
Wasser, bitte!
August ist ein trister Monat. Wer keine Kohle hat, um in die Karibik zu fliegen, ein Kreuzfahrtschiff zu chartern oder eine Villa auf Mallorca zu mieten, findet sich in seiner Stadt schnell in der Minderheit wieder. Die Altstädte, Fluss-Promenaden und Museums-Umgebungen sind voller Reisender aus aller Welt, die offenbar bessere Einkünfte haben. Der Weg zum Supermarkt ist von Free-Tour-Gruppen verstopft, die sich unsinnige Geschichten anhören. Bis die Fiesta beginnt – und alles wird anders.
Die Zeiten, als Fiestas aus einem katholischen Umzug, zwei Gottesdiensten und einem Empfang des vom Regime auserwählten Bürgermeisters bestanden, sind definitiv vorbei. In Kirchen finden heute Rockkonzerte und feministische Kabarets statt.
(2026-08-02)
EUSKARA VON KI BEDROHT
Chaos und sprachliche Ausgrenzung: Die UNO sieht im rasanten Fortschritt der Künstlichen Intelligenz große Risiken für kleine Sprachen wie das Euskara. Im ersten Bericht des Unabhängigen Wissenschaftlichen Gremiums der Vereinten Nationen zum Einsatz künstlicher Intelligenz ist von Kontrollverlust die Rede und von „systematischer Ausgrenzung von Sprachen“. Damit sind sicher nicht Weltsprachen wie Englisch, Französische oder Chinesisch gemeint, sondern kleinere Sprachen wie Baskisch. Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich zu „zunehmend autonomen“ Systemen, die „tiefgreifende Auswirkungen“ auf Wirtschaft, Sicherheit und Menschenrechte haben werden, so der im Juli veröffentlichte erste Bericht des Unabhängigen Wissenschaftlichen Gremiums der Vereinten Nationen zu diesem Thema.
Das Dokument von vorläufigem Charakter schafft eine Ausgangsbasis zum aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz. Darin wird davor gewarnt, dass sich diese Technologie von „Systemen, die auf die Vorhersage von Mustern ausgerichtet sind“ zu „anderen Systemen, die in der Lage sind, in verschiedenen Kontexten zu denken, zu planen und zu handeln“ entwickelt hat, was den Weg für „eine neue Generation operativ autonomer digitaler Akteure“ möglich macht.
Das Gremium setzt sich aus insgesamt 40 Experten zusammen, Mitvorsitzender ist der Forscher Yoshua Bengio, der aufgrund seiner Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen neuronalen Netze als einer der Väter des „Deep Learning“ gilt. In diesem Zusammenhang vertritt das Gremium die Ansicht, dass die Entwicklung der KI auf „Systeme hinzielt, die Aufgaben koordinieren, mit realen und virtuellen Umgebungen interagieren und sich in Wirtschafts- und Produktions-Prozesse integrieren werden“. Dieser Wandel, so heißt es in dem Text, werde die Entstehung einer „digitalen Arbeitskraft“ mit sich bringen, mit „Auswirkungen, deren Ausmaß noch schwer abzuschätzen ist“. Eine zweite Mitvorsitzende ist die philippinische Journalistin und Friedens-Nobelpreisträgerin Maria Ressa.
HERAUSFORDERUNGEN
Eines der Hauptrisiken, welches das Gremium identifiziert, ist „die Kluft zwischen der Entwicklung von Fähigkeiten und der Fähigkeit zur Bewertung und Kontrolle“. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die KI schneller voranschreitet als die Instrumente, mit denen sie gemessen und auf ordnungsgemäße sowie sichere Funktionsweise überprüft wird: „Aktuelle Systeme haben zunehmend Schwierigkeiten, Modelle zu bewerten, die sich schneller weiterentwickeln als die zu ihrer Messung verfügbaren Instrumente, was ihre Überwachung erschwert.“
Zudem lernen einige Modelle bereits, „ihre Leistung in den Bewertungs-Systemen selbst zu optimieren“, was „die Zuverlässigkeit der Tests mindert und ein Überdenken der Kontroll- und Prüfungssysteme erforderlich macht“. In wirtschaftlicher Hinsicht betrachtet das Gremium KI als „Allzweck-Technologie“ mit „transformativem Potenzial“, betont jedoch, dass positive Auswirkungen nicht garantiert sind. Dem Bericht zufolge „hängen die Vorteile von ihrer Einführung, der Neuorganisation der Arbeit in den Unternehmen und den Investitionen in ergänzende Kompetenzen ab“.
DESINFORMATION UND AUSGRENZUNG
Zudem warnt das Gremium vor den Auswirkungen der KI auf das Informations-Ökosystem, insbesondere durch die Verbreitung von Deepfakes und anderen mit dieser Technologie erstellten Inhalten, und weist darauf hin, dass diese Systeme zu einer „fortschreitenden Aushöhlung der Fähigkeit, zwischen authentischen und falschen Informationen zu unterscheiden“, beitragen, insbesondere wenn sie mit „Empfehlungs-Algorithmen und personalisierter Überzeugungsarbeit“ kombiniert werden.
Im sozialen Bereich hebt der Bericht sprachliche und kulturelle Ungleichheiten hervor, da die meisten Modelle vor allem auf Englisch und in einer begrenzten Anzahl von Sprachen funktionieren. Dies führt zu einer „systematischen Ausgrenzung von Tausenden von Sprachen und Gemeinschaften“. Das Dokument warnt zudem vor dem zunehmenden Einsatz von KI im Bereich der psychischen Gesundheit, einem Feld, in dem „die Einführung die wissenschaftlichen Erkenntnisse überholt“, was für die Nutzer Risiken wie „emotionale Abhängigkeit, unangemessene Reaktionen in kritischen Situationen und einen Mangel an angemessener klinischer Aufsicht“ mit sich bringt. Das Gremium kommt zu dem Schluss, dass die globale Regulierung der KI nach wie vor „fragmentiert“ ist und die derzeitigen Mechanismen „unzureichend“ sind, und fordert daher die Einführung von „Standards für Bewertung, Prüfung und Aufsicht“. (naiz-baskultur)
(2026-08-02)
URSACHEN DER BRÄNDE
Baskische Betrachtungen: Die Prävention zur Bekämpfung der verheerenden Brände, die durch den Klimawandel ausgelöst werden, erfordert strukturelle Veränderungen in der Politik zur Wiederbelebung des ländlichen Raums und im Modell des Primärsektors, hohe Investitionen in Personal und Mittel zur Brandbekämpfung. Es geht nicht darum, ob die Brände böswillig ausgelöst werden, von kranken Brandstiftern oder von rücksichtlosen Leuten, die aus Wald Bauland machen wollen. Es geht um Prävention. Seit Jahren erleben wir die Kürzung von Geldern für Feuerwehren, Kürzungen bei Waldbrand-Brigaden, um Feuerwehrleute unter miserablen Arbeitsbedingungen … völlig unverantwortlich angesichts der gefährlichen klimatischen Entwicklung. Diese Tätigkeiten sind unverzichtbar! Das sind Arbeitsplätze für Landbewohner, an Orten, wo es schwierig ist, Arbeit zu finden. Hinzu kommt eine forstwirtschaftliche Politik, die sich stark auf industriellen Monokultur-Anbau von Baumarten wie Kiefer oder Eukalyptus konzentriert – als würde man Streichhölzer im Wald verstreuen. Aber forstwirtschaftliche Realität. Die Ursachen der Großbrände reichen Jahrzehnte zurück und sind auf Faktoren zurückzuführen, die die aktuelle Situation direkt beeinflussen. Zwei Ursachen entstanden noch vor den großen Auswirkungen des Klimawandels.
LANDFLUCHT
Binnen-Migrations-Bewegungen des letzten Jahrhunderts waren die Folge der Industrialisierung der Wirtschaft auf der Grundlage von Kohle, Erdöl und Erdgas. Diese drei Grundstoffe der CO₂-Emissionen haben einen durch industrielle Aktivitäten des Menschen verursachten Klimawandel hervorgerufen. Das Ergebnis sind verlassene oder entvölkerte Dörfer, deren Einwohner zum Großteil seit langem im Ruhestand sind. Aber je weniger Menschen auf dem Land leben, desto geringer ist Wachsamkeit. 100 Einwohner entdecken eine Rauchsäule eher als fünf. Je früher eine Rauchsäule entdeckt wird, desto früher wird Alarm geschlagen; je früher Alarm, desto früher die Löscharbeiten. Ganz einfach. Angesichts der aktuellen klimatischen Lage breiten sich Brände aufgrund hoher Temperaturen, stärkerer Sonneneinstrahlung, längerer Dürreperioden sowie häufiger und intensiver Winde heftiger und schneller aus. Jedes Gebiet wird anfälliger für Brände, die immer heftiger ausfallen. Notwendig ist ein Generationswechsel vor Ort. Die Wiederbevölkerung des ländlichen Raums durch Landwirte und Hirten ist heute wichtiger denn je. Die Klima-Lage erfordert staatliche Vereinbarungen mit einer Perspektive von 40 bis 50 Jahren.
MODELLWECHSEL
Der Wandel im Produktionsmodell des Primärsektors war in den letzten 50 Jahren so tiefgreifend, dass dieser Sektor die präventiven Funktionen (wirtschaftliche, ökologische, soziokulturelle), die er früher erfüllte, nicht mehr wahrnimmt. Die extensive Viehhaltung besteht aus kapitalistischen Produktionsmodellen, der Beruf des Hirten ist so gut wie verschwunden. Ein Hirte, der von und mit seiner Herde lebt, ist eine Person, die die Herde zu Orten lenkt, an denen die meiste Vegetation vorhanden ist. Die Herde frisst diese Vegetation und düngt den Boden, verbessert ihn und sorgt dafür, dass er mehr Wasser speichert. Feuchter Boden ist Brandschutz. Extensive Viehhaltung ohne Hirten lenkt die Herden nicht, sondern folgt. Eine Herde von Pflanzenfressern verwaltet die Weideflächen nicht, die Herde weidet dort, wo es ihr gefällt, nicht unbedingt dort, wo es nötig ist. Ohne lenkenden Hirten gibt es keinen effizienten Weideplan zur Brandverhütung.
Die Landwirtschaft am Rande der Dörfer schuf landwirtschaftliche Produktionsringe, die Feuer von Wohnhäusern fernhielten. In den vom Dorf am weitesten entfernten Gebieten wurden Getreide und Hülsenfrüchte angebaut, zusammen mit Weideflächen zum Weiden und Mähen. Diese land- und viehwirtschaftlichen Flächen bildeten ein mosaikartiges Muster: Flächen mit geringem Entzündungspotenzial, die einzelne Waldgebiete voneinander trennten. Interessant ist, die Heftigkeit und Geschwindigkeit eines Feuers in einem Kiefernwald zu beobachten und zu sehen, wie sich dasselbe Feuer abschwächt und verlangsamt, sobald es auf einen Eichenwald trifft. Mehr Zeit bedeutet größere Chance auf Löschung. Wir haben also zwei Modelle zur Auswahl: ein forstwirtschaftliches Modell für schnelles und leicht verdientes Geld (schnell brennbar) gegenüber einem forstwirtschaftlichen Modell für langsam verdientes Geld (weniger brennbar).
JAHRZEHNTELANGE WARNUNGEN
Führende Experten, Wissenschaftler und interdisziplinäre Forscher warnen schon seit Jahrzehnten. Im Alltag bestätigen sich viele ihrer Hypothesen seit Jahren. Fragen Sie irgendeinen Landwirt nach seinen Ernten, irgendeinen Viehzüchter nach seinen Weiden, irgendeinen Forstarbeiter nach Wäldern und Flüssen, irgendeinen auf Biodiversität spezialisierten Biologen oder irgendeinen Waldbrandbekämpfer … alle haben die Häufigkeit und Schwere dieser Veränderungen bemerkt. Der Klimawandel ist gekommen, um zu bleiben. Wir wissen weder, für wie lange, noch wie viele Quadratkilometer verbrennen, noch wie viele Häuser überflutet oder wie viele Ernten zerstören werden. Was wir wissen: dass die Zerstörungskraft so groß ist, dass selbst die fortschrittlichsten Technologien nicht in der Lage sind, ihn einzudämmen. Deshalb brauchen wir strukturelle Veränderungen in der Politik zur Wiederbelebung des ländlichen Raums und im Modell des Primärsektors. Wir brauchen Investitionen in Personal und Mittel zur Brandbekämpfung und Prävention von Bränden und anderen Wetterereignissen, sowie einen interdisziplinären Plan, um dieser neuen Realität begegnen zu können. Zum Abschied eine Formel zur Brandprävention: die „30er-Regel“: Bei Temperaturen über 30 Grad, Windgeschwindigkeiten über 30 km/h und einer Luftfeuchtigkeit unter 30 % sollten wir wachsam sein. Die Gefahr ist groß. (naiz-baskultur)
(2026-08-02)
KEINE HOCHSPANNUNGS-LEITUNG
Die baskische Regierung verweigert dem Unternehmen Solaria die Genehmigungen für den Bau von 19 Photovoltaik-Anlagen in der Provinz Araba sowie für die dazugehörige Übertragungs-Infrastruktur. Die Anlage sollte Bizkaia mit Strom aus Solaranlagen versorgen. Das von Solaria vorangetriebene Projekt zum Bau von rund dreißig Solarkraftwerken in Araba und Burgos steht damit fast vor dem Ende. Die Nachricht ist auch für Bizkaia von Bedeutung, da der erzeugte Strom im entfernten Hafen von Bilbao eingespeist werden sollte. Das Unternehmen für erneuerbare Energien hatte vor, eine Hochspannungs-Leitung zu errichten, die das gesamte Gebiet von Süden nach Norden durchqueren sollte, um diesen Strom nach Zierbena zu leiten. Das Projekt war auf einhellige Ablehnung von Seiten aller betroffenen Gemeinden in Bizkaia gestoßen (Gordexola, Zierbena, Güeñes und Abanto). Auch die Provinz-Verwaltung hatte diesbezüglich Bedenken geäußert, ebenso weitere Ortschaften (Barakaldo, Ortuella, Trapagaran und Galdames), da die Leitung ursprünglich auch durch deren Gemeindegebiete verlaufen sollte.
Der Beschluss, der dem Madrider Unternehmens eine Absage erteilt, wurde im Amtsblatt des Baskenlandes veröffentlicht. Das Ministerium für Industrie, Energiewende und Nachhaltigkeit hat die Energiequellen und die Abtransport-Leitung endgültig begraben. Ohne die Stromleitung ist das Projekt sinnlos, das Hunderte Millionen Euro gekostet hätte, allein die Stromleitung 260 Millionen. Woran scheitert der Plan von Solaria? Überraschenderweise geht der Beschluss nicht auf die Umwelt-Auswirkungen ein, die der Bau der Anlagen und der Hochspannungs-Leitung mit sich gebracht hätte, die viele Kontroversen ausgelöst hat. Die Leitung sollte eine Länge von 116 Kilometern haben sollte, 31 in Bizkaia und 85 in Álava und Burgos. Stattdessen verweist das Gutachten des Ministeriums auf verschiedene administrative und strategische Probleme. Das wichtigste ist der Ablauf der Genehmigung für den Anschluss an den Stromknotenpunkt Zierbena, die Solaria vom staatlichen Betreiber Redeia erhalten hatte. Ohne diese Genehmigung ist die baskische Regierung der Ansicht, dass das Projekt aus rechtlicher Sicht zum Scheitern verurteilt ist. Sie betont, dass das Madrider Unternehmen nicht in der Lage wäre, die Pläne innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist umzusetzen.
Dazu kommen weitere Mängel. Dem Unternehmen ist es nicht gelungen, eine Umweltverträglichkeits-Erklärung für die Anlagen und ihre Abtransport-Leitungen zu erhalten. Die Frist von 31 Monaten wurde überschritten. Einer der Gründefür das Scheitern des Projekts liegt darin, dass Solaria den ursprünglichen Vorschlag mehrfach geändert hat, um den Widerstand der Bevölkerung und der betroffenen Gemeinden zu umgehen. Das gesamte Verfahren im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die Natur hat sich durch Vorschläge und Gegenvorschläge immer weiter in die Länge gezogen.
RECHTSSTREIT
Tatsächlich sah der letzte Entwurf für die Leitung (von Anfang 2026) vor, bis zu 75% der Trasse unterirdisch zu verlegen – ein äußerst kostspieliges Vorhaben, das den Einsatz von schwerem Gerät in landschaftlich und ökologisch wertvollen Gebieten von Bizkaia erfordert hätte. In diesem Vorschlag wurden die Orte Ortuella, Barakaldo, Trapagaran und Galdames ausgespart worden. Im ersten Projekt von 2023 war von unterirdisch nichts zu lesen. Mit den Änderungen schoss das Budget von 47 auf 260 Millionen in die Höhe. Ein Kompromissvorschlag, der von den Gegnern des Plans ebenfalls abgelehnt wurde, sah Kosten in Höhe von 97 Millionen vor. Zudem gab es keine Vereinbarung zwischen Solaris und dem Kraftwerk im Hafen Zierbena am Ende der langen Trasse.
Die Ablehnung ist auch ein Erfolg der in Araba starken Umwelt-Bewegung. Der Beschluss liefert zudem bisher nicht bekannte Informationen. Beispielsweise wird offenbart, dass Solaria bereits eine Klage gegen die baskische Regierung angestrengt hat. Das Unternehmen macht die Regionalregierung für das Scheitern des Genehmigungsverfahrens verantwortlich, wegen administrativer Hindernisse. Wahrscheinlich ist, dass das Unternehmen die Einstellung des Verfahrens anfechten wird und damit den Rechtsstreit mit der baskischen Verwaltung vor den Gerichten und vor der Nationalen Markt- und Wettbewerbskommission verschärft. (baskultur)
(2026-08-01)
KAMPF UM DEN STIERKAMPF
Gute Nachrichten: Zehn Jahre nach der letzten Stierkampf-Veranstaltung bereitet sich die baskische Hauptstadt Vitoria-Gasteiz darauf vor, sich von der Arena vollends zu verabschieden. Ein Jahrzehnt ohne Stierkämpfe und mit einer ungenutzten Stierkampf-Arena. Das wird sich nach dem geplanten Umbau der Iradier Arena ändern. Sie soll über einen Konzertsaal für 1.500 Zuschauer*innen und einen Veranstaltungs-Bereich für Großkonzerte für 6.000 Personen verfügen. Das hat die Stadtverwaltung von Gasteiz (PSE und PNV) beschlossen. Für den Umbau wird eine Investition von 42 bis 50 Millionen Euro veranschlagt. „Mit dieser Konfiguration werden zwei Veranstaltungsbereiche abgedeckt, die derzeit in der Stadt nur unzureichend vertreten sind: anspruchsvolle Musik mit hoher akustischer Qualität sowie große Kultur- und Musikveranstaltungen“, erklärte die Stadträtin für Kultur und Bildung auf einer Pressekonferenz, auf der sie ankündigte, dass die Stadtverwaltung plant, die Ausschreibungsunterlagen am Ende der Legislaturperiode zu veröffentlichen. (Foto: foku)
Das Beispiel Gasteiz sollte vor allem Schule machen in Bilbo, wo die Stierkämpfe mit Mühe, wenig Zuschauern und öffentlichen Subventionen mühsam am Leben erhalten werden. Das Interesse an dieser Art von spanischer Kultur hat mit den Jahren erheblich nachgelassen, doch die Corrida-Lobby sitzt noch fest im Sattel. Trotz der kleinen Skandale, die die Stierkampf-Betreiber provozieren. Zum wiederholten Mal machen sie Werbung mit städtischen Objekten, ohne vorher Genehmigungen eingeholt zu haben. Deshalb haben die Fiesta-Gruppen „Bilboko Konpartsak“ und die Stadtverwaltung das Arena-Unternehmen gemeinsam aufgefordert, das Bild von Marijaia von einem Plakat zur Ankündigung der Stierkämpfe zu entfernen. Marijaia, die Fest-Marie, ist das traditionelle Symbol der Fiesta-Gruppen.
Zum zweiten Mal in Folge hat das Unternehmen, das die Stierkampfarena in Bilbao verwaltet, mit seinem Plakat für die allgemeinen Stierkämpfe eine negative Reaktion hervorgerufen. Im Jahr 2025 bedauerte Metro Bilbao die „unbefugte Verwendung“ der charakteristischen Eingänge zur U-Bahn – auf dem Stierkampf-Plakat. In diesem Jahr wiederholt sich die Geschichte auf einem weiteren Plakat, auf dem ein spanischer Stierkämpfer vor dem Arriaga-Theater mit Marijaia auf dem Balkon abgebildet ist. Bilboko Konpartsak beanstandete, dass das Unternehmen die populäre Figur nutze, „um für eine private Veranstaltung zu werben, die zudem mit einer Aktivität in Verbindung steht, die das Leiden und den Tod von Tieren zum Spektakel macht“. In einem Brief betonen die Festgruppen, dass Marijaia das Symbol der Volksfeste von Bilbao sei, „ein Symbol und Kulturerbe, das allen gehört und nicht in den Dienst privater wirtschaftlicher Interessen gestellt werden darf. In dem Schreiben erinnern sie daran, dass „rund vierzig Stiere auf grausame Weise gequält und getötet werden. Sie beabsichtigen, ein Symbol, das allen gehört, in den Dienst privater Interessen zu stellen. Darüber hinaus verfälscht dieses Plakat den Geist der Fiesta und verbreitet eine Botschaft, die mit den Werten eines Volksfestes, das alle einbezieht, unvereinbar ist“. (naiz-baskultur)
ABBILDUNGEN:
(*) Tagespresse
(ERST-PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-08-01)
