Die Kategorie REISEN berichtet über alternative und sozial verantliche Formen des Reisens und stellt Reiseziele auf kritische Art vor. Im Vordergrund steht der alternative Zugang zu bekannten Städten, daneben Besuchsziele, die nicht von Massenandrang geprägt sind, sich an baskischer Kultur orientieren, ökologischen Charakter haben und dazu beitragen, nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen oder zu erhalten, insbesondere ländlicher Tourismus und Kooperativen-Projekte. Weitere Themen sind Ökologie und Reisekultur im Allgemeinen, die Geschichte des Tourismus in den baskischen Großstädten, aktuelle Tendenzen des Tourismus, alternative Stadtführungen, Kleinstädte und Dörfer, die Geschichte von Höhlen, der Jakobsweg, Meereskultur, Welt-Kulturerbe, Naturschutz- und Biosphären-Gebiete, interessante Ausflüge abseits der Metropolen, sowie Reiseberichte.
Land der sieben Provinzen
Zu Beginn des Jahres 2025 hat der Berliner Trescher-Verlag ein bemerkenswertes Reisebuch herausgegeben: “Baskenland“. Wer ein reines Reisebuch erwartet, wird überrascht werden, denn Autor Jens Wiegand legt interessierten Leser*innen nicht nur Reise-Nützliches vor, sondern gleichzeitig eine Portion Wissen über Geschichte und Kultur. Einzigartig am Buch ist auch, dass die spanisch-französische Staats-Grenze überschritten wird und von Euskal Herria als kulturell-historischer Einheit die Rede ist.
Von Kurt Tucholsky
Nach der Erkundungsreise im Jahr 1925 erschien 1927 Kurt Tucholskys kleiner Band “Ein Pyrenäenbuch“. Dafür war er im Spätsommer und Frühherbst von seinem damaligen Wohnort Paris aus zwei Monate lang durch das französisch-baskische Grenzgebirge gereist. In 25 Einzeltexten erkundet Tucholsky Bergnatur, Städte, Gasthöfe, Hotels, Bäder, Historisches. Herausragend seine Stierkampf-Erfahrung und die Beschreibung des Heiligenortes Lourdes. Im Vordergrund stehen allerdings die Menschen, denen er begegnet.
Lisa Fittko im Widerstand 1940/41
In ihrem autobiografischen Werk “Mein Weg über die Pyrenäen“ beschreibt die jüdische Widerstands-Kämpferin Lisa Fittko eine Lebensetappe im Kampf gegen die Nazis, die im Mai 1940 einen Teil Frankreichs besetzt hatten. Von Paris ins baskische KZ Gurs gesteckt folgt eine Odyssee durch die Pyrenäen bis Banyols und Marseille. Lisa und Ehemann Hans unterbrechen ihre eigene Rettung, um Nazi-Verfolgte über die spanische Grenze in Sicherheit zu bringen. Über Portugal gelangen sie nach Kuba und in die USA.
Vier Leichen auf ein Mal
Der Kriminalroman “Baskischer Tod“ spielt in den von Tourismus geprägten baskischen Küstenstädten Zarautz und Getaria. Comisario Ibara entdeckt zufällig vier Leichen. Weil die Aufklärung nicht in seine Zuständigkeit fällt, wird aus Bilbao ein Mordermittler geschickt, dessen Hauptinteresse ist, möglichst schnell einen Täter zu präsentieren, ob der Fall damit aufgeklärt ist oder nicht. Da schlägt Ibaras große Stunde. Mit wenig Spürsinn, aber gründlichen Nachforschungen klärt er die vier Morde auf.
Interview Mumia Abu-Jamal / Jennifer Black
Unter dem Titel “Die imperiale Kolonialgeschichte hinterfragen. Die weiße Vorherrschaft brechen“ publiziert die Junge Welt ein Gespräch von Jürgen Heiser mit Jennifer Black und Mumia Abu-Jamal. Jennifer Black ist aktiv in der US-amerikanischen Antiknast-Bewegung. Der Autor und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal sitzt seit 43 Jahren als politischer Gefangener in US-Haft“. Titelfoto: Keine Gerechtigkeit seit 1619: Erinnerung an die ersten nach Amerika verschleppten Sklaven (Philadelphia, 4.7.2020).
Suche nach Molas Tagebuch
Der baskische Journalist Pello Guerra hat mit “Molas Tagebuch“ seinen achten Historien-Roman vorgelegt. Pello Guerra lässt mit seiner Publikation im Pamiela-Verlag seine üblichen Themen im Zusammenhang mit dem Königreich Navarra hinter sich, um sich dem Iruñea (Pamplona) des Jahres 1937 zu widmen, das durch den militärischen Triumph Francos und die Figur des Putschisten-Generals Emilio Mola geprägt ist. "In 'Molas Tagebuch' mische ich die Genren historischer Roman und Kriminalroman", verkündet der Autor.
Feministische Theorie und Praxis
“Das öffentliche System muss vollständig von der öffentlichen Hand und ohne private Unternehmen verwaltet werden“ – in ihrem Buch “Gegen das Patriarchat“ (Katakrak) und in einem Interview mit El Salto Diario analysiert María Pazos, feministische Aktivistin, Ökonomin und Autorin die durch die Covid-Pandemie hervorgerufenen Veränderungen in der Gesellschaft, den Stand der feministischen Bewegung, den Vorschlag eines öffentlich-gemeinschaftlichen Systems und die Grenzen institutioneller Politik.
Nazikrieg im Baskenland
Der Roman “Maites Schweigen“ beginnt an seinem Ende. Mit dem Tod eines seiner Protagonisten. Von dieser verhängnisvollen Nachricht an wird die Geschichte von hinten aufgerollt, Personen, Beziehungen, Schicksale und Zusammenhänge ergeben langsam ein Bild. Im Mittelpunkt steht Hanne, um die sechzig, die ihre persönliche Geschichte aufarbeiten will. Insbesondere die ihres Vaters, Flieger bei der Legion Condor. Den hatte sie nie gekannt, als ihre Mutter schwanger war, verlor er im Krieg das Leben.