
Generalstreik
Die Zwangsräumung einer 87-Jährigen hat zu Protest-camps im ganzen Staat geführt. Versuchte Wohnungs-Dekrete scheiterten, Konsequenz: Parlaments-Wahlen. Der Forderung nach einem Generalstreik wegen Wohnungs-Notstand folgten die spanischen und die baskischen Gewerkschaften. Getragen wird der Generalstreik im Baskenland von sozialen Bewegungen, die den Häuser- und Mieter-Kampf schon lange führen. Der 11. November 2026 wird zum Meilenstein für das Recht auf Wohnung, gegen Spekulation und Geierfonds.
Azaroa ist das baskische Wort für November. Es wird mit der Aussaat-Zeit in Verbindung gebracht. In diesem Jahr 2026 wird der Kampf gegen Spekulation und Finanz-Kapitalismus gesät.
(2026-11-01)
OPFER DER TODESSCHWADRONEN
Maribe Prieto Uriarte, die Witwe von Xabier Galdeano, war ebenfalls ein Opfer der GAL-Todesschwadronen, sie ist im Alter von 92 Jahren gestorben, nachdem sie vor 41 Jahren ihren Lebensgefährten und Ehemann, den EGIN-Journalisten Xabier Galdeano verloren hatte, der am 3. März 1985 in Donibane Lohitzune von den GAL ermordet wurde (Grupos Antiterroristas de Liberación – Antiterroristische Befreiungs-Gruppen). Hinter den GAL, so stellte sich nach deren Aufdeckung heraus, standen die spanische Regierung (Felipe Gonzalez) und die Guardia Civil.
Maribe war eine treue Gefährtin von Xabier, gemeinsam engagierten sie sich in der abertzalen Linken. Sie konnten ein bürgerliches Leben führen, da Xabier zusammen mit seinen Brüdern als Bauunternehmer tätig war. Dennoch gab sie ihren Beruf auf, um sich Aufgaben im Dienste des Baskenlandes zu widmen, wie beispielsweise der Gründung der Ikastola-Schule in Algorta gemeinsam mit anderen Nachbarn sowie der Unterstützung und Förderung der Zeitung EGIN in den Jahren 1976–1977. Obwohl sie selbst kein Baskisch beherrschten, beschlossen sie gemeinsam, dass ihre Töchter die Sprache lernen sollten, heute ist die gesamte Familie, einschließlich der Enkel und Enkelinnen, baskischsprachig.
In Zeiten des Untergrundkampfes beschlossen sie gemeinsam, ihr Haus auch als Zufluchtsort für von der Polizei verfolgte baskische Aktivisten zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam ertrugen sie Repression, Gefängnis und Exil. Genau hier, im Exil, wurde Xabier, ein leitender Mitarbeiter von EGIN, von den GAL ermordet – ein Moment, den der Verfasser dieses Textes direkt miterlebte. Es war eine Situation, die beide geahnt hatten, vor der sie sich zwar hüteten und schützten, die sie aber dennoch nicht verhindern konnten. Obwohl ein guter Freund wie Santi Brouard (1919–1984) davor gewarnt hatte. Einige Monate bevor auch er von Söldnern ermordet wurde, die von der spanischen Regierung unter Felipe González bezahlt wurden, warnte ihn der abertzale Politiker Brouard während eines Essens im Kreise der Familie und von Freunden – zu denen auch ich gehörte – in Urdazuri / Donibane Lohitzune, wo die Familie Galdeano wohnte, vor dem genauen Ort, von dem aus man auf ihn schießen und ihn ermorden würde.
Und so kam es auch. Die tödlichen Kugeln der Söldner flogen am Hauseingang vorbei und trafen Xabier, als er gerade aus dem Auto stieg, nachdem er die Fotos, die er von einer Demonstration zugunsten von Gefangenen und Exilanten in Bayonne gemacht hatte, an die Zentrale von EGIN in Hernani geschickt hatte. „Was haben sie dir angetan!“, waren die Worte von Maribe, als sie Xabier ermordet neben seinem Haus sah. Opfer der GAL war nicht nur Xabier, sondern auch Maribe, die zusammen mit ihren Töchtern gezwungen war, 41 Jahre lang als Witwe zu leben. Maribe-Xabier, agur eta ohore! (Juan Mari Arregi) (naiz-baskultur)
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ABBILDUNGEN:
(*) Tagespresse
(ERST-PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-10-01)
