maß, als Designerstücke und später in Serie hergestellt wurden, bevor einige der erfolgreicheren unter ihnen zu Fabriken für Fahrräder oder Mopeds, Nähmaschinen oder Haushaltsgeräte umgebaut wurden. Der Nobel- und Pulitzer-Preisträger Ernest Hemingway, berühmt für seine Bücher, liebte den heute weitgehend verpönten Sport der Groß- und Kleinwild-Jagd. Auf seinen Reisen durch die Iberische Halbinsel kam er mehrmals nach Eibar, wo er sich mehrere handgefertigte Waffen zulegte. Er traf dort den aus Eibar stammenden Victor Sarasqueta, einen Waffenhersteller, der maßgeblich das positive, freundliche Gesicht einer Beziehung prägte, nämlich der zwischen dem Baskenland und dem Kriegsgeschäft, die laut der bahnbrechenden Forschung von Goñi im 16. Jahrhundert entstand und bis heute andauert.

Der Mythos könnte mit “Sarasqueta, Cortaberría & Co.“ (4) begonnen haben, einem Waffenhersteller, der etwa 60 Arbeiter beschäftigte, die jährlich 10.000 Waffen herstellten. Nach dieser unternehmerischen Erfahrung machte sich Victor Sarasqueta selbstständig, um sich ausschließlich der Herstellung von Jagdgewehren zu widmen. Der Mythos lebt weiter: Es heißt, seine Hingabe zum handwerklichen Design der Waffe sei so groß gewesen, dass er eine fertige Schrotflinte wieder zerlegte, als er eine Kerbe an ihr entdeckte. Wie konnten die Arbeiter das nur übersehen haben!

Sarasqueta arbeitete ab 1912 mit der Waffenschmiede-Schule zusammen. Das Ziel der neu gegründeten Einrichtung war es, Arbeiter auszubilden, um den Anforderungen einer boomenden Industrie gerecht zu werden. Laut Goñi wollte er die Qualifikation der Arbeitskräfte verbessern, die bis dahin durch eine Ausbildung in der Werkstatt erfolgte. Die Schule war ein imposantes Gebäude, das später während des Spanienkriegs zerstört wurde. Ihr erster Präsident war Valentín Orbea, bis dahin auch Direktor der nach Mitarbeiterzahl größten Waffenfabrik, der Fabrik “Orbea Hermanos“ (Geschwister Orbea). Orbea profitierte vom Ersten Weltkrieg (in dem Spanien neutral war) und exportierte bis zu 725.183 Revolver. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um historische Ausnahmen. “Wir dürfen nicht vergessen, dass in Eibar keine Kriegswaffen hergestellt wurden und dass der Verkauf so vieler Handfeuerwaffen während des Konflikts (mehr als zwei Millionen) eher ein Zufall war“, erläutert Goñi. Als es wenige Jahre später mit der Fabrik Orbea nicht mehr so gut lief, teilte sich das Familien-Unternehmen in zwei Teile: Das eine stellte Fahrräder her, das andere führte die Waffenproduktion fort.

Allein in der Waffen-Manufaktur von Eibar wurde 1909 rund eine halbe Million Waffen hergestellt – 44.492 Gewehre aller Art, 25.747 Pistolen, 429.308 Revolver, 1.420 Remington, laut Daten des Experten für Waffengeschichte Igor Goñi, die zuvor vom Dramatiker und Journalisten Gregorio de Mujika in einer Monografie aus dem Jahr 1908 zusammengestellt wurden. In Eibar wurden Pistolen entworfen und hergestellt, die später von den Chinesen während ihres Bürgerkriegs zum Einsatz kamen oder von den Mitgliedern der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT.

waff4In dieser Stadt waren die meisten Waffen-Manufakturen – nach Angaben aus dem Jahr 1914 – relativ klein: Die meisten hatten weniger als 50 Mitarbeiter, nur einige hatten mehr als hundert Arbeiter – Arizmendi und Goenaga, Hijos de José J. Aldazabal. Ein Unternehmen hatte zweihundert – Garate, Anitua y Compañía (G.A.C.), später Hersteller von Mobylette und Fahrrädern. Und eine weitere, die bereits erwähnte Firma Orbea, hatte mehr als 400 Mitarbeiter. Zwar konnten sie nicht mit den Colts, Smiths & Wessons konkurrieren, aber China und der Balkan waren Ausnahmen und nahmen diese Waffen ab. In China, das sich seit Jahren im Krieg befand, war man begeistert von der Mauser C96, deren Munition einen Weitschuss ermöglichte und die mit einem Schaft versehen werden konnte und so bei Bedarf zu einem Karabiner umgebaut werden konnte. Dadurch konnte zudem die Blockade Japans umgangen werden. Aus diesem Grund sah STAR, Bonifacio Echeverría S.A., aus Eibar die Chance, seine Pistolen so anpassungsfähig wie die Mauser zu machen. Er fügte ihnen die Möglichkeit hinzu, als Maschinenpistolen eingesetzt zu werden. Der Mythos von Eibar in den Händen eines chinesischen Guerillakämpfers. Was wollte man mehr? Nun, dass das Modell beispielsweise zur bevorzugten Waffe der Mitglieder der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT wurde und im Spanienkrieg zum Einsatz kam. Und so kam es auch.

Es gab auch Unternehmen, die über die Herstellung von Pistolen und Gewehren hinaus gingen. Esperanza Companía, Anfang der 1920er Jahre von Juan Esperanza gegründet, widmete sich laut Goñi hauptsächlich der Herstellung von Mörsern für die spanische Armee. Ein besonderer Fall ist das Unternehmen Talleres de Guernica, das Flugbomben für den Staat herstellte – ausgerechnet jene Stadt, die Jahre später mit einem massiven Luftangriff zerstört werden sollte.

Was die Produktion von schweren Waffen angeht, ist die Sociedad Española de Construcción Naval zu nennen, da sie mit der Idee gegründet wurde, sich am Bau von Kriegsschiffen für die Marine zu beteiligen. An ihrer Gründung waren bedeutende baskische Unternehmen wie die Banken von Bilbao und Bizkaia, Altos Hornos Bizkaia (Hochöfen Bizkaia) und Basconia (Stahlunternehmen) beteiligt. 1916 wurden die Werften von Sestao eingeweiht, die sich einige Jahrzehnte später auf die Produktion von Handelsschiffen konzentrieren sollten. Darüber hinaus stellte die damalige SAPA, Tochtergesellschaft eines britischen Unternehmens, Artillerie-Munition sowohl für die Armee als auch für die Marine her.

Eine letzte Frage an Professor Goñi: Welche kulturellen, wirtschaftlichen oder identitäts-stiftenden Spuren hat dieser Industriezweig in der baskisch-navarrischen Vorstellungswelt und Erinnerung hinterlassen? Die Antwort: Es ist offensichtlich, dass die Vergangenheit in jeder Gemeinschaft kulturelle, wirtschaftliche und identitäts-stiftende Spuren hinterlässt. In der Wirtschaft wird häufig der Begriff “Pfadabhängigkeit” verwendet (5). Das bedeutet, dass die Ereignisse der Vergangenheit in gewisser Weise die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft beeinflussen. Wir sprechen hier nicht von Determinismus, es ist nicht festgelegt, was passieren wird, aber es hat einen Einfluss. Einfach ausgedrückt: Wenn in einer Gemeinschaft (Dorf, Stadt, Region) seit Generationen Eisenprodukte hergestellt werden, ist es naheliegender, dass sich die Wirtschaft in Zukunft eher auf Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Eisenprodukten konzentriert als beispielsweise auf die Herstellung von Textilien.

Die Erfahrung, das Wissen, die Qualifikation der Arbeitskräfte oder sogar die verfügbare Infrastruktur machen dies zu einer Selbstverständlichkeit – dies kann manchmal positiv sein, wenn dadurch neue Aktivitäten entstehen, manchmal aber auch negativ, weil man vielleicht an einer Aktivität festhalten will, die keine Zukunft mehr hat. Aber wie gesagt, es muss nicht so kommen, denn es gibt noch andere Faktoren, die nicht von den lokalen Akteuren abhängen.

Der Prozess der Tertiarisierung (Strukturwandel einer Volkswirtschaft von einer Industrie- zu einer Dienstleistungs-Gesellschaft), der in einigen baskischen Orten wie Barakaldo oder Eibar nach der Krise der 1980er Jahre stattgefunden hat, ist ein Beispiel dafür. Ebenso ist es nicht einfach, diese Tendenzen zu ändern, sowohl aus wirtschaftlichen Gründen (z.B. infolge einer Krise, die uns zwingt, unsere Industrie auf andere Produkte umzustellen) als auch aus anderen Gründen, wie z.B. ethischen oder moralischen Überlegungen: In Eibar war die Reduzierung der Waffenproduktion und ihre Ersatz durch andere Produkte ein Prozess, der Jahrzehnte dauerte.

ANMERKUNGEN:

(1) Große Teile der Information dieses Artikels sowie alle Zitate stammen aus “Del mito armero vasco a la industria militar moderna“ (Vom Mythos der baskischen Waffenschmiede zur modernen Rüstungs-Industrie), El Salto Diario, 2025-12-25 (LINK)

(2) SAPA ist die Abkürzung für “Sociedad Anónima Placencia de las Armas”, eine Aktiengesellschaft mit Sitz im Ort „Placencia de las Armas“ (auf baskisch: Soraluze), in der Provinz Gipuzkoa, Euskadi. Geschäftsführer ist Jokin Aperribay. Die Familie Aperribay ist eine einflussreiche baskische Unternehmerfamilie, die vor allem durch Jokin Aperribay, den derzeitigen Präsidenten des Fußballvereins Real Sociedad, bekannt ist.

(3) Sener ist ein privates Ingenieur- und Technologieunternehmen, das in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Mobilität und Infrastruktur tätig ist. Gegründet 1956 und bis heute geführt wird das Unternehmen von der einflussreichen baskischen Familie Sendagorta.

(4) Historische Feuerwaffenfabrik, gegründet 1890 von Víctor Sarasqueta in Zusammenarbeit mit Francisco Cortaberría und José Uribar in Eibar.

(5) Pfad-Abhängigkeit (path dependence) ist ein Konzept aus den Sozialwissenschaften, das erklärt, wie vergangene Entscheidungen und Ereignisse, die oft initial und manchmal willkürlich sind, zukünftige Optionen und Ergebnisse stark beeinflussen und dadurch Wege schaffen, die aufgrund von Trägheit, positiven Rückkopplungseffekten und hohen Übergangskosten nur schwer zu ändern sind, selbst wenn es bessere Alternativen gibt. Dies gilt für Institutionen, Technologie (wie die QWERTY-Tastatur), Politik und wirtschaftliche Entwicklung und zeigt, dass “Geschichte eine Rolle spielt“.

ABBILDUNGEN:

(1) Baskische Waffen (egoibarra)
(2) Baskische Waffen (elsalto)
(3) Waffen-Museum (elcorreo)
(4) Fabrik Eibar (elsalto)

(PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-01-20)

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