Baskultur-Kolumne 83
Hoch-Spannung!

Die Fiesta in Bilbo fand spät wie nie statt. Für manche bleiben da vom letzten Feuerwerk bis zum Wieder-Eintritt in die Sphäre der ausbeuterischen Lohnarbeit nur 36 Stunden. Für das pädagogische Personal ohnehin. Soziale Bewegungen erinnern sich, wozu sie ursprünglich gegründet wurden und mobilisieren wieder für Palästina, gegen Faschismus, für mehr Lohn und gegen Rassismus, für Essensausgabe an obdachlose Migrant*innen und gegen Privatisierung im Gesundheitsbereich. Endlich weniger Touristen!

Kulturgeschichte: Der September ist der Monat des Übergangs, der Ernte und der kosmischen Ordnung. Als Brücke zwischen Sommer und Herbst prägt er seit Jahrtausenden Mythen, agrarische Riten und religiöse Traditionen.

(2026-09-01)

DIE PYRENÄEN STÜRZEN AB

Die Erdrutsche in den Alpen (und in Nepal-Tibet) sind ein Vorbote dessen, was in den Pyrenäen passieren wird. „Die Gefahr konzentriert sich auf die Gebirgsmassive über 3.000 Meter“, warnen die Experten. Eñaut Izagirre ist einer der führenden baskischen Experten für die Gletscher der Pyrenäen. Derzeit beteiligt er sich an einer von der Europäischen Union finanzierten Studie zum Permafrost in den Pyrenäen. „Was mit den Gletschern in den Pyrenäen geschieht, ist ein Vorbote dessen, was mit den Alpengletschern passieren wird. Beim Permafrost ist es umgekehrt: Was in den Alpen geschieht, wird auch hier passieren“, erklärt der baskische Geograf. Als Beispiel erinnert er an die Ereignisse von 2005 am Petit Dru, einem 3.733 Meter hohen Gipfel im Mont-Blanc-Massiv. Dort lösten sich 260.000 Kubikmeter Gestein, wodurch die Südwest-Wand buchstäblich verschwand.

Um zu beobachten, was mit diesem unsichtbaren „Klebstoff“ auf den Gipfeln der Pyrenäen geschieht, greifen die Forscher auf Satellitenbilder zurück. Zudem wurden an verschiedenen Stellen des Gebirges 15 Meter tiefe Bohrungen durchgeführt, in denen alle zehn Zentimeter Thermometer angebracht wurden. Diese befinden sich am Besiberri und am Pica d’Estats (beide im katalanischen Teil des Gebirges) sowie in Andorra. Weitere Bohrungen sind am Vorgipfel des Aneto und am Argualas (beide in Aragón) geplant. Eine weitere dieser Erkundungen befindet sich am Cerbillonar-Pass neben dem Ossoue-Gletscher – an der Grenze zu Frankreich –, einem der größten Gletscher, die in den Pyrenäen noch übrig sind. „Die Gefahr konzentriert sich auf die Massive über 3.000 Meter. Das Maladeta-Massiv – wo sich der Aneto befindet – ist ein klarer Kandidat. Ebenso das Gebiet um den Monte Perdido“, erklärt er. Bei einem kürzlichen Besuch von zwei Wissenschaftlern des Ökologischen Pyrenäen-Instituts (IPE-CSIC) zusammen mit Izagirre konnte festgestellt werden, dass sich auf dem Gletscher mehrere Felsen befanden, die sich von den umliegenden Gipfeln gelöst hatten. Das war im Juli. „In Zukunft wird es noch viel schlimmer werden, eine regelrechte Bowlingbahn“, betont der Experte. Wie am Mont Blanc. (elcorreo-baskultur)

ANMERKUNG:

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ABBILDUNGEN:

(*) Tagespresse

(ERST-PUBLIKATION BASKULTUR.INFO 2026-09-01)

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