Die Kategorie beinhaltet folgende sieben Bereiche: 1. allgemeine Geschichte Baskenland-Navarra; 2. Krieg, Diktatur, historische Erinnerung; 3. Migration, Diaspora; 4. Politische Normalisierung seit 2011; 5. Persönlichkeiten; 6. Deutsche Spuren im Baskenland; 7. Geschichten aller Art.
Zwischen Irun und Hendaia
Vor sechs Jahren, im Sommer 2018, begann Irungo Harrera, das Willkommens-Netzwerk für Flüchtlinge in Irun seine Arbeit. Drei Freiwillige, die in diesem Netzwerk mitarbeiten, stellten im Oktober 2024 in Donostia-San Sebastian die Arbeit vor, die sie in dieser Zeit geleistet haben. Sie betonten die Notwendigkeit, “nicht nur unsere Augen, sondern auch unsere Herzen zu öffnen“. In der Tat hat die Unterstützung von ankommenden Migrant*innen viel mit “Hinschauen“ und antirassistischer Bildung zu tun.
Die baskischen Adelskriege
“Wie sich die Basken im Mittelalter umbrachten“ ist der Titel eines Artikels, der zurückblickt auf die Adelskriege des 14. und 15. Jahrhunderts im Baskenland. Es handelt sich auch um einen Blick auf die Waffen jener Zeit, Armbrust und Speer waren die gängigen Waffen in den Kämpfen zwischen den Adels-Familien (linajes, banderizas), bei denen es um Macht, Ansehen und um wirtschaftlichen Einfluss ging. Erst die Katholischen Könige Ende des 15. Jhs. beendeten dieses vom spanischen Adel provozierte Chaos.
In Polizeistationen und Kasernen
Der Offizielle Bericht der Kommission liegt vor: So wurden Menschen in Polizeistationen und Kasernen durch Vergewaltigung gefoltert. Zangen, Besenstiele, Elektroden. Dies sind einige der Zeugenaussagen über sexistische Folter, die der Bewertungs-Kommission aktuell unter Tränen vorgelegt wurden. Es handelt sich um Textauszüge von Opfer-Aussagen der 75 in diesem Jahr anerkannten Fälle, die dem offiziellen Bericht entnommen wurden. Worte sind überflüssig. Polizeipraxis in “demokratischen“ Zeiten.
Todesschwadronen 1977
Am 5. Oktober 1977 zerstörte am frühen Nachmittag eine Explosion das Redaktionsbüro der linken Zeitschrift "Punto y Hora de Euskal Herria" (Punkt und Stunde) in Iruñea (Pamplona). Wenige Minuten zuvor hatten zwei Journalisten und der Geschäftsführer dieses zur Unabhängigkeits-Bewegung gehörenden baskischen Magazins das Gebäude verlassen. Zu dem Anschlag bekannten sich die rechtsextremen Gruppen “Triple A“ und die “Jugendbrigaden von Navarra“. Solche Gruppen verübten im Baskenland über 70 Attentate.
Léon Degrelle 1945
8. Mai 1945, Tag der Kapitulation der Nazis im 2. Weltkrieg. Dem belgischen SS-Mann, Journalisten und Nazi-Politiker Léon Degrelle gelang es, vor den Alliierten zu fliehen. An Bord des Privatflugzeugs von Albert Speer, Hitlers Architekt und Rüstungs-Minister, erreichte Degrelle den Strand der baskischen Stadt San Sebastian. In Belgien wurde er zum Tode verurteilt, der spanische Diktator Franco kam dem Auslieferungs-Antrag aber nicht nach. Degrelle starb im März 1994 im Alter von 87 Jahren in Malaga.
Asturien und Baskenland
Der Mazucu-Berg liegt 168 Kilometer von der baskischen Westgrenze entfernt in der Region Asturien. Jedes Jahr im September machen sich antifaschistische Unentwegte aus Bilbao auf, um am Mazucu an einer Gedenk-Veranstaltung teilzunehmen. Denn vor fast 90 Jahren fanden während des Spanienkriegs am Mazucu-Berg entscheidende Schlachten statt, die durch die militärische Überlegenheit der nazi-deutschen Flugstaffel Legion Condor entschieden wurden. Baskische und asturische Soldaten verloren dort ihr Leben.
Opfer moderner Zeiten
Mendinueta ist ein Dorf im östlichen Zentrum Navarras, das vor 60 Jahren von seinen Bewohner*innen verlassen wurde. Seither beherrschen Einsamkeit, zerfallende Mauern und Gestrüpp das, was vom Ort übrig geblieben ist. Doch seit drei Jahrzehnten kehrt zumindest an einem Tag im Jahr wieder Leben nach Mendinueta, wenn die damaligen letzten Bewohner*innen zum Feiern einer kleinen Fiesta in die Ruinen zurückkehren. Mendinueta ist nur eines von wenigstens zwanzig verlassenen Dörfern der baskischen Region.
Saturraran 1940
“Ich wurde im Frauen-Gefängnis von Franco in Saturraran geboren“ – Merche Gallardo Carrillo erzählt zum ersten Mal von ihrem langen Kampf um im Leben vorwärts zu kommen. Nach der franquistischen Besetzung des Baskenlandes im Juni 1937 wurden Dutzende von Gefängnissen eingerichtet, um die Unterstützerinnen der Republik einzusperren. Einige Gefängnisse waren für Frauen, darunter jene Anstalt mit Namen Saturraran an der Küste zwischen Ondarrua und Mutriku. Viele dort geborene Kinder wurden entführt.