73 items tagged "Kolumne"

  • Im Märzen der baskische Bauer

    sinkuartel
    Karneval

    Karneval ist Anlass zu Ausgelassenheit und Phantasie – nicht besonders geeignet für ernsthafte und tiefschürfende Themen wie Krieg oder Massenmord. Gegen diese Regel zu verstoßen ist gewagt oder fragwürdig. In Bilbo beim Karneval hat sich eine Konpartsa-Gruppe kürzlich getraut, im sonst überschwänglichen Karnevals-Umzug die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika auf die Straße zu bringen. Grund war der 80. Jahrestag jenes unvergesslichen Ereignisses, das Picasso für die Ewigkeit dokumentierte.

  • Immer wieder Kriegszeiten

    kriegszeiten
    Wer hat angefangen?

    “Zu einem Streit gehören immer zwei Seiten”, sagen Mütter, wenn sich ihre Kleinen beschweren mit der Beschuldigung: “Der andere hat angefangen”. Konflikte haben immer zwei Seiten. Auch bei Erwachsenen. Und sowieso in der Politik. Im Baskenland scheint es derzeit nur Täter und Opfer zu geben. Täter sind die Pistoleros von ETA, Opfer ist der spanische Staat. ETA hat sich nun zwar aufgelöst, der Opfer-Diskurs geht jedoch weiter mit einer Entschlossenheit, als wären gestern 5.000 Polizeifahrzeuge der Guardia Civil abgebrannt.

  • Kriegswirtschaft (Kolumne-36)

    kolu36x00Die Krise nach der Pandemie

    Die Politik beschwört, die Pandemie sei noch nicht vorbei sei. Dabei sind wir längst in einer neuen gefangen: der Kriegs-, Rüstungs- und Militarisierungs-Pandemie. Über deren Ursprung und Nutznießer bestehen weniger Unklarheiten, es handelt sich um eine altbekannte konjunkturelle Pandemie. Derzeit Eurodemie, weil sie noch nicht übergeschwappt ist. Europa lebt in einer Kriegswirtschaft, der Oberbaske Urkullu hat es ausgesprochen. Strom, Diesel und Brot stehen zur Debatte … und deshalb wird gestreikt.

  • Ma-ss-en-tou-ris-muss!

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    Architektur

    Bilbao soll eine Architekturstadt sein. Das sagen anreisende Touristen. Als ich es das erste Mal hörte, dachte ich, die hätten sich getäuscht, sie hätten womöglich Bilbao mit Bologna verwechselt. Oder mit dem Phänomen, das jahrelang die europäischen Schlagzeilen zierte: Guggenheim-Effekt. Als ich den Begriff erneut hörte, wurde ich stutzig und musste mir eingestehen, dass ich wieder einmal der touristischen Propaganda-Maschinerie hinterher hinkte. Bilbao hatte einmal mehr den Effekt gewechselt, oder besser gesagt:

  • Neue Normalität (Kolumne-32)

    kolu32a06Zurück in den Wüsten Westen

    Das Gerede von der “Neuen Normalität“ hat nach einem Jahr wieder an Bedeutung gewonnen, angeblich ist die Pandemie Schnee von gestern. Alles wie gehabt, soll uns weißgemacht werden, doch nichts ist wie es war. Verändert haben sich die Wirtschaftsprozesse, das Homeoffice, die Armutsverhältnisse und – last not least – unsere physische und psychische Gesundheit. Wir sitzen auf dem Vulkan, der jederzeit wieder ausbrechen kann. Kritiker sagen der Impfung Nutzlosigkeit nach und sprechen von Plandemie.

  • Opium fürs Volk

    wm2018
    Für Unabhängigkeit – und für Spanien spielen

    Bekannte Fußballer wie Carles Puyol, Xabi Hernandez, Xabi Alonso – allesamt Weltmeister – haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie es vorziehen würden, für eine eigene katalanische oder baskische Auswahl zu spielen, wenn es denn möglich wäre. Und warum ist es das nicht? Weil in jenen Weltverbänden des Sports, in denen Spanien vertreten ist, jene Spanier ein Veto einlegen gegen die Mitgliedschaft baskischer oder katalanischer Verbände. Deshalb kann Euskal Herria (Baskenland) beim Tauziehen Weltmeister werden, weil es im internationalen Tauzieh-Verband keine Spanier gibt.

  • Post-Covid-Sommer (2)

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    Die neue Normalität der Rückfälle

    Nach vier Wochen “neuer Normalität“ ist eines klar: alle Appelle an die Vernunft der Bevölkerung, die neue Freiheit nicht zu übertreiben, waren umsonst. Vor allem die jüngere Generation ist in kürzester Zeit in alte Exzesse zurückgefallen. Vom ersten Tag an waren die Strände maßlos überfüllt, Binnentourismus ist Trumpf. Medien bestätigen der Regierung Kontrollverlust, scheuen sich aber davor, neue Lockdowns zu fordern. Die Wirtschaft würde Amok laufen. Das Kaninchen starrt reglos auf die Schlange.

  • Spritzenzeiten, Spitzenzeiten

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    Im Sommer wird alles wieder gut

    Die baskische Akzeptanz der viel zu schnell entwickelten Impfstoffe hat deutlich zugenommen. Die vorläufige Suspendierung eines Impfstoffs wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen in halb Europa zeigt in die Gegenrichtung. Nach den Altenheimen sind Sanitäterinnen, Polizistinnen und Lehrerinnen an der Reihe. Gefängnis-Insassinnen wurden von der Impf-Liste genommen. Der Türen öffnende Impfpass rückt näher, ebenso der Ausschluss aller Nicht-Geimpften. Das Unternehmertum arbeitet fleißig an Entlassungen.

  • Surfen 5.0 (Kolumne)

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    Die unendliche Geschichte

    Zwar nicht zu erwarten, aber zu befürchten war, dass die schnelle “Normalisierung“ zu einem heftigen Rollback führen würde. Die Rückkehr zum Tourismus hat die “Fünfte Covid-Welle“ ausgelöst, die wegen des Alters der Betroffenen auch “Junge Welle“ genannt wird. Die distanzlosen dafür partyreichen Klassenfahrten nach Mallorca waren tödlich. Delta ist der vierte Buchstabe des griechischen Alphabets, Lambda der fünfte, genau so heißt die Version des Tierchens, die demnächst über uns herfallen wird.

  • Tierkreiszeichen Kat

    zorionak
    Sprachlektionen

    Sprachlich ist das Baskenland nicht der einfachste aller Lebensorte. Die beiden offiziellen Kommunikations-Varianten, Baskisch und Spanisch, stehen sich nicht gerade freundschaftlich gegenüber. Zuletzt mischte sich – über Tourismus vermittelt – auch Englisch in den Sprachsalat. Und als wäre das nicht schon genug – zu Hause sprechen wir übrigens Deutsch – erhalten wir im Fernsehen auch noch kostenlosen Unterricht in einer Zusatzsprache. Die emanzipatorischen Ereignisse in Katalonien sind derzeit Hauptthema baskischer Medien.

  • Wintertugenden

    kolum zebra
    Saramagos erster Blick

    Der portugiesische Nobelpreisträger brauchte bei einem Kurzbesuch auf der Kanarenisnel Lanzarote nur einen Tag, um sich spontan für ein neues Domizil in Tias zu entscheiden. Dabei half, dass er in seinem Land kurz zuvor öffentlich eine schmerzhafte Erniedrigung erlitten hatte. Seinen Besucher*innen auf der Lavainsel öffnete der Schreiber selbst, so heißt es, und lud sie in der Küche zu einem Kaffee ein. Über die Jahre fand sich dort allerlei Prominenz ein, nachdem Saramago – immerhin Kommunist – mit ...

  • Wir streiken!

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    Streik, wenn sonst nichts hilft!

    Dem Baskenland steht ein Herbst-Winter der Streiks bevor. Die Metaller wollen wieder einen Tarifvertrag, die Fußballerinnen einen Mindestlohn, die Lehrerinnen der Privatschulen bessere Verträge und die Pensionäre eine Mindestabsicherung. Reallohn geht verloren. Die Einkommens-Schere klafft immer mehr auseinander. Wo Verhandlungen scheitern ist Streik angesagt. Von Generalstreik ist die Rede. Und im März sind die Feministinnen wieder an der Reihe.

  • Wunstorf Gernika und zurück

    kreuzwortraetsel
    Kreuzworträtsel

    Das Worte-Reservoir der Kreuzworträtsel-Macher*innen wird immer umfassender, der Weltatlas wird langsam durchgearbeitet. Aber wie sollen wir armen Konsumenten drauf kommen, was gefragt ist, wenn wir den Heimatort nur damals zum Klassenausflug verlassen haben. Ein Drama! Gesucht wird da zum Beispiel eine spanische Stadt im Baskenland – eigentlich schon ein Widerspruch in sich – die dazu nur vier Buchstaben haben soll. Die Google-Karten durchzuarbeiten kostet derart viel Zeit, dass die Lösung...

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