Die Kategorie umfasst die Themenbereiche baskische Sprache Euskara, Literatur, Wissenschaft, Gastronomie, Sport, Tradition. Später kamen die Rubriken Gesellschaft und Wirtschaft hinzu.

Soziale Ungleichhheit bekämpfen
Der Mediziner und Epidemiologe Rafael Bengoa hat sich während der Pandemie-Zeit im Baskenland einen Namen gemacht. Er ist einer der wenigen Experten, die sich in der Lage zeigen, einem breiten Publikum auf verständliche Weise einige der komplexen Zusammenhänge hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus zu vermitteln. In einem kürzliche publizierten Interview wies er darauf hin, dass soziale und wirtschaftliche Ungleichheit (wie sie im Kapitalismus üblich ist) dem Virus den Boden geebnet hat.

Wind-Generatoren in Agoitz vor dem Ende
Ein neue Interpretation von “Verbundenheit“ demonstriert der Energiekonzern Siemens-Gamesa in einem kleinen navarrischen Ort in den Vorpyrenäen: hier bedeutet Verbundenheit Schließung einer Produktions-Niederlassung für Windräder und Entlassung von 239 Angestellten. Ausgerechnet in einer strukturschwachen Gegend, wo jeder Arbeitsplatz doppelt zählt. Als das Werk vor 11 Jahren eröffnet wurde, erhielt der Konzern (damals Gamesa) öffentliche Zuschüsse in Millionenhöhe. Doch das ist Schnee von gestern.

Strategisch gespalten
Jahrzehntelang prägte der militärische Konflikt zwischen ETA und dem spanischen Staat den Kampf der der baskischen Linken (abertzale Linke) für ein unabhängiges und sozialistisches Baskenland. Eine Veränderung ihrer politischen Strategie bedeutete vor etwas mehr als zehn Jahren die Abkehr vom bewaffneten Kampf, die schließlich 2018 zur endgültigen Auflösung von ETA führte. Auf diese Weise veränderte sich auch die politische Landkarte im Baskenland. Neue Organisationen betraten die politische Bühne.

Zu wenig für ein würdiges Leben
Die Koalitions-Regierung von PSOE und Podemos im spanischen Staat hat die Einführung eines existenz-sichernden Mindest-Einkommens beschlossen. Mit dieser Maßnahme soll die Armut im Staat bekämpft werden, die auch in reichen Regionen wie dem Baskenland an die 30% der Gesamt-Bevölkerung reicht. Weil es im Baskenland ein beispiellos ausgeprägtes Sozialhilfe-Netz gibt, geht die Verwaltungs-Kompetenz für die neue Hilfszahlung an die baskische Regierung. Pro Person stehen maximal 462 Euro zur Verfügung.

Opfer von Fangnetzen und Verschmutzung
Der Atlantische Nordkaper (latein: eubalaena glacialis, span: ballena franca glacial) ist eine bis 18 Meter lange Art der Glattwale, die im Nordatlantik verbreitet ist. Die Spezies ist auch unter dem Namen “baskischer Wal“ bekannt, weil er in früheren Jahrhunderten häufig im Golf von Bizkaia zu finden war. Und weil die baskischen Fischer die ersten waren, die den Fang des Atlantischen Nordkapers industriell betrieben. Neuere Schätzungen besagen, dass der Nordkaper vom Aussterben bedroht ist.

Aktuelle Wirtschafts-Tendenzen
Wenn von der Wirtschaft des Baskenlandes die Rede ist wird häufig von einer De-Industrialisierung in den 1980er Jahren gesprochen, die mit starkem Wachstum in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Dienstleistung kompensiert wurde. Diese Behauptungen sind nur bedingt richtig. Denn das Baskenland weist nach wie vor einen starken Industriesektor auf. In den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation sind viele Firmen führend – nicht zuletzt durch die Förderungs-Politik der baskischen Regierung.

Fußball im Zeichen der Pandemie
Die abgelaufene spanische Fußball-Saison 2019/2020 als irregulär zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. Denn ab März 2020 war praktisch nichts mehr wie geplant. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurden Spiele und ganze Turniere abgesagt, alles fand nur noch unter Ausschluss des Publikums statt. Vereine verloren Millionen Fernsehgelder, Profispieler mussten Gehaltseinbußen hinnehmen. Nur seinem Status als wichtigste Nebensache der Welt verdankt der Kicksport, dass er nicht komplett lahmgelegt wurde.

100 Worte in einem Schweizer Buch von 1610
Die baskische Sprache Euskara ist eine sogenannte “isolierte Sprache“ ohne Verwandtschaft mit anderen. Weil sie nur in einem relativ kleinen Gebiet gesprochen wurde, war sie mehrfach vom Aussterben bedroht. Über ihren zeitlichen Ursprung gibt es wenig Information. Alles Auffindbare trägt zum Mosaik der Euskara-Geschichte bei. In Turin wurde ein 1610 in Zürich herausgegebenes Buch entdeckt, das einem Schweizer Theologen und Linguisten zugeschrieben wird. Nun landet das Exemplar im Baskenland.